Bei Campingfreunden weckt ein Zelt Erinnerungen an den vergangenen Sommerurlaub, Geflüchteten oder von Erdbeben Betroffenen bieten Zelte wenigstens ein provisorisches Dach über dem Kopf. Daran erinnerte Gemeindereferentin Christine Mauch bei der Begrüßung des Schutzmantelzeltes am Sonntag in der Ravensburger Jodokskirche. Die Lörracher Künstlerin Astrid Eichin, die aus diesem Anlass nach Oberschwaben gekommen war, hatte schon den Martinusmantel geschaffen, der sich 2016 auf den Weg machte durch verschiedene Diözesen an der neuen Mittelroute des Martinuswegs. Das aktuelle Projekt - ein überdimensionaler Schutzmantel als Außenhaut eines begehbaren Zeltes - entstand während der Coronapandemie.
Eichin lud damals über Zeitungen und Internetkanäle unterschiedliche Menschen ein, Hände zu sticken und ihr zu schicken. Der Postbote habe jede Menge Pakete gebracht, erzählt sie. Am Ende nähte sie Stoffstücke von über 140 Personen aus 19 Ländern auf den Mantel in T-Form mit weit ausgebreiteten Ärmeln. „Ich kenne die meisten der Sticker und Stickerinnen nicht, aber ich weiß von allen die Namen - und ihre Geschichten“, fügt die Künstlerin hinzu. Die etwas unbeholfen wirkenden grünen Hände einer Polin landeten ganz oben. „Weil sie so mutig war“, begründet Eichin. Die Frau hatte noch nie gestickt, wollte aber unbedingt beim Projekt mitmachen. Darunter platzierte sie den Beitrag einer Frau aus Mazedonien, deren linke Hand keine Finger hat. Sie hatte gefragt, ob sie „auch so“ teilnehmen darf.











