Beim Festgottesdienst in der Basilika Sankt Vitus anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums des Missionshauses Josefinum in Ellwangen würdigte Bischof Dr. Klaus Krämer das Durchhaltevermögen der Ordensgemeinschaft in wechselvoller Geschichte und den unverändert wirksamen missionarischen Impuls, der die Kultur und Mentalität der Einheimischen wertschätzt, so dass die befreiende Botschaft Jesu Christi Menschen zusammenführt. Dass die Comboni-Missionare bis heute hier präsent sind, „das ist für uns Grund zur Dankbarkeit und Anlass zum Feiern", sagte Krämer. Provinzial Pater Hubert Grabmann erinnerte daran, dass der deutschsprachige Zweig vor 100 Jahren in der Diözese Rottenburg-Stuttgart aufgenommen worden sei - als andere Diözesen mit der Erlaubnis zur Eröffnung eines Seminars noch gezögert hätten. „Da hat sich Rottenburg-Stuttgart vorgewagt und uns Aufnahme geschenkt. Vielen herzlichen Dank!" Wie eine riesengroße Familienfeier wirkte der Jubiläums-Festtag, der Mitglieder, Freunde und Förderer der Ordensgemeinschaft, ehemalige Schüler des Josefinums und die bei der Festmesse gastgebende St.-Vitus-Gemeinde zusammenführte. Die Comboni-Missionare gehörten einfach zu Ellwangen dazu, sagte Stadtpfarrer Prof. Sven van Meegen mit Blick auf deren 100-jähriges Wirken am Ort und die vollbesetzte Basilika.
Eine Botschaft der Freiheit
In seiner Predigt erinnerte Bischof Krämer an die Anfänge des Missionsordens der „Söhne des Heiligsten Herzens Jesu“ (MFSC), der bereits 1867 durch Daniel Comboni in Verona gegründet wurde. Mitte des 19. Jahrhunderts, in einer Zeit kolonialer Eroberung und nationalstaatlichen Übermuts, habe Comboni zu den Menschen gehört, die „in ihrem Gewissen spürten, dass es eine Mitverantwortung gibt für die Lebenssituation der Menschen in den Ländern, aus denen man nun viel mehr erfuhr als jemals zuvor: von der Aussetzung von Säuglingen in China oder dem Elend der Sklaverei in Afrika". Vor allem das Schicksal der Sklaven habe Daniel Comboni zutiefst berührt. „Ihnen wollte er helfen, er wollte sie in Freiheit setzen und das nicht nur in einem äußerlichen Sinn, sondern in einer ganzheitlichen und umfassenden Dimension. Denn die christliche Botschaft ist in ihrem innersten Kern eine Botschaft der Freiheit und der Befreiung", sagte Krämer.










