Ukraine

Wohnraum, Seelsorge und bewährte Strukturen

Die diözesane Caritas ist auch in der Landeserstaufnahmestelle (LEA) in Ellwangen aktiv. Das Bild zeigt (von links) die Ehrenamtliche Erika Rimmer, den aus der Ukraine stammenden 14-jährigen Hlib Myronenko, seine Mutter Kateryna sowie Nadja Gaiduk und die Caritas-Ehrenamtskoordinatorin Peggy Wetterich beim gemeinsamen Gang über das LEA-Gelände. Bild: Diözesancaritasverband Rottenburg-Stuttgart / Eva-Maria Bolay

Diözese Rottenburg-Stuttgart und Caritas helfen Ukrainegeflüchteten auf vielen Wegen. Die Kirchengemeinden unterstützen ganz pragmatisch.

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart und ihr Caritasverband setzen seit Beginn des Ukrainekrieges alles daran, Geflüchteten ein gutes Ankommen in Württemberg zu ermöglichen. Dabei bewährt sich die in den vergangenen Jahren geleistete Aufbauarbeit: „Dank der finanziellen Unterstützung durch die Diözese konnten wir Strukturen wie die Wohnrauminitiative und die Caritas-Dienste in der Flüchtlingsarbeit aufbauen, die sich aktuell sehr bewähren“, sagt Caritasdirektor Oliver Merkelbach. „Die Caritas-Hilfsstrukturen arbeiten auf Hochtouren.“ 

So wurde die von der Diözese finanziell getragene kirchliche Wohnrauminitiative in allen neun Caritas-Regionen auch für Ukrainerinnen und Ukrainer aktiv. Die Caritas tritt hier als Mieterin von leerstehendem Wohnraum auf und vermietet die Räumlichkeiten an einheimische und geflüchtete Menschen weiter, die auf dem regulären Wohnungsmarkt keine Wohnung finden können.

Im Rahmen des Projekts "TürÖFFNER" hat die Caritas-Region Biberach-Saulgau von der Kreisverwaltung den Auftrag erhalten, die Akquise von Wohnraum für die Menschen aus der Ukraine zu übernehmen. Außerdem haben die Caritas-Regionen und Mitglieder im Caritasverband bereits Geflüchtete in ihren Einrichtungen aufgenommen; hier kamen Familien, unbegleitete Minderjährige oder Menschen mit Behinderung unter. Bei den durch die Diözese finanziell unterstützten „Caritas-Diensten in der Flüchtlingsarbeit“ betreuen Hauptamtliche in der gesamten Diözese Freiwillige, die an verschiedenen Orten im Einsatz sind und die sich aktuell auch um Ukrainegeflüchtete kümmern. 

Seelsorgerinnen und Seelsorger kümmern sich um Übersetzer

Seelsorge in ukrainischer Sprache wird durch die griechisch-katholische ukrainische Gemeinde in Stuttgart angeboten. Und auch die Seelsorgerinnen und Seelsorger in ganz Württemberg kümmern sich intensiv um geeignete Personen als Übersetzerinnen und Übersetzer; hier gibt es bereits einige gute örtliche Lösungen.

Die Notfallseelsorge in der Diözese Rottenburg-Stuttgart steht den Ukrainerinnen und Ukrainern seit Kriegsbeginn ebenfalls zur Seite und bietet Akuthilfe bei der Verarbeitung traumatischer Erlebnisse und im Fall neuer Belastungssituationen. Der Blick liegt dabei sowohl auf den Geflüchteten als auch auf den Helferinnen und Helfern und denjenigen, die sich im Bedarfsfall als Dolmetschende zur Verfügung stellen. Zusätzlich gibt es in manchen Land- und Stadtkreisen, wie beispielsweise  in UIm, eine feste Sprechstunde für Geflüchtete.

In der Diözese Rottenburg-Stuttgart wird den Kriegsflüchtlingen indes auch noch auf vielen anderen Wegen geholfen. So stellen die Ordensgemeinschaften, das Familienerholungswerk, die Tagungshäuser und viele Kirchengemeinden zwischen Friedrichshafen und Bad Mergentheim immer mehr Wohnraum zur Verfügung, unterstützen die Geflüchteten in vielerlei Hinsicht ganz pragmatisch und spenden Geld.

Stiftung Katholische Freie Schulen macht Beschulung unkompliziert möglich

Die Kirchengemeinden in Friedrichshafen bieten beispielsweise Raum für betreute Spielgruppen und in Schwäbisch-Gmünd wird ein Gemeindezentrum für einen Deutschkurs der Volkshochschule geöffnet. In den katholischen freien Schulen der Diözese nehmen Kinder und Jugendliche, die vor dem Krieg in ihrer Heimat geflohen sind, am Unterricht teil und die Stiftung Katholische Freie Schule setzte sich sofort nach Kriegsbeginn dafür ein, dass die Beschulung schnell und unkompliziert möglich gemacht werden konnte.

Aktiv sind auch die Einrichtungen der Katholischen Erwachsenenbildung (keb), die Kirchengemeinden und Freiwillige gemeinsam mit Kooperationspartnern unterstützen und so Zeichen für Frieden und Solidarität setzen. In Tübingen etwa wurde über begleitetes Wohnen informiert, im Bereich Rems-Murr gibt es eine Online-Einführung in den Umgang mit traumatisierten Menschen, die keb Ludwigsburg organisierte eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Zwangsprostitution und Menschenhandel“, in Esslingen werden Engagierte in der Arbeit mit Geflüchteten weitergebildet und die keb Tuttlingen lädt zu einem Friedensmarsch entlang der Donau. 

Auch die diözesane „Aktion Hoffnung“ ist weiter aktiv und fährt mit ihrem zweiten Transport 20 Tonnen Hilfsgüter, vor allem Lebensmittel, in die Ukraine. Und die Finanzierungsrunde für einen dritten Transport zu einem späteren Zeitpunkt läuft. Die Verantwortlichen der „Aktion Hoffnung“ möchten zudem grundsätzlich einen Nothilfefonds für die Ukraine schaffen.

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