Besuchsdienst

„Wir schenken Zeit"

Damit sie die Liebe Christi zu den Menschen tragen, hat Pfarrer Gianfranco Loi Frauen und Männer für den Besuchsdienst in der Seelsorgeeinheit Marchtal ausgesandt: (von rechts) Susanne Eller, Andrea Maier, Roswitha Lindermeir, Schwester Rosemarie Klötzl und Bernhard Mittl. Foto: DRS/Jerabek

Jemand, der Zeit hat, einen Spaziergang mitmacht, Einsamkeit vertreibt - mit diesem Angebot startet der Besuchsdienst der Seelsorgeeinheit Marchtal.

„Wir wollen Menschen unterstützen, die aufgrund von Krankheit, Beeinträchtigungen oder 'Gebrechen' kaum mehr unter die Leute kommen", sagt Bernhard Mittl, Mitglied im Besuchsdienst-Team: „Wir wollen Zeit mitbringen, sie ab und zu begleiten, einen Spaziergang mit ihnen machen, mit ihnen etwas unternehmen, sie in ihrer Eigenständigkeit unterstützen, mit ihnen Lieder singen, Musik hören oder ihnen vorlesen, schwere Stunden mit ihnen aushalten, die Einsamkeit vertreiben und eine 'Brücke nach draußen' sein." Im Sonntagsgottesdienst im Münster St. Petrus und Paulus in Obermarchtal stellte Mittl kürzlich das neue Angebot für die Seelsorgeeinheit Marchtal vor. Anschließend wurden er und vier weitere Ehrenamtliche durch Pfarrer Gianfranco Loi für diesen Dienst entsandt.

Loi erinnerte an die drei Grundvollzüge der Kirche, also die grundlegenden Dienste, in denen sie sich im Auftrag Jesu versteht und in den einzelnen Gemeinden handelt: die Liturgie, in der das Gedächtnis Jesu gefeiert und die Menschen gestärkt werden, die Verkündigung, also der Auftrag, von der „Frohe Botschaft“ Zeugnis zu geben, und der Dienst am Menschen, der die konkrete Nächstenliebe erfahrbar macht. „Ich sende Sie aus, die Liebe Christi zu den Menschen zu tragen", sagte Pfarrer Loi und dankte für die Bereitschaft zu diesem wichtigen Dienst, dem Grundvollzug „Diakonia".

Bedarf auch in ländlichen Gegenden

Sieben ehrenamtliche Frauen und Männer hat Johannes Hänn, Ständiger Diakon im Hauptberuf und Koordinator des Besuchsdienstes in der Seelsorgeeinheit Marchtal, gewonnen. Weitere Engagierte seien immer willkommen. Denn das Angebot soll für Menschen jeder Konfession und jeden Alters offenstehen. „Unser Engagement ist unentgeltlich, diskret und verschwiegen", erklärt Bernhard Mittl. Das Engagement solle nicht die Sozialstation ersetzen - „das können wir auch gar nicht", so Bernhard Mittl. Unterstützen konne der Besuchsdienst aber die Vernetzung mit den Hilfs- und Pflegediensten.

Im Dekanat Ehingen-Ulm zählen die Schulung und Begleitung Ehrenamtlicher in seelsorglichen Aufgaben zu den pastoralen Schwerpunkten. In Zusammenarbeit mit den Caritaskonferenzen Deutschlands leistet das Dekanat Unterstützung beim Aufbau eines Besuchsdienstes in der Gemeinde. Mit der Einrichtung von Besuchsdiensten auch in ländlich geprägten Gegenden reagieren die Seelsorgeeinheiten auf die Entwicklung, dass Einsamkeit im Alter längst kein städtisches Phänomen mehr ist.

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