Geschichte

Stilles KAB-Jubiläum

Fahne KAB Sontheim

Ein Zeugnis aus der Anfangszeit der KAB Sontheim ist die 1898 geweihte und 1983 restaurierte Fahne des Katholischen Arbeitervereins Sontheim. Foto: Michael Rupp

Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung in Heilbronn hat mittlerweile eine 125-jährige Geschichte.

Die Einladungen waren schon vorbereitet. Doch dann verzichtete die Sontheimer KAB-Gruppe (Katholische Arbeitnehmer-Bewegung) coronabedingt auf die Feier ihres Jubiläums und der Geschichte der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung in Heilbronn. Damit die nunmehr 125-jährige Tradition nicht ganz in Vergessenheit gerät, hat Reinhard Keinert die Historie aber in einem Beitrag nachgezeichnet.

Die Ursprünge führen zurück in die Zeit der Industrialisierung von Heilbronn. „Das kleine Dorf Sontheim erfuhr durch die Industrieansiedlung eine noch dramatischere Veränderung des Ortsbildes und der Bevölkerungsstruktur“, erklärt Keinert in seinem Textbeitrag. Der heute 74-Jährige hat sich schon vor Jahrzehnten in Archiven tief in die KAB-Geschichte eingearbeitet.

Geselligkeit, Kultur, Bildung

Das Fundament der heutigen KAB bildeten katholische Arbeitervereine. Im Jahr 1896 wurde ein solcher in Sontheim gegründet – ausgehend vom Engagement eines Pfarrers. Die Vereine boten einen Rahmen für Geselligkeit, Kultur und Bildungsarbeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie als Werkvolk-Bewegung wieder aufgegriffen, um später dann als Katholische Arbeitnehmer-Bewegung zu firmieren.

Die Bildungsarbeit spiele heute nicht mehr die Rolle wie einst, sagt Michael Rupp. Der Vorsitzende der Sontheimer Gruppe verweist auf das Internet, das diese Veränderung mit sich gebracht habe. In den vergangenen beiden Jahren hat Corona die Aktivitäten der Sontheimer KAB-Gruppe eingeschränkt. Sonst organisiert sie zum Beispiel Andachten in der Fastenzeit.

Verbindung über die Familiengeschichte

Rupp gehört der Gruppe seit 25 Jahren an. Aber eigentlich kann der 50-Jährige auf eine längere KAB-Geschichte zurückblicken. Denn die Eltern seien schon lange Mitglied. „Als Kind wuchs ich mit der KAB auf“, sagt Rupp. Sein Vater ist Kassier der Gruppe.

Solche Zugehörigkeiten zu einer Ortsgruppe werden heutzutage seltener. Es nehmen Einzelmitgliedschaften zu, die an der Bezirksebene aufgehängt sind. Mitglieder bekommen Beratung im Arbeits- und Sozialrecht. Das ist das Fachgebiet von Joachim Kühner. Der hauptamtliche Sozialsekretär, der seinen Sitz in Heilbronn hat, vertritt Mitglieder auch vor dem Arbeits- oder Sozialgericht.

Daneben bietet die KAB in Heilbronn dank ehrenamtlicher Unterstützung für alle eine Rentenberatung und eine Kurberatung für Mütter und Väter. Bei gesellschaftspolitischen Aktionen beispielsweise zum Sonntagsschutz oder der Pflege, die über den Bezirk organisiert werden, sind Vertreter aus den verschiedenen Ortsgruppen auch immer wieder dabei.

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