Gottesdienst

Wangener Sommerkirche kommt an

Blick vom Podium mit Pavillon und gelbem Tuch an der Stange auf die Wiese, wo sich die Mitfeiernden auf Bierbänken niederlassen.

Das ehemalige Landesgartenschaugelände lädt zum Sonntagsgottesdienst - Foto: Elisabeth Dieing

Beliebte kirchliche Formate der letztjährigen Landesgartenschau in der Allgäustadt leben in ökumenischer Verbundenheit wieder auf.

Jeden Sonntagvormittag ein ökumenischer Gottesdienst auf der Landesgartenschau im letzten Jahr - meist auf der Hauptbühne? Manche sahen das im Vorfeld skeptisch. Kommt da überhaupt jemand? Oder gehen alle dahin und die Kirchen in der Stadt bleiben beim Gottesdienst leer? Die unglaubliche Resonanz ohne nennenswerte „Verluste“ bei den regulären Angeboten sei nur die eine Seite, berichten Mitglieder des Vorbereitungsteams. Das Zusammenwachsen der katholischen Seelsorgeeinheit, der evangelischen Kirchengemeinde, der evangelisch-methodistische Kirche und der freikirchlichen „Arche“-Gemeinde im gemeinsamen Feiern empfinden alle heute noch als große Bereicherung. Die Freude am Miteinander sprang auf die Gottesdienstbesucher:innen über.

2024 war ein Ausnahmejahr für Wangen. Die Kirchen versuchen - wie auch andere Veranstalter - nun in der „Sommerkirche“ etwas von der Gartenschaustimmung in die „Normalzeit“ zu retten oder sie wieder aufleben zu lassen. „An vier Sonntagen in den Monaten Juni und Juli stehen die Freiluft-Gottesdienste auf der Argenwiese, dem ehemaligen Gartenschau-Gelände, im Zeichen der ‚Farben des Lebens‘“, erläutert Pastoralreferent Robert Schilk. Wangener und Gäste aus der Umgebung nehmen das Angebot gerne an. Nachdem Grün und Blau schon Thema waren, beschäftigte er sich in der vergangenen Woche zusammen mit seiner Frau, Gemeindereferentin Elisabeth Dieing, mit der Farbe Gelb.

Die Herrlichkeit Gottes sehen und spüren

Während Gelb auch für Neid stehen kann, ist es andererseits die Farbe der Sonne. „Für die Jünger war es ein besonderes Highlight, dass sie für einen Augenblick auf dem Berg Tabor Gottes Herrlichkeit schauen durften“, griff Schilk den Bibeltext aus dem Matthäusevangelium auf. Bei der sogenannten Verklärung heißt es, dass das Gesicht Jesu dabei strahlte wie die Sonne. Die beiden Mitglieder des katholischen Pastoralteams gaben Hinweise, wo auch heute die Herrlichkeit Gottes zu sehen und zu spüren ist. Die Jungschar der evangelischen Gemeinde erschloss das Thema jungen Menschen spielerisch in der Kinderkirche.

Unterstützt durch ein „Chörle“ um Kantor Georg Enderwitz stimmten die Mitfeiernden des Sonntagsgottesdienstes bei herrlichem Sommerwetter in die Lieder ein, bevor sich alle am Ende der Feier mit Bändeln ums Handgelenk gegenseitig den Segen Gottes wünschten und das mitgebrachte Essen teilten. Auch weitere Anschlussformate an die Gartenschau fanden und finden laut Veranstaltern regen Zuspruch. So etwa die Wasserstelle mit Mittagsgebet am Mittwoch und Samstag bei der Kirche St. Martin für Menschen, die in der Stadt unterwegs sind, oder die „Abendklänge“ und die „Wertvoll-Reihe“ unter freiem Himmel. Die Wangener Sommerkirche schließt am 27. Juli mit dem traditionellen ökumenischen Gottesdienst zum Kinder- und Heimatfest der Stadt.

Die Wangener Sommerkirche Ende Juli

Noch ausstehende Veranstaltungen

Freitag, 18. Juli, 18.30 Uhr 
Abendklänge
mit den „Sisters of Lord“ auf dem Gottesacker bei der Rochuskapelle

Samstag, 19. Juli, 11-13 Uhr
Wasserstelle und Mittagsgebet (12.30 Uhr)
bei der Kirche St. Martin

Sonntag, 20. Juli, 10 Uhr
Ökumenischer Gottesdienst zur Farbe Rot & Picknick
mit einem Team der evangelisch-methodistischen Kirche bei der Argenwiese (bei Regen im ehemaligen Landfrauenpavillon)

Dienstag, 22. Juli, 19.30 Uhr
Erlesene Orte & wertvoll
Stefan Jooß liest an den Steinstufen im Stadtgarten bei der Hochwasserente aus „Atlas eines ängstlichen Mannes“ von Christoph Ransmayr und Marlene Jooß liest aus „Calpurnias(r)evolutionäre Entdeckungen“ von Jacqueline Kelly

Mittwoch, 23. Juli, 11-13 Uhr
Wasserstelle und Mittagsgebet (12.30 Uhr)
bei der Kirche St. Martin

Samstag, 26. Juli, 11-13 Uhr
Wasserstelle und Mittagsgebet (12.30 Uhr)
bei der Kirche St. Martin

Sonntag, 27. Juli, 10 Uhr
Ökumenischer Gottesdienst zum Kinder- und Heimatfest
mit einem Team der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen im Festzelt am Aumühleweg

Dienstag, 29. Juli, 19.30 Uhr
Erlesene Orte & wertvoll
Andrea Warthemann liest an den Steinstufen im Stadtgarten bei der Hochwasserente aus „Das dritte Licht“ von Claire Keegan, Karin Berhalter aus „Tamangur“ von Leta Semadeni