Orden

„Sie sind ein Segen für uns“

Drei indische Schwestern bereichern das Leben in Rehnenhof: (von links) Sr. Dayana, Sr. Sutharia und Sr. Vincy. Foto: Schwenk

Sie sind „Dienerinnen“ für Menschen in Not: Seit Mai 2023 wirken drei indische Schwestern in Wetzgau-Rehnenhof und im Stauferklinikum Mutlangen.

„Sie sind die Besten!“ Die Tür des Pfarrbüros im Rübezahlweg 16 in Rehnenhof, einem Stadtteil von Schwäbisch Gmünd, geht auf. Eine Frau mittleren Alters kommt herein und strahlt. „Diese drei Schwestern sind ein Segen für uns“, spricht sie weiter. Schwester Sutharia, Schwester Vincy und Schwester Dayana lächeln. Sie fühlen sich wohl hier in der Kirchengemeinde im Norden Gmünds, obwohl ihre Heimat knapp 7000 Kilometer weit entfernt, in Indien, liegt.

„Schwäbisch ist schwer“, da sind sich die drei Schwestern einig. Doch das hindert sie nicht daran, mit den Menschen vor Ort im Gespräch zu sein, mit ihnen Gottesdienst zu feiern, zu lachen, ihnen zuzuhören und für sie zu arbeiten. „Wir leben hier gerne“, lässt Sr. Sutharia, die Konventsleiterin, wissen. Wie ihre Mitschwester Vincy lebt sie bereits seit 20 Jahren in Deutschland. Im Mai 2023 führte sie ihr Weg in die Seelsorgeeinheit Limeshöhe, genauer in die Gemeinde St. Maria Wetzgau-Rehnenhof. Dort, im Pfarr- und Gemeindehaus, wohnen die drei Schwestern mit ihren freundlich-orangen Gewändern.

Hilfe zur Selbsthilfe statt Almosen

Sie gehören zum Orden der „Dina Sevana Sabbah“ – der „Dienerinnen der Armen“. Die Ordensgemeinschaft wurde am 1. Juni 1969 durch Petra Mönnigmann OSU (Ordo Sanctae Ursulae), in der indischen Stadt Pattuvam, Kerala, mit acht jungen Mädchen als religiöse Gemeinschaft gegründet. Ziel der Gemeinschaft ist es, keine Almosen zu verteilen, sondern den Armen zu helfen, ihrem Elend zu entkommen und Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Die Ordensgemeinschaft hat etwa 640 Mitglieder und unterhält insgesamt 94 Stationen in Indien, Deutschland, Italien und den USA.

Die Freude darüber, in ein ganz anderes Land zu kommen und dort zu arbeiten, hat Sutharia, Vincy und Dayana nach Deutschland gebracht. „Zuerst wollte ich nicht so richtig“, erinnert sich Sr. Sutharia. Mit Deutschland hatte sie damals nichts verbunden. „Außer ein paar Fotos von Urlaubern kannte ich nichts in Deutschland“, erinnert sich die Ordensfrau. Doch: Sie folgte wie Schwester Vincy dem Ruf der Oberin und reiste gen Nordwesten, um hier eine „Dienerin“ für Menschen in Not zu sein.

Eine „Familie" des Gebets und des Dienstes an Kranken

In Schwäbisch Gmünd arbeiten alle drei Schwestern im Stauferklinikum Mutlangen. Sr. Sutharia ist in der Unfallchirurgie tätig, Sr. Vincy in der Viszeralchirurgie. Sr. Dayana macht momentan eine Ausbildung in der Pflegeschule des Krankenhauses.

Als kleine „Familie“ vor Ort sind sie in Rehnenhof angekommen. Sie beginnen den Tag gemeinsam im Gebet und beenden diesen auch so. Dafür wurde im Rübezahlweg 16 eigens eine kleine Hauskapelle eingerichtet. Sutharia, Vincy und Dayana gehen zur Arbeit, sie beten, lachen, feiern gemeinsam. Sie sind da für die Menschen vor Ort, machen auch Hausbesuche. Wenn sie mal nicht kommen können, weil irgendetwas dringendes dazwischengekommen ist, sagen die Leute schon: „Wo sind sie denn gewesen, ich habe auf sie gewartet!“

Die drei indischen Schwestern gehören bereits nach so kurzer Zeit zum Leben in Rehnenhof dazu. Sie fühlen sich wohl hier in ihrer kleinen Gemeinschaft und sind angenommen. Deshalb sind sie für viele „die Besten und ein Segen für uns“.

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