Schulen

Wenn Hoffnung Schule macht

Der Stand Nr. 7C050 der vier großen Kirchen steht in Halle 7. Foto: DRS / Annika Werner

Die Bildungsmesse didacta findet vom 11.-15.02.2025 in Stuttgart statt. Die vier großen Kirchen Baden-Württembergs sind mit einem Stand vertreten.

Bereits am ersten Tag der „didacta“ tummeln sich viele Menschen in den großen Hallen des Stuttgarter Messegeländes, Maskottchen laufen umher. Verlage und Einrichtungen geben umfassende Einblicke in das Bildungswesen. Weiter hinten in Halle sieben weisen große Banner in warmen Farben auf den gemeinsamen Stand der evangelischen Landeskirchen und katholischen (Erz-)Diözesen in Baden-Württemberg hin. Zu lesen ist das Motto der Kirchen: “Wenn Hoffnung Schule macht – Religiöse Bildung in Kita und Schule“.

Besonders prominent am Stand ist der voll besetzte Cafébereich. Religionslehrer Markus Schilling hat sich hier mit einer Kollegin niedergelassen. Er sei auf der Suche nach neuen Lehrwerken hier gelandet: „Ich bin hier tatsächlich fündig geworden“, freut er sich – das Material werde er in die Fachschaft einbringen. „Wir arbeiten zum Teil mit alten Schinken, aber wir müssen die Kinder ja abholen. Das wird täglich herausfordernder.“

Schwerpunkt der didacta liegt auf Demokratie

Auch eine Gruppe Erzieherinnen habe sich heute Morgen schon beraten lassen, erinnert sich Alexander Kübler, der für den didacta-Auftritt der Diözese Rottenburg-Stuttgart verantwortlich ist. Der Leiter der Religionspädagogischen Koordinierungsstelle der Diözese weiß, dass der Stand der Kirchen von den Besucherinnen und Besuchern, aber auch von den Messebetreibenden selbst sehr geschätzt wird. Der Grund: Die Kirchen bieten ein spannendes Programm mit vier Veranstaltungen täglich, in denen die Schwerpunkte der Messe aufgegriffen werden.

Dieses Jahr liegt der Fokus besonders auf Demokratiebildung. Fachvorträge, Workshops und Talkformate auf dem Kirchenstand zeigen, dass religiöse Bildung Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Krisenzeiten Halt geben und dazu beitragen kann, gemeinsam Hoffnung zu leben und die Demokratie zu stärken. Kübler sieht im Religionsunterricht eine präventive Funktion: „Der Religionsunterricht kann viel tun, um mit interreligiösem Dialog Vorurteile abzubauen.“

Viele hochkarätige Referentinnen und Referenten, zum Beispiel die Podcasterin Florence Brokowski-Shekete, der Antisemitismusbeauftragte des Landes Baden-Württemberg Dr. Michael Blume sowie der Journalist und Webvideoproduzent Mirko Drotschmann (MrWissen2go) werden während der Woche am Stand der Kirchen zu Gast sein.

Zudem beteiligen sich die Kirchen am Donnerstag am Forum Bildungsperspektiven. Um 14 Uhr sprechen die Kultusministerin des Landes Baden-Württemberg Theresa Schopper, Landesbischöfin der Evangelischen Landeskirche in Baden Prof. Dr. Heike Springhart und Prof. Dr. Thomas Schlag von der Universität Zürich mit Moderator Daniel Schneider über das Thema „Menschenrechte – jetzt erst recht!“

Anhand Chatbots über KI diskutieren

Kleine Holzscheiben, die mit Robotern und QR-Codes versehen sind, zeigen ein weiteres wichtiges Thema der didacta: Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Dr. Simone Dinse de Salas hat sie für die Messe vorbereitet und zeigt, wie sich die Besucherinnen und Besucher hoffnungsvolle Botschaften generieren lassen können, indem sie den Code scannen. 

Je nach Chatbot stammen die zum Beispiel von Influencerinnen und Influencern, berühmten historischen Persönlichkeiten, aber auch von Jesus. „Influencer sind bei Jugendlichen sehr beliebt – das kommt gut an“, sagt die Fachreferentin für Digitalisierung der Religionspädagogischen Koordinierungsstelle, die die Chatbots vor Kurzem mit einer Oberstufenklasse ausprobiert hat. „Bei Jesus stellt sich die Frage: Ist das schon Blasphemie? Und würde sich die reale, verstorbene Person genau so ausdrücken?“, erklärt sie. Außerdem können die Antworten fehlerhaft zitiert und vorurteilsbehaftet sein, fährt Dinse de Salas fort. „Anhand der Chatbots lassen sich viele digitalethische Fragen aufwerfen und mit Kindern und Jugendlichen diskutieren.“

Religion ist unerlässlicher Teil der Allgemeinbildung

Am Stand der Kirchen auf der didacta kommen auch frühe Bildung, Ganztagsunterricht und Nachhaltigkeit nicht zu kurz. Dazu gehören auch die Giveaways: Während der letzten Bildungsmessen wurden jeweils rund 8000 Päckchen mit Blumensamen verschenkt.

Für Kübler sind Religion und Philosophie ein unerlässlicher Teil der Allgemeinbildung. „Sie befassen sich mit Grundfragen des Menschseins“, so Kübler. „Man kann Bildung nicht nur naturwissenschaftlich sehen. Dass wir auf der weltweit größten Bildungsmesse vertreten sind, zeigt, was religiöse Bildung im öffentlichen Diskurs leistet und wie notwendig sie für eine moderne Gesellschaft ist.“

Weitere Nachrichten

Glaube
Alpha & Omega mit Andreas Reiner und Alexander Capasso und Moderator Ralf Schöffmann
Die Doku „Ich war ein Zeuge“ zeigt Aussteiger der Zeugen Jehovas. Bei Alpha & Omega sprechen Fotograf Andreas Reiner und Ex-Zeuge Alexander Capasso.
Weiterlesen
Jugend
Generalversammlung des CIM in Rom am 10. März 2026
Der Internationale Ministrantenbund mit Präsident Dr. Klaus Krämer nimmt Einladung zur XIV. Internationalen Ministrantenwallfahrt im Jahr 2028 an.
Weiterlesen