Kirchenjahr

Sternsingen gegen Kinderarbeit

Sternsingergruppen ziehen in die Kirche Christus König.

Sternsingergruppen ziehen in die Kirche Christus König. Foto: DRS/Guzy

Bischof Dr. Klaus Krämer stellt sich zum Erinnerungsfoto in die Schar der Sternsingerinnen und Sternsinger.

Bischof Dr. Klaus Krämer stellt sich zum Erinnerungsfoto in die Schar der Sternsingerinnen und Sternsinger. Foto: DRS/Guzy

Bischof Dr. Klaus Krämer sendet in Oeffingen Kinder und Jugendliche für die diesjährige Aktion Dreikönigssingen aus.

Eine Jurte vor der Kirche und Feuerschalen, über denen Stockbrote bräunen, sind eine ungewöhnliche Kulisse für den Start der Sternsingeraktion. Doch in Oeffingen passt sie ins Bild: In der Kirchengemeinde organisieren die Pfadfinderinnen und Pfadfinder der PSG- und DPSG-Stammesgemeinschaft die Sternsingeraktion. Von ihrem Engagement konnte sich Bischof Dr. Klaus Krämer am Sonntag einen Eindruck verschaffen.

Etwa 70 als Könige gekleidete Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene versammelten sich am Vormittag am Gemeindezentrum. Zusammen mit dem Bischof und Pfarrer Dr. Amedeus Macha zogen sie in die Christus-König-Kirche, um einen Aussendungsgottesdienst zu feiern.

Anspiel stellt Motto vor

In kurzen Szenen stellten Pfadfinderinnen das Thema der diesjährigen Aktion Dreikönigssingen vor: „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“. Sie schlüpften in die Rolle von Kindern, die wegen der Armutssituation ihrer Familien arbeiten müssen. So erzählte eines der Kinder im Anspiel, dass seine Hände vom Aluminium schon ganz glänzen, und ein anderes berichtete, dass es mit zehn Jahren aufgehört habe, zur Schule zu gehen.

„Etwa 138 Millionen Kinder müssen arbeiten“, sagte Bischof Krämer mit Bezug auf eine weltweite Schätzung in seiner Predigt. Diese Kinder verpassten nicht nur ihre Kindheit, sondern könnten nicht zur Schule gehen. „Sie haben dadurch keine Chance auf eine bessere Zukunft“, erklärte der Bischof und sprach von einem Teufelskreis der Armut.

Gäste aus der Politik

Durch die Sternsingeraktion komme „etwas Licht ins Leben dieser Kinder“. Krämer betonte: „Wir müssen uns mit der Not in der Welt nicht abfinden, wir können etwas dagegen tun.“ Der Bischof würdigte das segensreiche Engagement der Kinder und Jugendlichen, die als Sternsinger unterwegs sind und die „die Geschichte von Weihnachten in die Häuser der Menschen“ brächten.

Krämer segnete die Sternsingerinnen und Sternsinger aus Oeffingen. Neben ihnen feierten einige weitere Kinder und Jugendliche aus dem Ludwigsburger und Stuttgarter Raum den Gottesdienst mit, den ein Bläserchor gestaltete. Außerdem waren Gäste aus der Politik in die wegen ihrer Größe auch als Remstal-Dom bezeichnete Christus-König-Kirche gekommen: Diakon Martin Wunram begrüßte die Landtagsabgeordnete Julia Goll, den Landtagsabgeordneten Siegfried Lorek und den Stellvertreter des Landrats im Rems-Murr-Kreis, Peter Zaar.

Workshops und Kirchturmführung

Nach dem Gottesdienst gab es Punsch und Glühwein vor der Kirche sowie Mittagessen im Gemeindezentrum. Hier haben auch die Pfadfinderinnen und Pfadfinder ihre Räume. Nahezu jeden Tag in der Woche sind Gruppen anzutreffen. Die Pfadfinderinnen und Pfadfinder machen einen wichtigen Teil des Gemeindelebens aus.

Leo Schneider führte den Bischof durch die Räume, während darin Workshops stattfanden. Die Kinder und Jugendlichen bemalten Jute-Taschen mit dem Sternsinger-Motto. Außerdem standen Spiele, Kirchturmführungen und Stockbrotbacken auf dem Programm. Schneider, selbst Pfadfinder und Mitglied im Kirchengemeinderat, hatte die Idee, sich als Kirchengemeinde für die Aussendungsfeier mit dem Bischof zu bewerben – auch wegen des großen Engagements der Pfadfinderschaft, wie er erklärte. Denn dass diese die Sternsinger-Aktion in einer Gemeinde trägt, ist schon etwas Oeffingen-Spezifisches.

Dadurch kenne aber jeder jeden, wie Luca Lawitschka erklärte. Denn die Kinder und Jugendlichen, die als Sternsinger unterwegs sind, und die jungen Erwachsenen, die sie begleiten, kommen alle aus der Pfadfinderfamilie. So wird es auch wieder am 6. Januar sein, wenn sie in Oeffingen von Haus zu Haus ziehen werden.

Aussendung in der Region Bodensee-Oberschwaben

Bereits am Dienstag (30. Dezember) beschäftigten sich in Ravensburg Sternsinger:innen der Region Bodensee-Oberschwaben mit dem Jahresmotto oder setzten sich kreativ mit Sternsingerthemen auseinander. Am Nachmittag folgte die große Königsschar den Sternen vom Institut für Soziale Berufe in die Altstadt bis zur Jodokskirche. Dort sandte Weihbischof Matthäus Karrer im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes die Kinder und Jugendlichen aus, den Segen Gottes in die Häuser und Einrichtungen ihrer Herkunftsorte zu bringen. Der regionale Abschlussgottesdienst beginnt am 6. Januar um 16 Uhr in der Stiftskirche in Bad Buchau.

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