Der Wind trägt Staub über die Straßen von Addis Abeba, eine Stadt im rasanten Wandel: Neben kleinen Häusern aus Wellblech stehen moderne Wolkenkratzer und Wohngebäude, die auch in jeder westlichen Großstadt stehen könnten und die nachts farbenfroh erleuchtet sind. Restaurants und Cafés laden zum Verweilen ein. Nur einen Straßenzug weiter sind die Straßen unbefestigt und unbeleuchtet. Ziegen stehen an der Kreuzung und warten auf ihren Verkauf. Die Stadt wächst – genaue Einwohnerzahlen gibt es nicht: Zwischen vier und neun Millionen Menschen sollen es sein. Und genau hier, mitten in der Hauptstadt, umgeben von Neubauten, liegt ein Grundstück, das für die katholische Kirche in Äthiopien eine besondere Bedeutung bekommen hat.
Denn dieses Stück Land steht am Ende einer Geschichte, die nicht in Addis beginnt, sondern in der Diözese Rottenburg-Stuttgart – und zwar 1973.
Eine Idee aus 1973 – und ein Versprechen, das trägt
Damals startete die „Aktion PRIM“ – Priester helfen einander in der Mission. Seitdem unterstützen Priester der Diözese ihre Mitbrüder in Äthiopien und weiteren Partnerländern durch freiwilligen Gehaltsverzicht oder regelmäßige Spenden. Jahr für Jahr. Verlässlich. Und es schafft Nähe: einen regelmäßigen Austausch, Begegnungen, Briefe, den Kontakt zu den Bischöfen vor Ort. Immer wieder wird dabei auch eine wichtige Ebene sichtbar: die geistliche Verbundenheit.









