In der Pfarrkirche „Zu den Heiligen Engeln“ in Durchhausen im Dekanat Tuttlingen-Spaichingen kam es am Sonntag erstmals in der Diözese Rottenburg-Stuttgart zur Teilprofanierung einer Kirche. Dies war zugleich das Startsignal für nun beginnende Arbeiten: Bis Ende 2027 soll in das Gotteshaus ein Gemeindezentrum eingebaut und das Kirchengebäude saniert werden. Diözesanbaumeister Dr. Thomas Schwieren sprach anlässlich der Teilprofanierung von einem zukunftsweisenden Schritt.
Kirchengemeinde reagiert
Mit ihrem Bauprojekt reagiert die Kirchengemeinde „Zu den Heiligen Engeln“ auf die rückläufige Entwicklung ihrer Mitgliederzahlen und deren Folgen. So soll in Durchhausen ein Gotteshaus und ein Gemeindemittelpunkt entstehen, der den Anforderungen der Zukunft gerecht wird. Durch den Einbau von Gemeinde-, Gruppen-, Pastoral- und Lagerräumen wird sich der bestehende Kircheninnenraum um etwa die Hälfte reduzieren. Das Vorhaben erfolgt im Rahmen des diözesanen Gebäudereduzierungsprozesses „Räume für eine Kirche der Zukunft“.
Glaube trägt und gibt Halt
Domkapitular Msgr. Andreas Rieg feierte am Sonntag den Gottesdienst gemeinsam mit Pfarrer Benni Marcose und verlas an dessen Ende das bischöfliche Dekret, in dem die Erlaubnis zur Teilprofanierung erteilt wird. Dies geschehe im Vertrauen darauf, dass Gott seine Gegenwart nicht an Gebäude, sondern an die Menschen bindet, sagte Rieg. Johannes Ungermann, Gewählter Vorsitzender des Kirchengemeinderats in Durchhausen, hielt in seinen Dankesworten fest, dass der sie verbindende Glaube die Gemeindemitglieder in der Zeit der Veränderung trägt und ihnen Halt gibt. Ungermann zitierte Adolph Kolping mit den Worten: „Christ sein, heißt die Welt verändern, heißt, den Menschen beizustehen.“ Der Kirchengemeinde wünsche er, dass sie weiterhin die Kraft hat, offen für Neues zu sein, und den Mut für Veränderungen, um so Zukunft gestalten zu können.
Für nachfolgende Generationen
Für Bettina Schrenk, Pfarrgemeinderätin in Durchhausen, überwog an dem Tag trotz Wehmut die Freude über das Erreichte. Mit dem Bauprojekt werde das Gemeindeleben in Zukunft einen guten Weg nehmen, zeigte sie sich sicher. „Dadurch können wir den uns nachfolgenden Generationen im Ort etwas übergeben, das zukunftsfähig ist, und wir stellen sicher, dass unsere Kirche am Ort bleibt“, sagte sie. Seitens der anderen Kirchengemeinden der Seelsorgeeinheit Trossingen hielt Siegbert Fetzer, Gewählter Vorsitzender des Kirchengemeinderats „St. Theresia“ in Trossingen, fest: „Ich freue mich, dass es nach einer langen Vorbereitungszeit jetzt losgeht und einen neuen Aufbruch bringt.“ Und Ursula Schröder, Gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderats „St. Georg“ in Gunningen, sagte: „Ich freue mich, dass es geklappt hat, und wünsche der Kirchengemeinde Durchhausen einen guten Ablauf.“




