Der heilige Georg ist in der Dorftradition von Marlach sehr präsent. Ihm ist nicht nur die Kirche geweiht, sondern alle zwei Jahre versammeln sich auch Reiterinnen und Reiter aus der Umgebung zum Georgsritt.
Der heilige Georg, der für seinen Glauben gestorben ist, stehe für Mut und Tapferkeit, sagte Dr. Guido Bömer, leitender Pfarrer der Seelsorgeeinheit Schöntal. Im Schatten der Bäume vor der Kirche stellte er den rund 30 Reiterinnen und Reitern sowie den weiteren Prozessionsteilnehmerinnen und -teilnehmern, die sich am Sonntagnachmittag in der Ortsmitte einfanden, die Geschichte des Heiligen kurz vor. Georg gilt als Patron „von ganz vielem“. Er ist der Patron von England, der Pfadfinder, der Reiter, der Pferde und des Viehs, wie Bömer unter anderem aufzählte.
Dann starteten die Reiterinnen und Reiter. Sie nahmen den Weg durch die Marlacher Au, während die Fußprozession begleitet von der Blaskapelle entlang der Marlacher Krautgärten zog. Am Georgsbildstock in der Flur trafen sich beide Gruppen. Von dort ging es weiter zur Altdorfer Kapelle.
Zwei Kutschen fahren im Tross mit
Der Mensch habe das Tier anvertraut bekommen, erklärte Bömer mit Bezug auf die Schöpfungsgeschichte. „Kein Lebewesen ist überflüssig“, sagte er. Dann segnete er die Tiere und die Menschen.
Die Reiterinnen und Reiter nutzten anschließend den Feldweg den Hang hinauf, während der Rest der Prozession auf der Hauptstraße von der Kapelle direkt nach Marlach lief. In diesem Tross folgte Emil brav und gar nicht stur. Beharrlich zog der Esel die Kutsche von Gerlinde Schad aus Gerabronn mit ihrer Lenkerin Louisa Thurn. Das Gespann war zum ersten Mal beim Marlacher Georgsritt dabei. Zu den langjährigen Teilnehmern dagegen gehört Theo Hofmann aus Westernhausen. Früher war er selbst mitgeritten. Heute lenkte er eine Ponykutsche. Pfarrer Bömer und Pfarrer Dr. Angelo Chidi Unegbu durften ein Stück mitfahren.
In der Ortsmitte, am Ausgangspunkt des Georgsritts, waren wieder alle zum Abschlusssegen von Pfarrer Bömer und Diakon Volker Schmieg versammelt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer steuerten danach die Turnhalle an, wo Kaffee und Kuchen auf sie warteten.









