Die Akteure auf der Welt-Bühne in Halle 7 strahlen an diesem verregneten Sonntag auf der FairHandeln Hoffnung aus. Während der Abschlussandacht singt und tanzt der kongolesiche Bondeko-Chor in ihren bunten, folkloristischen Kleidern unter dem Recyclingkreuz aus Accra. Die Musiker:innen verbreiten Lebensfreude. Stillsitzen ist bei diesen lebensbejahenden, christlichen Liedern auch in den Besucherreihen keine Option. Das Gleichnis vom Senfkorn, das Diakonin Sylvia Dieter von der Evangelischen Kirche in Württemberg liest, symbolisiert ebenfalls Wachstum, Hoffnung und die verborgene Kraft des Glaubens. Ein kleines Senfkorn, das zu einer mächtigen Pflanze heranwächst und Schutz bietet. Aber…
Inmitten von Müll wächst eine Hoffnung
Auch in Accra, auf der Recyclinghalde von Agbogbloshie, haben die Menschen Hoffnung. Auch in dieser Hölle, in der die Lebenserwartung der Menschen bei nur 40 Jahren liegt, wächst inmitten von Müll eine Hoffnung, die die Welt verändern kann. Diözesanreferent Ioan Brstiak von missio, Regionalstelle Südwest, und Tobias Döpker, Mediendirektor der Diözese, führen auf der Bühne ein Gespräch über die menschenunwürdige Situation der Menschen auf der riesigen Elektroschrotthalde in Ghana, auf der europäischer Schrott illegal landet. Und über unsere Verantwortung dafür.
Illegaler Müll aus Deutschland
Döpker war erst vor wenigen Tagen gemeinsam mit dem Hilfswerk missio-Aachen vor Ort, um sich ein Bild zu machen. Er berichtet: „Agbogbloshie ist ein eigener Kosmos. Die etwa 15.000 Menschen dort leben und arbeiten im Müll. Dazwischen laufen Kühe und Hühner umher. Die Produkte, die dort angebaut und gegessen werden gehören zu den am höchsten belastenden der Welt. Die Menschen in Accra nennen diesen Ort ´Sodom und Gomorra`.“ Auf der Bühne der FairHandel Messe macht Döpker in Wort und erschütternden Bildern sichtbar, was in der Welt passiert, wenn Handel nicht fair ist und die Spuren unseres ausufernden Konsums die Lebensgrundlage der Menschen an anderen Orten der Welt zerstört. Denn, so Tobias Döpker über die Müllhalde in Ghana: „Das ist nicht der Müll der Menschen, die dort leben. Auch nicht Müll aus China oder Japan. Das ist Müll aus Deutschland. Das erkennt man an den Tastaturen der Rechner mit den Buchstaben Ü, Ä und Ö und an den deutschsprachigen Verpackungen von bekannten deutschen Handelsunternehmen und Produzenten.“










