Ein Blick durchs Schaufenster. Das „Patchwork“ für Erwachsene in der Ravensburger Herrenstraße kann es von der Einrichtung und der Präsentation der Kleidung her locker mit den zahlreichen Klamottenläden in der Stadt aufnehmen. Einziger Unterschied: Wenn die Ware nicht gerade von einem Fehlkauf stammt, hat sie schon jemand getragen. Drinnen hält Tabea Riester-Holzmann bereits einige Stücke in der Hand und begutachtet gerade eine schwarz-weiß gemusterte Jacke. „Ich kaufe alles Second Hand außer Unterwäsche“, verrät die 61-Jährige. Als ihre Kinder klein waren, musste die Alleinerziehende aufs Geld schauen. So stieß sie auf das kirchliche Angebot. Heute kauft sie aus Überzeugung hier ein. „Bei der weltweiten Überproduktion finde ich das eine sehr nachhaltige Sache“, sagt sie.
Gerda Spisla gehört seit 20 Jahren zur Patchwork-Stammkundschaft. Sie schaut regelmäßig mittwochs vorbei und verbindet den Besuch mit dem Mittagstischangebot „Einfach Essen“ im Haus der katholischen Kirche auf der anderen Straßenseite. Heute sieht sie sich mit zwei Bekannten um. „Die Leute sind so freundlich und bedienen, ohne aufdringlich zu sein“, freut sich die 84-Jährige über die ehrenamtlichen Verkäuferinnen. Sie sucht sich gerne neue Sachen aus, andere, die sie nicht mehr tragen möchte und die noch gut sind, bringt sie auch wieder vorbei. So hat sie eine abwechslungsreiche Garderobe. Und sie ist regelmäßig unter Menschen.






