Corona

Wir waren trotzdem da

Dorothea Baur, Koordinatorin der Hospizbewegung Weingarten und Umgebung - Foto: DRS/Markus Waggershauser

Hospizdienste lassen den Kontakt zu Sterbenden und deren Angehörigen auch in der Coronazeit nicht abbrechen.

Wenn Menschen alleine sterben müssen und Angehörige nicht zu ihnen können, das empfindet Dorothea Baur als sehr unwürdig. Die 56-Jährige koordiniert die Dienste der Hospizbewegung Weingarten-Baienfurt-Baindt-Berg. Mitglieder dieses weltanschaulich offenen Vereins sind auch die örtlichen Kirchengemeinden. In der Zeit des coronabedingten Kontaktverbots blieb den Ehrenamtlichen, die Sterbende und deren Angehörige begleiten, oft nur das Telefon.

Im Gespräch erzählt Dorothea Baur von an Demenz Erkrankten, die mit einem Telefon nichts mehr anfangen konnten, und von stark überlastetem Pflegepersonal in Krankenhäusern und Pflegeheimen, das nicht mehr die Zeit fand, den Patienten den Hörer ans Ohr zu halten. Bei sterbenden Menschen, die zu Hause leben, sei es etwas leichter gewesen, weiterhin für die da zu sein. Doch so eine bedrückende und bedrängende Situation wie im Frühjahr, die Menschen isoliert, möchte die Diplompädagogin mit Palliativ-Care-Qualifikation trotz steigender Infektionszahlen künftig vermeiden.

Um hier ein Zeichen zu setzen, lud sie mit anderen Hospizgruppen im Kreis Ravensburg, mit dem Dekanat Allgäu-Oberschwaben und der Erwachsenenbildung der großen Konfessionen Monika Müller zum "Forum Hospiz" ein. Die Referentin ist ein "hospizliches Urgestein", die in diesem Bereich in Bonn vieles aufbaute. Zum Thema "end-lich leben, würdig sterben" spricht sie am Freitag, 9. Oktober, in Leutkirch - die Veranstaltung ist ausgebucht - und am Samstag, 10. Oktober, dem Welthospiztag, um 19 Uhr im Kultur- und Kongresszentrum Weingarten. Hier sind noch wenige Plätze über die Katholische Erwachsenenbildung (keb) verfügbar.

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