Kirchenmusik

Sir Karl Jenkins erhält Preis der Europäischen Kirchenmusik

Im Anschluss an die deutsche Erstaufführung des Oratoriums „One World“ von Sir Karl Jenkins im Rahmen des 36. Festivals Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd überreichte Oberbürgermeister Richard Arnold (links) dem Komponisten den Preis der Europäischen Kirchenmusik 2024. Foto: Hartmut Hientzsch

Die Stadt Schwäbisch Gmünd ehrt Karl Jenkins für sein kompositorisches Schaffen, das Genregrenzen überschreitet und Menschen weltweit erreicht.

„Sir Karl Jenkins zählt zu den am meisten aufgeführten Komponisten unserer Zeit. Sein kompositorisches Schaffen, das Genregrenzen überschreitet, erreicht die Menschen weltweit und ist besonders auch bei Chören sehr beliebt. Seine 'A Mass for Peace' wurde schon über 3000-mal aufgeführt und viele weitere geistliche Werke aus seiner Feder, wie beispielweise sein 'Stabat Mater' oder sein 'Gloria', gehören mittlerweile zum festen Repertoire von vielen Chören auf der ganzen Welt", heißt es in der Laudatio von Nicol Matt, einem engen Weggefährten, die in Vertretung von Ralph Häcker, dem Amtsleiter des Kulturbüros von Schwäbisch Gmünd, bei der Preisverleihung verlesen wurde. Jenkins sehe „Musik als universelle Sprache, die international verständlich ist, Grenzen überschreitet durch seine leicht zu merkenden Melodien, die Menschen tief in ihrem Herzen berühren".

Jenkins' Verhältnis zum Glauben und den verschiedenen Weltreligionen sei „genauso universell wie seine Musik. Er versteht sich als Friedensstifter, der die Menschen durch seine Musik zusammenbringt und vereint", so Matt in der Laudatio weiter. Das Werk „The Peacemakers“ spiegele diese Ansicht und seinen unerschütterlichen Glauben an das Gute im Menschen wider. Jenkins’ Musik verbindet Elemente unterschiedlicher Stile und Kulturen. In seinen Kompositionen setzt er sich mit aktuellen Themen und gesellschaftspolitischen Fragen auseinander und tritt mit der universalen Sprache der Musik für Frieden und Völkerverständigung ein.

Sir Karl Jenkins

Sir Karl Jenkins, Jahrgang 1944, stammt aus Wales und studierte an der University of Wales in Cardiff sowie an der Royal Academy of Music in London. Zu Beginn seiner Karriere wirkte er in der britischen Jazzszene erfolgreich als Oboist, Saxofonist, Keyboarder, Komponist und Arrangeur in den Bands Nucleus und Soft Machine. Jenkins war weiterhin in der Medienbranche tätig, produzierte Musik für Film und Werbung. Mit dem ursprünglich für Delta Airlines konzipierten „Adiemus“ (1995) gelang ihm der Durchbruch als Komponist. Die Musik von „Adiemus“ verbindet klassische Elemente mit Einflüssen anderer Kulturen; mit einer erfundenen Sprache und eingängigen Rhythmen verzeichnete das Stück Erfolge in den Charts von Pop und Klassik. Mit „The Armed Man. A Mass for Peace“, 1999 vom Royal Armouries Museum in Auftrag gegeben, knüpfte er an diesen Erfolg an. Es folgten „Requiem“ (2005), „Stabat Mater“ (2008), „Te Deum“ (2008), „The Peacemakers“ (2012) und „Miserere“ (2019). Jenkins komponierte Musik unter anderem für Sir Bryn Terfel, Dame Kiri Te Kanawa, Dame Evelyn Glennie, Rolando Villazon, Milos Karadaglic und das London Symphony Orchestra. Als Dirigent seiner eigenen Werke trat er in den bedeutenden Konzerthäusern der Welt auf, etwa der Royal Albert Hall in London, der Carnegie Hall in New York, in Johannesburg, Mumbai, Hong Kong, Beijing und Tokio. In einzelnen Veranstaltungen vereinte er tausende Mitwirkende unterschiedlicher Nationen vor Ort und virtuell.

Der Ehrung vorausgegangen war die deutsche Erstaufführung des Oratoriums „One World“ von Sir Karl Jenkins. Unter der Leitung des Komponisten interpretierten der Chor KONEKTO und die Württembergische Philharmonie Reutlingen Jenkins’ neues großes Werk, das im November 2023 mit hunderten Mitwirkenden vor Ort und einem virtuellen Chor aus über 40 Ländern in Linz uraufgeführt wurde. Das Konzert im Heilig-Kreuz-Münster fand im Rahmen des 36. Festivals Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd statt, das noch bis 4. August läuft.

Preis der Europäischen Kirchenmusik

Der Preis der Europäischen Kirchenmusik ist mit 5000 Euro dotiert. Seit 1999 zeichnet er hochrangige Interpreten und Komponisten für besondere Leistungen im Bereich der geistlichen Musik aus. Zu den bisherigen Preisträgern gehören die Komponisten Petr Eben, Sofia Gubaidulina, Klaus Huber, Arvo Pärt, Younghi Pagh-Paan, Krzysztof Penderecki, Wolfgang Rihm, John Rutter, Dieter Schnebel, Sir John Tavener, Peteris Vasks und Hans Zender. Zu den Geehrten gehören ferner die Dirigenten Frieder Bernius, Marcus Creed, Eric Ericson, Hans-Christoph Rademann, Joshua Rifkin und Helmuth Rilling, die Organisten Daniel Roth und Ludger Lohmann, der Sänger Peter Schreier, der Musikwissenschaftler, Dirigent und Komponist Clytus Gottwald, der Gregorianik-Experte Godehard Joppich und der Thomanerchor Leipzig.

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