Spiritualität

Weitblick gesucht?

Im Bussenheim neben der Wallfahrtskirche bietet die Einsiedelei einen Ort der Stille - Foto: DRS/Waggershauser

Die Einsiedelei auf dem Bussen bei Riedlingen bietet am 20. April eine Ein-Tages-Auszeit zum Schnuppern an.

Sich ohne Ablenkung nur mit sich selbst zu beschäftigen, das ist für viele sehr herausfordernd. Schwester Marietta Jenicek, die sich in den Sozialen Medien auch Bussen-Sister nennt, weiß das. "Aber in der Stille kann die Erfahrung der Gottesbegegnung passieren", fügt sie hinzu Die Sießener Franziskanerin kümmert sich seit 2019 zusammen mit Schwester Maritta Rapp schwerpunktmäßig um Pilgerangebote auf dem 767 Meter hohen heiligen Berg Oberschwabens. Im Bussenheim neben der Wallfahrtskirche richteten die beiden mit Unterstützung eine Einsiedelei für Einzelgäste, Paare oder Kleinstgruppen ein.

Gott liebt dich. Wer die Treppe von den Begegnungsräumen ins Dachgeschoss steigt, den begrüßt dieser Satz in 23 Sprachen an der Schiebetür. Dahinter erwarten die Ruhesuchenden bis zu vier schlicht, aber geschmackvoll eingerichtete Einzelzimmer mit Waschbecken, eine kleine Küche sowie zwei Sanitärräume. Eine kleine Bücherauswahl im Flur lädt zum Schmökern ein und durch die Fenster schweifen die Blicke in die Weite - manchmal bis zu den Alpen. Das Herzstück ist der Meditationsraum. Von einem gemalten Streifen in warmem Rot hebt sich das Franziskuskreuz ab. Die in Holz gefasste Monstranz darunter und eine brennende Kerze sammeln die Gedanken.

Einsiedelei hat Tradition auf dem Bussen

Bis Wallfahrten Ende des 18. Jahrhunderts verboten wurden, lebte auf dem Bussen tatsächlich ein Einsiedler. In den 1990er Jahren begründeten die ersten Schwestern aus Sießen im Bussenheim ein Geistliches Zentrum. Die heutigen Bussen-Sisters sind an die Seelsorgeeinheit angebunden und wohnen in Dietelhofen. Kaum waren die Räume der neuen Einsiedelei auf dem Berg fertig, machte Corona einen Strich durch die Pläne. Nun laden die Schwestern an mehreren Samstagen nach Anmeldung und Vorgespräch zum Schnuppern ein. Es gehe darum Stille auszuhalten, sich mit sich selbst zu beschäftigen "und zu schauen: Kann ich das? Will ich das?", sagt Schwester Marietta.

Und das, obwohl es draußen manchmal laut wird. "Es hat tagsüber immer Leute hier oben", stellt die Ordensfrau fest. Sie und ihre Mitschwester stehen den Gästen bei Bedarf gerne zum Gespräch zur Verfügung, beten mit ihnen gemeinsam und gehen davon aus, dass diese auch bei kleinen Arbeiten im Garten oder im Haushalt mithelfen. "Da bekommt man den Kopf frei und hat das Gefühl etwas gemacht zu haben", erklärt die 64-Jährige. Nicht geeignet sei das Haus jedoch in akuten Lebenskrisen und wenn jemand psychologische Begleitung bräuchte, betont Schwester Marietta, die ausgebildete Pastoralreferentin ist.

Die Kostbarkeit des Lebens und spektakuläre Sonnenuntergänge

"Es ist schön, wenn Menschen hinfinden zu dem, was das Leben kostbar macht", freut sich auch Schwester Maritta auf weitere Interessierte. Die Länge des Aufenthalts werde miteinander vereinbart und finanziell sollen die Besucher:innen das geben, was es ihnen wert sei, ergänzt Schwester Marietta. Beide zeigen den Brief einer Frau aus Stuttgart, die schon den Schritt in das Alleinsein mit sich selbst auf dem Berg gewagt hatte und innerlich aufgebaut nach Hause fuhr. "Abends war da eine wunderbare Stille, wenn die letzten Pilger gegangen waren", schreibt sie. "Dazu waren die Sonnenauf- und vor allem -untergänge spektakulär. Ich komme sehr gerne wieder."

Schnuppertage in der Einsiedelei auf dem Bussen

Am Samstag, 20. April, ist ein eintägiger Schupperaufenthalt in der Einsiedelei möglich.

Folgender Tagesablauf ist geplant:

8.00 Uhr Morgenlob
Anschließend Frühstück, Einführung, Absprachen
10.00 Uhr Eucharistiefeier in der Wallfahrtskirche
11-17 Uhr Schweigen mit einfachem Mittagessen
17.00 Uhr Gebetszeit in der Wallfahrtskirche
18.00 Uhr Ende

Eine rechtzeitige Anmeldung unter marietta.jenicek(at)drs.de ist für die Teilnahme Voraussetzung.

Das Angebot gibt es auch an den Samstagen 15. Juni und 3. August sowie nach Vereinbarung.

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