Kirche

„Wir sind gemeinsam auf dem Weg”

Foto: Stadtdekanat Stuttgart

Die Gemeinde St. Antonius und die Diözese Rottenburg-Stuttgart suchen nach Lösungen für ehemaliges Studierendenwohnheim in Stuttgart-Hohenheim.

Mit einem Workshop hat die Hohenheimer Gemeinde St. Antonius am Samstag, 10. Dezember, verschiedene Interessengruppen an einen Tisch gebracht, um Ideen für den Anbau ihrer Kirche zu sammeln. Seit Oktober 2021 ist das ehemalige Studierendenwohnheim aufgrund von Wasserschäden, Schimmelbefall und Bedenken des Brandschutzes nicht mehr bewohnbar. Was mit dem Gebäude der Diözese Rottenburg-Stuttgart geschieht, ist noch offen, doch die Ideenfindung ist bereits in vollem Gange. „Unser Anliegen ist es, etwas Sinnvolles für das Gemeinwesen zu schaffen“, so Stadtdekan Christian Hermes.

Wie kann der Standort St. Antonius in Stuttgart-Hohenheim sinnvoll weiterentwickelt werden? Dieser Frage sind am Samstag im Gemeindezentrum Padua unter anderem Gemeindemitglieder, Studierende, Vertreter des Stadtdekanats, der Diözese Rottenburg-Stuttgart und des Siedlungswerks nachgegangen. Ende 2021 musste der Anbau der Kirche, ein ehemaliger Sitz des Pallotinerordens, der seit 2002 als Studierendenwohnheim genutzt wurde, wegen erheblicher Schäden geräumt werden. Zahlreiche junge Menschen verschiedener Nationen hatten hier über die Jahre „eine Heimat gefunden“, sagt die Hochschulseelsorgerin Schwester Marie-Pasquale. Ein schwerer Schlag also für die Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch für die Gemeinde. „Wir empfinden den Auszug als Verlust. Durch die Zusammenarbeit mit den Studierenden war die Gemeinde lebendiger“, so Christiane Reim, die gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderats.

Bezahlbarer Wohnraum für Studierende

Wieder bezahlbaren Wohnraum für Studierende zu schaffen, steht deshalb ganz oben auf der Wunschliste der Gemeinde. Zudem benötigt sie kirchennahe und ebenerdig zugängliche Lagerräume, barrierefreie Toiletten und einen flexibel nutzbaren Veranstaltungsraum, der unter anderem für die Kinderkirche zur Verfügung stehen soll. Viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer betonten die Bedeutung von Begegnungsräumen und interreligiösem Austausch. „Wir sind offen für die Vorschläge und tragen den Ideenfindungsprozess mit. Vieles ist möglich“, sagte der Abteilungsleiter der Grund- und Bauverwaltung Stephen Minte als Vertreter der Diözese. Alle Parteien sind sich einig, dass das Gemeinwohl im Zentrum der Planungen stehen muss.

Abriss ist unumgänglich

Aufgrund des Ausmaßes der Schäden wird ein Abriss des Gebäudes unumgänglich. Da es baulich und technisch mit St. Antonius verbunden ist, werden bereits Maßnahmen unternommen, um die Versorgung des Gotteshauses sicherzustellen. Übergangsweise soll die Kirche durch das angrenzende Tagungshaus Christkönigshaus beheizt und mit Wasser versorgt werden. Ein möglicher Neubau sollte architektonisch einfach, doch ökologisch und bautechnisch vorbildlich sein. Da die Kirchengemeinde bereits jetzt die durch die Gemeindehausrichtlinien der Diözese vorgegebenen Flächen überschreitet, gilt es, kreative Lösungen zu finden, um bei der Kirche Raum zu schaffen, der insbesondere sonntags auch für die Gemeinde nutzbar ist. Dazu bieten sich gemeinsame Überlegungen mit der Hochschulseelsorge an. „Wir müssen weg vom Separieren und hin zum Integrieren und zu multifunktionalen Raumkonzepten“, sagte Stadtdekan Hermes.

„Wir sind gemeinsam auf dem Weg"

Mit dem Workshop, zu dem auch interessierte Bürgerinnen und Bürger eingeladen waren, hat die Kirchengemeinde Beteiligte und mögliche Mitwirkende miteinander ins Gespräch gebracht, Bedarfe und Interessen zusammengeführt und so einen ersten produktiven Aufschlag zur Standortentwicklung in Hohenheim gemacht. Zusammen mit den Bauabteilungen des Stadtdekanats und der Diözese Rottenburg-Stuttgart werden diese Ideen nun weiterentwickelt. „Wir sind gemeinsam auf dem Weg und das ist die wichtigste Voraussetzung für ein erfolgreiches Projekt“, resümierte Hermes am Ende der Veranstaltung.

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