Neue Umgebungen kennenlernen, schöne Weinberge sehen: Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, erlebt die Landschaft ganz anders als wer schnell mit dem Auto daran vorbeidüst. Das stellt Alwin Hummel bereits in den ersten Tagen seiner großen Radtour fest. Der ehemalige Gemeindereferent aus Balingen hat sich vorgenommen, von Szombathely in Ungarn auf dem Martinusweg bis nachhause zu radeln. Das sind rund 1000 Kilometer. Damit legt Alwin Hummel einen guten Teil des gesamten Martinuswegs zurück, der sich von Szombathely bis Tours in Frankreich über insgesamt mehr als 2500 Kilometer erstreckt. „Ich habe schon viele längere Touren gemacht, zum Beispiel auf dem Franziskusweg oder dem Jakobsweg“, sagt er. Inzwischen ist er mit dem E-Bike unterwegs und nicht mehr zu Fuß - das tut dem Pilgern aber keinen Abbruch. Natürlich ist dabei immer der Weg das Ziel. Alwin Hummel möchte auf seinen Touren viele bedeutende Pilgerorte und Wallfahrtskirchen sehen.
Tausend Kilometer auf dem Martinusweg
Auf den Spuren des Heiligen Martin

Da ist der Martinusweg eine bestens geeignete Strecke. „In Eisenstadt begegnet einem der Heilige Martin an allen Ecken“, berichtet er. Besonders beeindruckend fand er das Stift Klosterneuburg, die Martinskirche und den Dom in Linz und den Stephansdom in Wien. „Wien ist sowieso immer ein Höhepunkt“, sagt Hummel. Für Radfahrer habe sich im letzten Jahrzehnt dort auch viel getan – eigentlich durch alle Großstädte sei er mit dem Fahrrad super durchgekommen.
Dass Alwin Hummels Tour ausgerechnet in der Geburtsstadt des Heiligen Martin gestartet ist, ist ein kleiner Zufall: Seine Frau hat in Szombathely Familie, sie machen dort oft Urlaub zusammen. So auch in diesem Sommer. Alwin Hummel hat sich einfach gedacht: „Da könnte ich doch mal mit dem Fahrrad heimfahren!“ Also packt er das E-Bike aufs Auto und nach dem Urlaub fahren er und seine Frau getrennt zurück. Sie braucht mit dem Auto etwa zehn Stunden nach Balingen, er 15 Tage.
Pilger:innen halten zusammen

Auf seinen vielen Radtouren, egal ob auf Pilgerwegen oder anderswo, hat Alwin Hummel bisher sehr positive Erfahrungen gemacht. Wenn er zum Schlafen Campingplätze aufsucht, finden sich dort oft Gleichgesinnte; man kommt ins Gespräch und muss den Abend nicht allein verbringen. Auch wenn er Probleme hatte, ist er auf hilfsbereite Leute getroffen, egal in welchem Land. „Eigentlich passiert auf jeder Tour immer irgendwas“, sagt Hummel. Diesmal sei ihm der Gepäckträger gebrochen, er habe ihn provisorisch repariert und konnte bis zur nächsten Werkstatt fahren. „Wenn man dort auf solch große Hilfsbereitschaft trifft, sind das sehr schöne Erfahrungen“, sagt er.




