„Kinder können Hoffnung ausstrahlen, selbst in der größten Not“, predigte Bischof Dr. Klaus Krämer am 10. Januar im Rottenburger Dom beim Santo-Niño-Fest der philippinischen Gemeinde. Diese Hoffnung konnte sich Vicky Rupp bewahren – und sorgte dafür, dass das Santo-Niño-Fest in Rottenburg zur Tradition wurde.
Christuskind erschließt den Glauben
Vom persönlichen Leid zur völkerübergreifenden Feier
Die Geschichte beginnt mit einer äußerst schwierigen Schwangerschaft und der Hoffnungslosigkeit der Ärzte. Doch die gebürtige Philippina, Vicky Rupp, gibt sich und ihr Kind nicht auf. Sie betet. Und weil die Santo-Niño-Statue in Cebu auf den Philippinen das Christuskind symbolisiert, bittet sie ganz besonders um seine Hilfe. Außerdem verspricht sie: „Wenn das Kind gesund ist, bringe ich es zu dir.“ Gott erhört ihr Flehen und ihr Kind kommt gesund zur Welt. Sie reist mit ihrem Sohn nach Cebu. Dorst spürt sie aber, dass Gott noch mehr möchte und erkennt, dass sie die Traditionen des Sinulogs – der Festlichkeiten und Tänze zu Ehren des Santo Niño – in ihre neue Heimat Rottenburg bringen soll.
1994 feiert Vicky Rupp das erste Mal mit etwa 70 weiteren Gästen das Fest, das in ihrer Heimat nach Weihnachten begangen wird und das Christuskind in den Mittelpunkt stellt. Denn die Geschichte des Glaubens auf den Philippinen habe gezeigt, dass eine Statue vom Christuskind den Glauben viel besser transportieren könne als das Kreuz und der Tod, so die Nichte von Vicky Rupp, Rhea Handgretinger Ishizaka.
Ein Fest den Kindern zu Ehren
Sie erzählt auch mit strahlenden Augen von dem besonderen Gefühl, dass sie in ihrer Kindheit hatte, wenn die Erwachsenen das Fest zu Ehren des Christuskindes, aber auch zu Ehren aller Kinder gefeiert haben. Sätze wie „Wir machen das für euch, damit es in eurem Glauben verankert bleibt“ und „Ihr seid uns so wichtig, dass wir den ganzen Tag für euch beten und feiern“ sind ihr noch in guter Erinnerung und haben sie in ihrer Kindheit im fremden Deutschland gestärkt.
Aus aller Welt nach Rottenburg
Das Rottenburger Santo-Niño-Fest ist mittlerweile zu einer Institution geworden. Hunderte Gäste kommen aus ganz Deutschland – und manche sogar aus den USA – um hier einen Tag lang das Christuskind und die Kinder im Allgemeinen zu feiern. Auch Vertreter des Konsulates sind zum Fest gekommen. Es begann mit einem Gottesdienst im Dom. Dann folgte eine Prozession der Statue durch die Stad, der Sinulog-Tanz in der Festhalle und die Feierlichkeiten mit traditionellem Essen, Tanz, Spiel, Gesang und Ansprachen. Die Teilnehmenden tragen den ganzen Tag auch eigene Santo-Niño-Figuren mit sich. Diese sind dem Original in Cebu nachempfunden, aber individuell gestaltet.
Rhea Handgretinger Ishizaka stellt abschließend fest: „Wer einmal dabei war, kommt immer wieder.“ Und lädt mit diesen Worten auch gerne neue Gäste aus Deutschland und der Welt zu dem Rottenburger Sinulog ein.
Die philippinische Gemeinde im Podcast:
Die philippinische Gemeinde feiert Weihnachten auf ganz besondere Art. Das kann man in der Podcast-Folge nachhören:











