Weihnachten 2021

Selfies machen, Brötle backen, Briefe schreiben

Ordensschwester Nicola Maria steht im Haus der Katholischen Kirche in Stuttgart vor Engelsflügeln. Im Hintergrund sieht man durch ein Fenster die Königstraße. Rechts neben ihr steht eine Tafel mit ermutigenden Engelssprüchen, die sie Passanten mitgibt.

Ordensschwester Nicola Maria bietet im Haus der Katholischen Kirche in Stuttgart eine ermutigende Engel-Aktion an. Bild: Stadtdekanat Stuttgart

Für Ordensschwester Nicola Maria aus Stuttgart ist der Advent eine besonders intensive Zeit. Auch im zweiten Coronajahr fehlt es ihr an nichts.

Während viele die Weihnachtsmärkte vermissen, fehlt es der Ordensschwester Nicola Maria im zweiten Corona-Winter an nichts. Sie backt wie jedes Jahr ihre Weihnachtsbrötle und verfasst rund 50 handschriftliche Briefe. Bereits zum zweiten Mal bietet sie im Haus der Katholischen Kirche (Königstraße 7) eine ermutigende Engel-Aktion an.

„Können Sie mich bitte kurz fotografieren?“ Eine junge Frau kommt auf die Ordensschwester zu und möchte ein Bild von sich mit den leuchtenden Engelsflügeln, die an einer großen Scheibe im Haus der Katholischen Kirche angebracht sind. Schwester Nicola Maria macht das gern und beobachtet: „Wenn man vor den Flügeln steht, löst sich alle Anspannung in den Gesichtern der Passanten. Menschen in der Pandemiezeit ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern, ist auch meine Aufgabe als City-Pastoral.“

 

Menschen in der Pandemiezeit ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern,
ist auch meine Aufgabe als City-Pastoral.
Sr. Nicola Maria

 

Anschließend gibt sie der Frau eine Karte mit auf den Weg. Darauf stehen kurze ermutigende Sätze wie „Fürchte dich nicht“, „Steh auf“ und „Du bist gesegnet“. Die Königstraße ist auch dieses Jahr deutlich leerer als in der Vor-Corona-Zeit. „Dadurch, dass weniger los ist, nimmt man mehr wahr“, ist sich die Ordensschwester sicher.

Eine eigene Botschaft in die Welt hinaussenden

Neben den leuchtenden Flügeln steht ein Gitter, an dem kleine Papierflügel hängen. „Bleib gesund und mutig“, „Lass dich nicht unterkriegen“, „Nimm dir auch mal eine Pause“ – die Botschaften darauf stammen von Passanten.

Seit dem 1. Advent können sie hier ihre Wünsche und Gedanken aufschreiben. „Die Menschen möchten eine Spur hinterlassen. Zum Teil sind die Botschaften sehr berührend“, erzählt Schwester Nicola Maria.

Größeres Kontaktbedürfnis während der Adventszeit

Die Adventszeit ist für Schwester Nicola Maria eine emotionale Zeit. „Gott macht sich durch Jesus Geburt verletzlich. In der Pandemie wird uns unsere eigene Verletzlichkeit und Verwundbarkeit noch stärker bewusst.“

Sie bemerkt, dass gerade in den dunklen Tagen das Bedürfnis nach Kontakt viel größer ist. So telefoniert sie vermehrt mit vereinsamten älteren Menschen der Gemeinde und steht in engem Kontakt zu Obdachlosen.

Rituale der Ordensschwester in der Adventszeit

In der Adventszeit pflegt sie einige Rituale. Die Weihnachtsbrötle hat sie bereits gebacken, nun schreibt sie die ersten von 50 Briefen. Handschriftlich – darauf legt sie großen Wert. „Miteinander“ hat sie dieses Jahr als Motto gewählt. „Wir können miteinander an der Krippe stehen. Und man kann sich miteinander verbunden fühlen, auch wenn man wieder alleine feiert.“

Einen Adventskalender habe sie auch, darin aber sei keine Schokolade. „Hinter jedem Türchen ist ein einziges Wort. Ich habe jeden Tag ein Wort zum Kauen“, erzählt die Ordensschwester und schmunzelt dabei.

Zufrieden das Fest des Friedens feiern

Offen zu sein für neue Impulse prägt ihre Adventszeit. „Weihnachten ist das Fest des Friedens und ich muss auch den Frieden in mir finden.“ So sei es ihr wichtig, dass Menschen aus dem Jammertal kommen und den Blick aufs Wesentliche richten. Die Engel-Aktion im Haus der Katholischen Kirche soll dazu beitragen.

Bis Heiligabend stehen die Flügel und die Botschaften bereit, dann baut Schwester Nicola Maria eine Weihnachtskrippe mit menschengroßen Holzfiguren auf. Diese ist bis 6. Januar 2022 (Heilige Drei Könige) im Haus der Katholischen Kirche zu sehen.

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