Personal

Pfarrstellen im Dekanat Biberach besetzt

Porträtfotos von Pater Alfred Tönnis links und Pfarrer Dr. Thomas Amann rechts.

Pater Alfred Tönnis OMI (l.) und Pfarrer Dr. Thomas Amann (r.) - Fotos: Privat

Oblatenpater Alfred Tönnis wechselt in die Seelsorgeeinheit Bussen - Kirchenrechtler Thomas Amann kommt in die Seelsorgeeinheit Scholastika.

Pater Alfred Tönnis

Viele kennen Pater Alfred Tönnis als Flüchtlingsseelsorger in der Stiftung "Heimat geben" Oggelsbeuren. Neben dieser Tätigkeit wirkte er zuletzt fünf Jahre als priesterliche Aushilfe im Dekanat Biberach. Künftig wird der 62-Jährige Pfarrer der Kirchengemeinden St. Nikolaus in Dietelhofen, St. Ursula in Dieterskirch, St. Nikolaus in Göffingen, St. Vitus in Möhringen, St. Johannes Baptist in Offingen, St. Nikolaus in Sauggart, St. Ulrich in Uigendorf, Maria Immaculata in Unlingen und St. Simon und Judas in Uttenweiler rund um den Bussen. Der Zeitpunkt des Stellenantritts steht im Moment noch nicht fest.

Geboren in Fulda und aufgewachsen im Emsland arbeitete Tönnis zunächst in einer Bekleidungsfirma, bevor er das Abitur machte und als Novize bei den Oblatenmissionaren im Bonifatiuskloster Hünfeld eintrat. Nach dem Theologiestudium in Mainz und Lantershofen weihte ihn der aus Burgrieden stammende Bischof Erwin Hecht - ebenfalls ein Oblatenmissionar - 1990 zum Priester. Einem Vikarsjahr in München folgte das dreijährige Pastoralprojekt "Kloster auf Rädern", in dem der Priester mit einer Kirche im Wohnmobil zu den Menschen kam.

1995 wechselte Pater Tönnis ins Dekanat Biberach und wurde Pfarrer in Mittelbiberach und Stafflangen. In dieser Zeit entstand im Geburtshaus der seligen Schwester Ulrika Nisch eine Einrichtung für junge Mütter im Schwangerschaftskonflikt. Von 2005 bis zur Auflösung 2015 wohnte Pater Tönnis im Oblatenkloster in Schemmerhofen, in dem er 2008 die Leitung übernahm. Dort betreute er mit den Mitbrüdern die Seelsorgeeinheit Schemmerhofen und den Wallfahrtsort Aufhofener Käppele.

Tönnis' Engagement ist es zu verdanken, dass aus der Stiftung Piuspflege in Oggelsbeuren die Stiftung "Heimat geben" hervorging, in der nicht nur syrische Geflüchtete Aufnahme und Unterkunft fanden. Viele weitere Hilfsaktionen und Ideen, den christlichen Glauben zeitgemäß und im Dialog mit der Gesellschaft zu leben, gehen auf seine Initiative zurück. Kein Unbekannter ist der rührige Geistliche ebenso in Radio, Fernsehen und in den Sozialen Medien. Sein Dokumentarfilm "Flucht und Heimat" wurde 2014 bei den Biberacher Filmfestspielen vorgestellt.

Dr. Thomas Amann

Dr. Thomas Amann, Privatdozent in Kirchenrecht und zuletzt elf Jahre Pfarrer in der Seelsorgeeinheit Baltmannsweiler-Aichwald im Dekanat Esslingen-Nürtingen, folgt in der Seelsorgeeinheit Scholastika auf den vor gut einem Jahr plötzlich verstorbenen Pfarrer Thomas Augustin. Wann der 63-Jährige seinen Dienst in St. Urban Reinstetten, St. Kosmas und Damian Gutenzell, St. Alban Hürbel und Mariä Opferung Laubach antritt, steht im Moment noch nicht fest.

Geboren in Stuttgart-Bad Cannstatt und aufgewachsen in Waiblingen studierte Amann in Freiburg, Tübingen und Rom katholische Theologie. Bischof Georg Moser weihte ihn 1983 in Ulm-Wiblingen zum Priester und holte ihn nach Vikarsjahren in Rechberghausen und Tettnang 1987 als Sekretär ins Rottenburger Bischofshaus. Diese Aufgabe führte der junge Priester nach Mosers Tod in der Vakanz und im ersten Amtsjahr von Bischof Walter Kasper fort.

1990 begann Amann ein Aufbaustudium in Kirchenrecht am Kanonistischen Institut in München und promovierte 1994 in Theologie zum Thema "Laien als Träger von Leitungsgewalt?". 1996 folgte das Lizenziat des Kanonischen Rechts und nach der Habilitation 2003 die Lehrbefugnis als Privatdozent für das Fach "Kirchenrecht und kirchliche Rechtsgeschichte" in München, wo er bis 2017 lehrte. Von 1995 bis 2010 wirkte der Geistliche als Richter am Diözesangericht, zunächst fünf Jahre in Rottenburg, dann in München.

Auch während seiner wissenschaftlichen Laufbahn blieb Amann immer Seelsorger. Er betreute sechs Jahre die vakante Pfarrei Ottenbach im Dekanat Göppingen-Geislingen, begleitete die Armen Schulschwestern in München als Hausgeistlicher und wirkte in unterschiedlichen Gemeinden der bayerischen Metropole. In dieser Zeit absolvierte er auch eine Ausbildung zum Exerzitienleiter. 2010 kehrte Amann als Pfarrer in seine Heimatdiözese Rottenburg-Stuttgart zurück.