Caritas

Türen öffnen, Grenzen überwinden

Die in rot gekleidete Caritaspräsidentin streht mit Luftballonen vor der geöffneten roten Tür in weißem Rahmen mitten auf dem Platz.

Eva Welskop-Deffaa, die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, mit der geöffneten roten Tür auf dem Buchhornplatz in Friedrichshafen - Foto: Matthias Fahrner

Caritaspräsidentin Eva Welskop-Deffaa machte auf ihrer Herbstreise auch in verschiedenen Orten am Bodensee und in Oberschwaben Station.

Vier Tage war Eva Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, mit der roten Kampagnentür unterwegs am Bodensee und in Oberschwaben. Die Tour griff das Motto der diesjährigen Caritas-Jahreskampagne auf: „Da kann ja jeder kommen. Caritas öffnet Türen.“ Und tatsächlich: Nicht nur die symbolische rote Tür, die von Ort zu Ort mitreiste, stand im Mittelpunkt – auch in den besuchten Einrichtungen, Gemeinden und Diensten öffneten sich Türen im ganz praktischen Sinn. Zum Auftakt stand die rote Tür nach dem Sonntagsgottesdienst in Langenargen auf dem Kirchplatz und öffnete den Blick über den See auf die Alpen.

Berge, die Bayern, Österreich und die Schweiz miteinander teilen – ein Sinnbild für offene Grenzen. Tourismusseelsorger Matthias Fahrner betonte, wie sehr die Region von dieser Freizügigkeit lebt. Gleichzeitig erinnerten Mitarbeiterinnen der Caritas-Sozialstation daran, wie schmerzlich die Corona-Pandemie gezeigt hat, wie verletzlich Mobilität ist. Plötzlich konnten Pflegekräfte, die jenseits der Grenze lebten, nicht mehr zur Arbeit kommen. Ein „Erfahrungsschock“, der noch nachwirkt. Für Welskop-Deffaa Anlass, die Tür bewusst auch als Symbol für die Frage zu nutzen, ob Grenzen verbinden oder trennen.

Tragfähige Partnerschaften

In Weingarten und Aulendorf zeigte sich, wie tragfähig subsidiäre Zusammenarbeit sein kann. Im Integrationszentrum Weingarten werden Menschen mit Migrationshintergrund beim Ankommen unterstützt, in Aulendorf trägt die „Solidarische Gemeinde“, die mit Caritas-Impulsen entstand, eine Fülle neuer Initiativen: Digitalsprechstunden, Nachbarschaftshilfen, Unterstützungsangebote für Familien mit Demenzkranken. Alles getragen von Freiwilligkeit, Eigeninitiative und dem Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt.

Diözesan-Caritasdirektor Oliver Merkelbach machte dabei deutlich, dass Caritas in den Kommunen offene Türen bei Partnern finde, selbst Türen in den Nachbarschaften öffne und Orte gestalte, in denen Zusammenleben gelinge. Gerade in Krisenzeiten könne sie so gemeinsam mit anderen zum Problemlösungsmotor werden. Denn der Sozialstaat sei dort stark, wo er in Partnerschaften gedacht wird – in enger Kooperation von Kommunen, Vereinen, Kirche und Caritas.

Große Strukturen - individuelle Hilfen

In Meckenbeuren führte die Reise zur Stiftung Liebenau, einem der großen Träger der Caritasfamilie. Mit Angeboten in sieben europäischen Ländern versteht sie sich als Impulsgeberin und Netzwerk-Initiatorin. Vorstand Dr. Markus Nachbaur machte deutlich, wie wichtig das Gleichgewicht von Solidarität und Subsidiarität ist. Auch die Erinnerung an die NS-Zeit, in der Menschen mit geistiger oder psychischer Behinderung verfolgt wurden, gehört hier zum Selbstverständnis. Das Bewusstsein für diese Verwundbarkeit prägt die Arbeit bis heute – etwa in der Kinderpsychiatrie, wo die Wartezeiten seit Corona dramatisch gestiegen sind.

Die Herbstreise führte auch in die Erzdiözese Freiburg nach Markdorf und Konstanz. Sie machte sichtbar, wie vielfältig Caritas Türen öffnet – für Begegnungen, für Solidarität, für nachhaltiges Handeln. „Grenzen sollen Menschen nicht trennen, sondern Wege öffnen“, brachte es Caritaspräsidentin Welskop-Deffaa zum Abschluss auf den Punkt. „Caritas verbindet über Ländergrenzen, über Generationen und Kulturen hinweg – und zeigt, dass Miteinander immer möglich ist.“

 

Weitere Nachrichten

Politik
Politik auf 13 Quadratmetern macht Station beim Begegnungsraum in Stuttgart-Mitte.
Mitten in Stuttgart erprobt die Diözese ein neues Dialogformat, das für Solidarität und Teilhabe steht, und trifft damit auf großes Interesse.
Weiterlesen
Weltkirche
ein Junge repariert mit einem Mann ein elektrisches Gerät
Léon Yanda berichtet im Rahmen der Misereor-Fastenaktion davon, wie arbeitslosen Jugendlichen in Douala, Kamerun, zu einer Ausbildung verholfen wird.
Weiterlesen