Diözese

„Räume für eine Kirche der Zukunft“

Die erste von insgesamt neun Regionalkonferenzen fand im Gemeindehaus St. Michael in Tübingen statt. Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Gregor Moser

Cäcilia Riedißer, die gemeinsam mit Felix Kellner die stellvertretende Leitung des Projekts „Räume für eine Kirche der Zukunft“ inne hat, informiert die Anwesenden. Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Angelika Sönnichsen

Diözese Rottenburg-Stuttgart startet Projekt zur nachhaltigen Optimierung des Gebäudebestands.

Das Projekt „Räume für eine Kirche der Zukunft“ in der Diözese Rottenburg-Stuttgart ist am Wochenende mit den beiden ersten von insgesamt neun Regionalkonferenzen in Tübingen und Kißlegg offiziell gestartet. Im November 2023 –noch während der Amtszeit von Bischof Dr. Gebhard Fürst – vom Diözesanrat beschlossen, ist es das Ziel des Projekts, den nichtsakralen Gebäudebestand der Kirchengemeinden für eine zukunftsfähige, nachhaltige und gemeinwohlorientierte Nutzung zu optimieren und entsprechend anzupassen.

Klimaneutralität bis 2040

Auslöser für diesen Prozess sind die sinkende Zahl der Kirchenmitglieder, sowie das erklärte Ziel der katholischen Kirche in Württemberg, bis ins Jahr 2040 die Klimaneutralität in ihrem Zuständigkeitsbereich zu erreichen. Dafür sollen die beheizten Gebäudeflächen der Kirchengemeinden um 30 Prozent reduziert werden. Im Fokus stehen dabei zunächst deren über 3.000 nichtsakralen Gebäude: Gemeinde- und Pfarrhäuser, Kindergärten sowie Wohnhäuser. 

Neue Nutzungskonzepte

Für diesen alle Kirchengemeinden der Diözese herausfordernden Veränderungs- und Anpassungsprozess sollen die Verantwortlichen neben der etablierten Unterstützung zusätzlich vor Ort durch neun diözesane Regionalmanager:innen begleitet und unterstützt werden. Wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die Suche nach neuen Nutzungskonzepten und pastoralen Schwerpunkten für die im Besitz der Gemeinden und Seelsorgeeinheiten verbleibenden Gebäude. „Räume für die Kirche der Zukunft“ sollen vielfältig, kooperativ und barrierefrei nutzbar sowie auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet sein. Gefördert werden innerkirchliche Kooperationen und Netzwerke, ökumenische Zusammenschlüsse und gemeinsam mit anderen gesellschaftlichen Akteuren, wie beispielsweise Kommunen, Schulen und sozialen Trägern zu treffende Vereinbarungen über die Nutzung der Gebäude. Die Konzepte werden dem neuen, derzeit noch nicht bekannten 12. Bischof der württembergischen Diözese nach dessen Amtsantritt zur Entscheidung vorgelegt werden.

"Große Chance für unsere Kirche"

Laut Dr. Clemens Stroppel, Administrator der Diözese Rottenburg-Stuttgart, sind die zur Erreichung der Klimaneutralität notwendigen energetischen Sanierungen des derzeitigen Gebäudebestands nicht bezahlbar. „Und die Kosten für Energie, Gebäudeunterhalt und -verwaltung laufen davon. Gleichzeitig werden die derzeitigen Gebäudevolumina vielfach zu groß oder sind es bereits. Das heißt, die Gebäude sind nicht selten unzureichend genutzt“, stellt der Diözesanadministrator fest und sagt weiter: „Kirchengemeindliche Gebäude sollten für andere Nutzer geöffnet, erweiterten gemeinsamen Nutzungen zur Verfügung gestellt, verkleinert oder aufgegeben werden. Die Öffnung von Gebäuden und deren Nutzungsmöglichkeiten kann eine Öffnung des Gemeinde- und Glaubenslebens über die Kirchengemeinde hinaus fördern und die Kontaktflächen zu den Menschen vergrößern, zu denen wir als Kirche gesandt sind. Deswegen verstehe ich das Projekt auch nicht als ‚Reduzierungsprozess‘, sondern als eine große Chance für unsere Kirche, mit modernen Gebäuden und darauf abgestimmten pastoralen Konzepten noch näher bei den Menschen zu sein, um so bedarfsgerechter auf die Bedürfnisse der Menschen reagieren zu können.“

Regionalmanager:innen zur Seite gestellt

„Das Projekt ‚Räume für eine Kirche der Zukunft‘ bietet den Kirchengemeinden eine riesige Chance, die Zukunft zu gestalten“, ergänzt Projektleiter Dr. Thomas Schwieren. Der Diözesanbaumeister erläutert den Zeitplan der Unternehmung: Bis Ende 2025 sollen während einer „Erarbeitungsphase“ Überlegungen angestellt und Konzepte fertiggestellt werden, die 2026 zur Entscheidung gebracht und dann in einer letzten Etappe in den Jahren zwischen 2027 bis 2035 in die Umsetzung und zum Abschluss gelangen. Dabei sollen bis 2029 rechtsverbindliche Verträge und Genehmigungen vorliegen und bis dahin sind den Verantwortlichen vor Ort auch die neun Regionalmanager:innen auf dem gemeinsamen Weg zur Seite gestellt. „Deren Aufgabe besteht in der Unterstützung bei allen aufkommenden Fragen, im Vermitteln der passenden fachlichen Ansprechpartner:innen in der Diözesanverwaltung, in der Beratung, Vernetzung und im Anbahnen von Kooperationen“, erläutert Schwieren.

Bis Anfang Oktober fänden in allen Regionen der Diözese Rottenburg-Stuttgart Regionalkonferenzen statt, in denen die Kirchengemeinden, aber auch potenzielle Kooperationspartner, über den Ablauf und die Ziele des Projekts „Räume für eine Kirche der Zukunft“ informiert werden. „Wir wollen auf diesen Veranstaltungen die haupt- und ehrenamtlichen Gemeindemitglieder aber nicht nur informieren, sondern mit ihnen auch in einen Dialog kommen über Bedenken, Bedarfe und Ideen. Deswegen werden bei jeder Regionalkonferenz auch Best-Practice-Beispiele für eine erfolgreiche Umnutzung von Gebäuden vorgestellt“, erklärt Projektleiter Dr. Thomas Schwieren. 

Weitere Informationen zu dem Projekt gibt es hier.
 

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