Preisverleihung

Schülerpreis „Christentum und Kultur“ verliehen

Hinten v.l.: Jette Eberle, Janina Lenz. Vorne v.l.: Johanna Wunsch, Tara Grosser, Julia Fauser. Foto: elk-wue.de

Damit würdigen die vier großen Kirchen Schüler:innen, die sich mit dem Zusammenhang von Religion und Kultur in der Gesellschaft beschäftigt haben.

Die Evangelischen Landeskirchen in Württemberg und Baden, die Erzdiözese Freiburg und die Diözese Rottenburg-Stuttgart zeichnen am 25. Januar die Preisträgerinnen und Preisträger des 20. landesweiten Schülerwettbewerbs „Christentum und Kultur“ aus. Erstmals seit der Pandemie findet die Preisverleihung wieder im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung im Hospitalhof in Stuttgart statt. Der württembergische Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl überreicht die Preise.

1. Preis: Tara Grosser aus Offenburg

Der 1. Preis geht an Tara Grosser vom Schiller-Gymnasium in Offenburg. Sie hat keine wissenschaftliche Arbeit verfasst, sondern eine sprachlich ansprechende und durchdachte Erzählung über die Gottessuche einer jungen Frau mit dem Titel „Himmelsgemälde – Auf der Suche nach Gott und seiner Definition“ geschrieben.

Die Erzählung reflektiert auf hohem Niveau zentrale theologische Themen wie die Frage nach Gott als „Person“, nach der Trinität, die Theodizeefrage, das Allmachtparadoxon, die Vereinbarkeit von Glaube und Wissen, aber auch die ästhetische Wahrnehmung Gottes. Im Mittelpunkt der Rahmenhandlung steht Julie, eine junge Frau, die Sicherheit und Klarheit in Büchern und Sprache findet und bei ihrer Suche nach Gott mit den verschiedensten Menschen spricht – einem jungen Schlaganfallpatienten, einem Pfarrer, einer nicht-gläubigen Frau, einer Biologie-Promovendin, einem Künstler.

2. Preis: Julia Fauser aus Balingen

Der 2. Preis geht an Julia Fauser vom Gymnasium Balingen. Sie hat sich mit der Bedeutung von Musik für den christlichen Glauben beschäftigt. Unter dem Titel „Umbrüche und Neuanfänge in der Kirche. Wie könnte die Kirche von morgen aussehen? Wie begeistert man Jugendliche für Kirche?“ reflektiert sie über den möglichen Einfluss christlicher Popmusik. Dabei geht sie aus von der US-amerikanischen „Christian Contemporary Music“, kurz „CCM“. Anhand konkreter Songtexte, zum Beispiel des u.a. wegen antisemitischer Äußerungen kritisierten Kanye West, analysiert sie die Inkonsistenz der Texte und ihre oft fundamentalistischen und demokratiefeindlichen Inhalte sowie ihre Ausrichtung auf breite Kommerzialisierung und kommt zu dem Ergebnis, dass in diesen Liedern die Botschaft des christlichen Glaubens zu einem bloßen Produkt verkommen ist, das gewinnbringend verkauft werden soll.

Sie fordert daher von den deutschen Kirchen, sich nicht der Christian Contemporary Music anzubiedern, sondern ihrer Botschaft und den damit verbundenen Werten treu zu bleiben. Die Bewahrung der christlichen Botschaft ohne Fundamentalismus, Rassismus und Demokratiefeindlichkeit sei die stärkere, weil authentischere Botschaft der Kirchen.

3. Preis: Johanna Wunsch aus Markgröningen

Der 3. Preis geht an Johanna Wunsch vom Helene-Lange-Gymnasium in Markgröningen für ihre Arbeit mit dem Titel „Musik – Gottes Herzschrittmacher für die Kirche?“. Darin denkt sie über das gewaltige Potenzial musikalischer Verkündigung für die Vermittlung des christlichen Glaubens, den Erhalt der Kirche und die christliche Spiritualität nach. Auf Basis einer äußerst umfangreichen Literaturrecherche und mit großer musikwissenschaftlicher Kompetenz gelingt es ihr, Musik in ihren verschiedenen Formen von geistlicher Musik bis zur Popmusik als ständigen Begleiter des Glaubens nachzuweisen, der Menschen bewegt und für viele der einzige Grund ist, noch an der Kirche zu hängen. Die Musik sei der „heimliche Liebling der Gemeinde“.

Buchpreise gehen an Jette Eberle vom Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Metzingen für ihre Arbeit zum Thema „Von guten Mächten wunderbar geborgen – Was zeigen uns die Erfahrungen Dietrich Bonhoeffers in seiner Haft in Zeiten des Corona-Lockdowns?“, an Janina Lenz vom St. Dominikus-Gymnasium Karlsruhe für ihre Arbeit zum Thema „Erinnern, um zu mahnen: Welchen Beitrag können Schulen im Kampf gegen Antisemitismus in Deutschland leisten?“ sowie an Tabea Stabenow vom Schiller-Gymnasium Heidenheim für ihre Arbeit zum Thema „Ist der Gottesdienst noch zu retten? Eine kritische Analyse – Umbrüche und Neuanfänge in der Kirche – Wie könnte die Kirche von morgen aussehen?“

Beim diesjährigen Wettbewerb haben 48 Schülerinnen und Schüler ihre Arbeiten eingereicht. Dies waren aufgrund der zu Beginn des Wettbewerbs noch geltenden Corona-Bedingungen etwas weniger Bewerbungen als in den Jahren zuvor.

Zum Hintergrund

Den Wettbewerb „Christentum und Kultur“ haben die Evangelischen Landeskirchen in Württemberg und Baden, die Erzdiözese Freiburg und die Diözese Rottenburg-Stuttgart erstmals im Schuljahr 2003/2004 ausgeschrieben. Er soll Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe an allgemeinbildenden und beruflichen Gymnasien in Baden-Württemberg dazu anregen, sich mit dem Zusammenhang von Religion und Kultur in der Gesellschaft zu beschäftigen. Darüber hinaus soll der Wettbewerb das Interesse an religiösen und interreligiösen Fragestellungen wecken und die ökumenische Zusammenarbeit stärken. Kultusministerin Theresa Schopper, der katholische Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart) sowie die evangelische Landesbischöfin Prof. Dr. Heike Springhart (Karlsruhe) haben die Schirmherrschaft für den Wettbewerb inne. Die siebenköpfige Jury besteht aus Vertreterinnen und Vertretern des kulturellen Lebens, aus Wissenschaft und Forschung, des Kultusministeriums sowie der Schulabteilungen der Regierungspräsidien und der Kirchen. Für die Organisation ist jeweils ein Vertreter der evangelischen Landeskirchen und der Bistümer aus dem Bereich Religionspädagogik verantwortlich. Der erste Preis ist mit 500 Euro, der zweite Preis mit 300 Euro und der dritte Preis mit 200 Euro dotiert.

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