Kultur

Ungewöhnliche Sarglandschaft

Foto: © Hiroko Tananashi

„SepulTour“ in Sankt Maria: Eine Performance über Abschied und Tod der Stuttgarter Company „Post Theater“.

Wie will ich bestattet werden? Wie den Abschied von geliebten Menschen feiern? Das Post Theater betrachtet Abschieds- und Bestattungsrituale aus aller Welt und fragt, was mit den Toten passiert. Die Performance „SepulTour“ spielt für 12 Personen und dauert eine knappe Stunde. Innerhalb der Sarglandschaft steht, sitzt und liegt das Publikum. Am 18. März ist Premiere in St. Maria. „Es ist eine christliche Tradition, sich zur Vorbereitung auf Ostern auch mit dem eigenen Sterben zu beschäftigen. SepulTour führt sehr behutsam, mit verstecktem Witz und der nötigen Leichtigkeit an das Thema heran“, so Sebastian Schmid, Kurator von „St. Maria als“.

Bestattungsrituale sind sehr vielfältig: Die einen tanzen mit dem Sarg, die anderen sortieren Knochen in die Urnen, manche leben mit Mumien im Wohnzimmer. Wie wollen wir uns verabschieden? Was soll mit unserem Körper geschehen? Und was tun, wenn in einer Familie verschiedene Religionen und Weltanschauungen aufeinanderprallen? Das Post Theater präsentiert in „SepulTour“ (sepultura = lateinisch für Bestattung) das Poetische und Musikalische, das auf der „letzten Reise“ zum Tragen kommt.

Unterschiedliche Blickwinkel auf Bestattungskultur

Das Publikum erfährt dabei sehr unterschiedliche Blickwinkel auf die Bestattungskultur. Zeugen und Fachleute erscheinen als Schauspieler, Videos oder Stimmen. Sie kommen von unterschiedlichen Orten wie dem antiken Griechenland und dem heutigen Mexiko. Es geht um das Sterben und darüber, was mit Körpern nach dem Tod geschieht. Deshalb sollten die Zuschauerinnen und Zuschauer mindestens 16 Jahre alt sein.

Eine Performance von Post Theater

Post Theater wurde 1999 in New York gegründet und hat bereits über 60 Projekte in 50 Städten in 20 Ländern präsentiert. Seit 2010 arbeitet die Company von Stuttgart aus. Die künstlerische Leitung besteht aus der Medienkünstlerin Hiroko Tanahashi, ursprünglich aus Japan, und dem Dramaturgen Max Schumacher, ursprünglich aus Köln. Die Vorfahren von Hiroko Tanahashi wurden alle krematiert und nach buddhistischem Ritual bestattet, die von Max Schumacher allesamt katholisch mit Erdbestattung begraben. „Natürlich ist man zuerst überrascht, wenn eine aus Japan stammende Medienkünstlerin und ein Dramaturg mit der Idee kommen, Särge in der Kirche aufzustellen. Aber die behutsame Sachlichkeit und die Natürlichkeit, mit der die beiden an das Thema herangehen, haben uns schnell überzeugt“, erzählt Sebastian Schmid.

Premiere am 18. März 2022

Die Premierenvorstellung beginnt am 18. März um 18 Uhr.
Weitere Vorstellungen: 18. März um 19 und 20 Uhr, 19. März um 15 und 16 Uhr sowie 20. März um 17, 18, 19 und 20 Uhr
Ort: St. Maria, Tübinger Str. 36, 70178 Stuttgart
Karten gibt es nur im Vorverkauf über www.posttheater.com

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