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Pflege braucht Zukunft

Pflege braucht Zukunft

Waren zusammen in Berlin (von links): Syvia Brennner Merz, Susanne Wirth, KAB Diözesanvorsitzende Susanne Lutz, Beate Schwittay (KAB Bundesvorsitzende) dahinter Bernd Kronauer, Leiter der Geschäftsstelle der Bevollmächtigten, Claudia Moll, Bevollmächtigte der Bundesregierung für Pflege, Christa Wolpert, ehrenamtliche Aktionsverantwortliche der KAB. Bild: KAB / Maria Sinz

Pflegekräfte und pflegende Angehörige von der Ostalb haben mit der Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, Claudia Moll, in Berlin gesprochen.

„Pflege geht uns alle an, jede:r ist gefragt. Mit unserer Aktion haben wir zur Tarifbindung in der stationären Langzeitpflege beigetragen, darauf sind wir stolz. Jetzt muss es weiter gehen. Wir stehen vor einem enormen Reformstau in der Pflege“, sagte Christa Wolpert, pflegende Angehörige und ehrenamtlich Verantwortliche der KAB Aktion "Pflege braucht Zukunft". Sylvia Brenner Merz, Leiterin einer stationären Einrichtung, betont: „Wir arbeiten nach dem Prinzip Pflege auf Augenhöhe, wir erwarten, dass die Gestaltungskraft der Profis unterstützt wird. Derzeit wird diese durch die Handhabung von Regelungen eher gehemmt.“ Susanne Wirth, Mitarbeitervertreterin einer ambulanten Einrichtung, ergänzt: „Dazu müssen im ambulanten Bereich bei der Behandlungspflege die Zeiten für einzelne Maßnahmen neu bewertet werden.“ Im Übrigen sei die Reform des Mißstandes „Nimm drei bezahl eine“ überfällig, von mehreren erbrachten Leistungen werde je nur eine, die umfassendste, refinanziert. „Klar, dass diese Systematik am Ende in Druck auf die Mitarbeitenden mündet.“

Susanne Lutz, Vorsitzende der KAB in der Diözese Rottenburg Stuttgart ist Ehrenamtskoordinatorin in einem großen Krankenhaus. Sie sagt: „In Zukunft brauchen wir noch viel mehr Menschen die unterstützende Teilverantwortung übernehmen.“ Die Aalenerin weiter: „Dabei sind zwei Dinge entscheidend: Ehrenamt ist immer zusätzlich und muss qualifiziert begleitet sein.“

Beate Schwittay, Bundesvorsitzende der KAB, begleitet die Aktion "Pflege braucht Zukunft" aufmerksam: „Wir werden dranbleiben. Gerade, was die Frage der Alterssicherung angeht, ist hier ein vernetztes Vorgehen notwendig, sowohl für Pflegebeschäftigte als auch für pflegende Angehörige.“ Maria Sinz, KAB Regionalsekretärin für die Ostalb, kritisiert derweil: „Die Rentenpunkte für pflegende Angehörige werden nach wie vor von den Versicherten finanziert, statt wie im Koalitionsvertrag vereinbart über Steuern.“ Sinz weiter: “Bei unserer Aktion haben wir hunderte von Gesprächen geführt, wir wissen, dass die Menschen sich nach Wertschätzung  und Sicherheit im Alter sehnen.“ Dies könne nicht nur für Menschen mit „dickerem Geldbeutel“ gelten, nach dem Motto jeder schaut nach sich, den Rest regelt der Markt. 

„Deshalb kämpfen wir weiter für eine solidarische Finanzierung der Pflege, zu der alle Einkommen ihren Beitrag leisten. Realpolitisch ist das grade mal wieder schwierig. Viele Gruppierungen arbeiten seit mindestens zwei Jahrzehnten an dieser Idee, die Zeit ist reif, sie umzusetzen.“

Claudia Moll (SPD), Kennerin des Pflegesektors, betont, es komme darauf an, in der Zerreißprobe zwischen grundsätzlichem Reformbedarf und politisch möglichen Handlungsschritten konkret zu werden, um wirksam zu sein. Sie begrüßt die Initiative der KAB: „Miteinander sprechen, sich vernetzen, strategische Allianzen bilden, das bringt uns weiter." Als ein konkretes Beispiel, wie Verbesserungen im Arbeitsalltag erreicht werden können, nennt sie ihr Projekt „Gute Arbeitsbedingungen in der Pflege zur Vereinbarkeit von Pflege, Familie und Beruf“ – kurz GAP. Dabei werden Arbeitgeber stationärer und ambulanter Langzeitpflegeeinrichtungen von professionellen Coaches dabei unterstützt, die Arbeitsbedingungen ihrer Mitarbeitenden zu verändern. „Das Projekt funktioniert super – ich kann alle nur ermutigen daran teilzunehmen!“  Die 55-jährige, gelernte Fachfrau für Gerontopsychiatrie ist seit 2017 mit Direktmandat  im Bundestag und seit 2022 im Amt der Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung. “Schon 2001 habe ich mit vielen Kolleg:innen für eine bessere Situation in der Pflege gekämpft. An dieser Leidenschaft und meinem Einsatz für die Menschen mit Pflegebedarf, deren Angehörige und die professionellen Pflegekräfte hat sich nichts geändert.“

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