Mit der Haltung „wenn du sprichst“ verbinde ich ein offenes Ohr und keinen Monolog. Wenn ich etwas ausspreche, versuche ich zu sagen, was ich gehört habe. Ich kann dann dazulegen, wie das auf mich wirkt. Wenn ich mag, äußere ich auch noch einen Wunsch. Wahrnehmung – Wirkung – Wunsch: Dieser Dreischritt bewahrt mich davor zu urteilen, ehe ich etwas verstanden habe. Häufig ist mein Sprechen deshalb zuallererst ein Nachfragen: Was meinst Du damit? Und was noch? Das schafft Klarheit.
Gerade in der Seelsorge und in der Beratung ist Hören und Nachfragen das Wichtigste. Das heißt nicht, dass ich mit dieser Haltung keine Position haben darf. Ich höre, spreche, handle ja immer auch aus mir heraus. Dazu gehört mein Standpunkt.
Auch Rederegeln gehören für mich dazu. Ich versuche darauf zu achten: Aufs Ausreden lassen, auf direkte und non-verbale Kommunikation. Hinten-herum mag ich nicht. Am leichtesten geht für mich das Sprechen und Hören, wenn ich vertrauen kann. Dann tappe ich nicht in die Falle der Rechtfertigung und ich kann bei mir – und so auch ganz beim Anderen sein.
Benjamin Sigg, Pastoralreferent
Profilstelle Spiritualität-Pilgern-Tourismus im Dekanat Allgäu-Oberschwaben




