Preisverleihung

Religionsverbindender Wettbewerb: Schüler finden gemeinsamen Vater

Die 10. Klasse der Integrierten Gesamtschule Mannheim-Herzogenried (ihr betreuender Lehrer Osman Erbas links im Bild) erhält für ihren Beitrag „Frieden, Salam, Shalom“ den 1. Preis des Wettbewerbs „Abraham hat viele Kinder". Foto: elk-wue.de

Eine Klasse aus Mannheim erhält für ihren Beitrag „Frieden, Salam, Shalom“ den 1. Preis des Wettbewerbs „Abraham hat viele Kinder – Glaube verbindet“.

Der mit 4000 Euro dotierte 1. Preis des Wettbewerbs geht an die 10. Klasse der Integrierten Gesamtschule Mannheim-Herzogenried. Staatssekretär Volker Schebesta MdL übergab die Urkunden am Donnerstag im Haus der Katholischen Kirche in Stuttgart.

Der Wettbewerb thematisiert, dass die drei großen monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam auf einen gemeinsamen Stammvater zurückgehen. Getragen wird der Wettbewerb von den acht den Religionsunterricht an öffentlichen Schulen verantwortenden Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Stuttgart und dem Kultusministerium. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wettbewerbs waren aufgerufen, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, was die Angehörigen der drei abrahamitischen Religionen verbindet und welchen Beitrag sie für ein friedliches und respektvolles Miteinander leisten können. Insgesamt gingen 23 Arbeiten ein, 21.000 EUR an Preisgeldern wurden vergeben.

Erhellende Taxifahrt in Jerusalem

Die acht Schülerinnen und Schüler aus Mannheim-Herzogenried zeigen in ihrem mit dem ersten Preis ausgezeichneten Video, wie eine jüdische, eine christliche und eine muslimische Person ihren Vater in Jerusalem suchen. Während einer gemeinsamen Taxifahrt sprechen sie unter anderem über die Gewalt, die angeblich im Namen der Religionen verübt wird und verstehen schließlich, dass Abraham ihr gemeinsamer Vater ist, den sie suchen.

Staatssekretär Volker Schebesta MdL: „Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist sehr wichtig. Das führten uns die zurückliegenden Monate der Pandemie und des Kriegs in der Ukraine, die den Zusammenhalt belasten, im besonderen Maße vor Augen. Ich bin daher dankbar, dass sich die Kirchen sowie Religionsgemeinschaften gemeinsam für diesen Zusammenhalt einsetzen.“

Klima des Respekts als gemeinsamer Auftrag

Die für Bildung zuständige Hauptabteilungsleiterin Ute Augustyniak-Dürr von der Diözese Rottenburg-Stuttgart sagte bei der Preisverleihung: „Insbesondere in Bezug auf unsere Arbeit an den Schulen – im Religionsunterricht und über diesen hinaus – betrachten wir Religionsgemeinschaften es als gemeinsamen Auftrag, uns für ein Klima des gegenseitigen Respekts, der Wertschätzung und des Zusammenhalts aller am Schulleben Beteiligten einzusetzen – unabhängig von der jeweiligen Weltanschauung und Religionszugehörigkeit.“

Die evangelische Vorsitzende und Sprecherin der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Stuttgart e.V., Bürgermeisterin Isabel Fezer, sagte: „Wenn wir von Mitgliedern unserer Gesellschaft Zusammenhalt und ein respektvolles Miteinander – auch über Religionsgrenzen hinweg – erwarten, dann müssen wir bereits Kinder und Jugendliche dafür sensibilisieren und befähigen. Der Wettbewerb leistet dazu einen wichtigen Beitrag.“

Ein Hoffnungsschimmer

Amin Rochdi, der Geschäftsführer der den islamischen Religionsunterricht tragenden Stiftung Sunnitischer Schulrat, sagte in seiner Laudatio: „Dass die Charaktere in dem prämierten Film in das für Christentum, Judentum und Islam wichtige Jerusalem reisen und dort ihre gemeinsame Wurzel entdecken, ist angesichts der angespannten Situation vor Ort ein Hoffnungsschimmer, der mit diesem Video in die Welt getragen wird.“

Der prämierte Beitrag ist auf Youtube unter https://www.youtube.com/watch?v=mpRPawqMQLk abrufbar.

Hintergrund

An den öffentlichen Schulen Baden-Württemberg ist Religionsunterricht folgender Kirchen und Religionsgemeinschaften eingerichtet: die Römisch-katholische Kirche, die Evangelische Kirche, der Sunnitische Schulrat, die Israelitischen Religionsgemeinschaften Baden und Württemberg, die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien, die Orthodoxe Bischofskonferenz und die Alt-Katholische Kirche. Die Kirchen und Religionsgemeinschaften haben sich 2015 in der „Fellbacher Erklärung“ zum Ziel gesetzt, engagiert für den Zusammenhalt zwischen den Religionen einzutreten. Die Erklärung wurde im Jahr 2022 erneuert und insbesondere um das Ziel, den Antisemitismus zu bekämpfen, erweitert.

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