Fastenzeit

Verwundung und Verheißung

Fastentuch im Deutschordensmünster

Ein symbolisches Arrangement hängt im Deutschordensmünster. Foto: DRS/Guzy

Fastentuch im Deutschordensmünster

Stoffbänder und Dornenkrone bilden eine Wechselwirkung. Foto: DRS/Guzy

Im Deutschordensmünster begleitet eine eigens entworfene Installation durch die diesjährige Fastenzeit.

Stoffbänder in verschiedenen Rottönen hängen im Chorraum des Deutschordensmünsters herab, wie in Fäden rinnendes Blut. Davor ein stachelbewehrter Kranz aus Zweigen: eine Dornenkrone. Dieses Arrangement in der Heilbronner Kirche begleitet die Gläubigen durch die nun beginnende Fastenzeit.

Der Vorhang aus Stoffstreifen soll Wunden und Verwundbarkeit symbolisieren. Denn Wunden gebe es zurzeit viele, sagt Hermine Baur-Ihle von der Stadtkirche Heilbronn. Sie nennt die aktuellen Kriege als Beispiel. Baur-Ihle hat zusammen mit Kerstin Gugel, die die grafische Vorlage entwarf, Bahnen verschiedener Stoffarten mehrere Stunden lang für dieses ganz eigene Fastentuch zugeschnitten.

Die Dornenkrone habe ihr Mann mit Hilfe von Draht gebunden, erklärt Baur-Ihle. Dabei nutzte er Zweige aus dem eigenen Garten und Dornen des Weißdorns. Das Geflecht hat laut Baur-Ihle einen Durchmesser von ungefähr 1,60 Meter.

Blick auf die Osterzeit

Diese Gestaltung des Altarraums ist eine gemeinsame Idee der Stadtkirche Heilbronn und der Deutschordenspfarrei Sankt Peter und Paul. Sie stellt nicht nur das Leid dar, sondern verweist zugleich auch auf die Verheißung der kommenden Osterzeit. „Die Fastenzeit ist eine Chance, heil zu werden“, sagt Baur-Ihle: „Ich bin nicht allein mit meinen Wunden, sondern begleitet von Jesus.“

„Die blutroten Fäden des unsäglichen Leids und der unzähligen Verletzten werden gehalten von der Dornenkrone Jesu. In Jesu unschuldigem Leiden wird offenbar, wie groß die Liebe ist und wie weit sie geht“, deutet Pfarrer Roland Rossnagel die Installation.

Der Leitgedanke „Wunden heilen“ zieht sich daher durch die diesjährige Fastenzeit. Er ist nicht nur Inspiration für die kreative Gestaltung des Chorraums, sondern auch Thema des Online-Formats „40 Tage – 40 Worte – 4 Minuten“ der Stadtkirche Heilbronn.

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