Kirchenjahr

Nicht nur ein Weihnachtsmarkt

Das Holztor mit der Überschrift "Mehr Advent" ist weit geöffnet und gibt den Blick frei auf das sonnige Marktgeschehen.

Am letzten Samstag und Sonntag im Kirchenjahr laden die Franziskanerinnen von Bonlanden ein zu „Mehr Advent“ - Foto: DRS/Waggershauser

„Mehr Advent“ auf dem Klosterareal der Franziskanerinnen lockt viele Besucher:innen und auch Bischof Dr. Klaus Krämer nach Bonlanden.

Frost Sonnenschein und eine mit Raureif überzuckerte Landschaft - ideale Rahmenbedingungen für den traditionellen Adventsmarkt im Kloster Bonlanden. Nach dem Gottesdienst zum Christkönigsfest mit Bischof Dr. Klaus Krämer strömten schon  die ersten Besucher:innen auf das Gelände um die ehemaligen Gebäude von Schule und Landwirtschaft. Zwischen den aufgestellten Häuschen haben sich Essensausgaben und Stände auch in Garagen und anderen Räumen im Erdgeschoss einquartiert. „So gefällt es mir“, freut sich Gerhard Marquardt über das Ensemble. „Es ist schön verteilt und gut organisiert“, ergänzt seine Frau Marita. Auch der Bischof flaniert über das Gelände - umringt von Schwestern und im Gespräch mit Gästen.

„Letztes Jahr sind an beiden Tagen ungefähr 20.000 Leute gekommen“, berichtet Schwester Witburga Mendler. Und was bedeutet das Motto „Mehr Advent“? Neben dem sonntäglichen Gottesdienst, erzählt die Oberin der deutschen Provinz der Franziskanerinnen von Bonlanden, würden mehrfach am Tag Adventskränze gesegnet und in einer Box sammeln die Ordensfrauen Gebetsanliegen, die sie in ihr tägliches Rosenkranzgebet einschließen. Schon mehrfach bekamen sie die Rückmeldung, dass die Anliegen erhört wurden. Einer der Höhepunkte sei der abendliche Fakelweg auf die Anhöhe zum Themengarten „Mutter Erde“. Der Weg und das dortige Labyrinth mit einer großen Weltkugel in der Mitte sind dabei stimmungsvoll beleuchtet und die vielen Menschen gehen alle in Stille.

Mit viel ehrenamtlicher Unterstützung

Schwester Witburga ist ganz stolz auf die 20 bis 30 Helfer:innen - meist Freunde und Bekannte der Franziskanerinnen, die sich jedes Jahr ehrenamtlich engagieren. „Wir können das alleine gar nicht stemmen“, ist sie überzeugt. Seit 25 Jahren ist Gabi Konrad aus Laupheim mit den Schwestern in Kontakt und hält unter anderem Vorträge im Tagungshaus. Da sie Wolle färbt und Stulpen, Stolen und Jacken strickt sowie Metallschmuck behäkelt, hätten ihr die Schwestern vor einigen Jahren ein Häuschen auf dem Markt angeboten. Sie schätzt die Beiträge verschiedener Musikgruppen auf der kleinen Bühne - „und das geniale, gute Essen aus der Klosterküche.“ Auch die Klosterkonditorei ist mit einem Stand voller süßer Leckereien vertreten.

Heike Dörflinger gefällt dieses vielfältige Angebot. „Es gibt ganz individuelle Stände und viel Selbstgemachtes.“ Sie kommt regelmäßig mit ihrer Tochter Anna zum Markt, die St. Hildegard, die Ulmer Schule der Franziskanerinnen, besucht hatte und zu pädagogischen Tagen regelmäßig in Bonlanden war. „Ich fühle mich hier einfach wohl“, gesteht die junge Frau. Zum Rahmenprogramm der beiden Tage zählen neben der ganzjährigen Krippenausstellung auch Ponyreiten, Geschichtenerzählen und eine Nikolausschlittenaktion für Kinder sowie Vorträge und Ausstellungen für Erwachsene. Nicht zu vergessen die südamerikanischen Folkloretänze, die Schwester Graciela Trivilino aus Argentinien, die Generaloberin der Ordensgemeinschaft, anleitet und die auch Bischof Krämer begeistern.

Mehr Advent in Bonlanden

Wer nicht bis zum Markt „Mehr Advent“ am 21. und 22. November 2026 in Bonlanden warten möchte, kann bereits in der diesjährigen Adventszeit den Krippenweg der Franziskanerinnen besuchen. Mit bis zu 250 Jahre alten Figuren erzählt er in 16 Szenen auf lebendige Weise die biblische Geschichte der Menschwerdung von Jesus – beginnend mit der Prophezeiung aus dem Alten Testament. Die Krippenlandschaft ist außer an Heiligabend von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Die Köstlichkeiten der auch auf dem Markt vertretenen Klosterkonditorei und Klosterküche lassen sich im gemütlichen Klostercafé genießen, das ab dem morgigen Mittwoch und außer an Heiligabend montags bis freitags von 12 bis 17 Uhr und samstags, sonn- und feiertags von 10 bis 17 Uhr geöffnet ist.

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