Ein goldener Friedensengel wacht über dem Eingang der Schnaitheimer Bonifatiuskirche. Frieden, eben erst wiedergewonnen, war ein großes Thema der Menschen, als am 30. Juli 1950 Weihbischof Dr. Franz Josef Fischer die Kirche im Heidenheimer Norden weihte. Es war der erste Kirchenneubau im Kreis Heidenheim nach dem Zweiten Weltkrieg. Die große Zahl der katholischen Heimatvertriebenen, die in Schnaitheim neu anfangen mussten und die die Marienkirche in der Stadtmitte bei Gottesdiensten kaum mehr fassen konnte, hatten den Neubau nötig gemacht.
„Wohnt denn Gott wirklich auf der Erde?“ Diese Frage - ein Ausruf Salomos in Kapitel 8 des ersten Buches der Könige - mögen sich viele Menschen nach den furchtbaren Erlebnissen des Zweiten Weltkrieges gestellt haben, gerade auch angesichts der verlorenen Heimat. Dass die Menschen, die aus ihrer Heimat vertrieben worden waren, nicht nur eine persönliche, sondern auch wieder eine geistliche Heimat aufbauen mussten, daran erinnerte der Ellwanger Pfarrer Prof. Sven van Meegen in seiner Predigt beim Festgottesdienst zum Jubiläum. In Vertretung für den erkrankten Domkapitular Dr. Heinz-Detlef Stäps, Leiter der Hauptabteilung Weltkirche in der Diözese Rottenburg-Stuttgart und Gebietsreferent für die Dekanate Heidenheim und Ostalb, skizzierte van Meegen, der von 2010 bis 2022 Dekan des Dekanats Heidenheim war, die Bedeutung von Heimat auch in spiritueller Hinsicht.






