Caritas

Zuschüsse für Energie sollen neue Armut verhindern

Foto: iStock/vejaa

Kirchensteuer aus Energiepreispauschale fließt direkt an Menschen mit Energienotlagen. Antragstellung über Beratungsstellen der Caritas möglich.

Menschen, die aufgrund der steigenden Energiekosten in finanzielle Schwierigkeiten geraten, können ab Februar bei den örtlichen Beratungsstellen der Caritas Zuschüsse für Energiekosten (Energiebeihilfen) beantragen. Auf diese Weise gibt die Diözese Rottenburg-Stuttgart zusätzliche Kirchensteuereinnahmen weiter, die ihr durch die gesetzliche Energiepreispauschale im Herbst 2022 zugeflossen sind. Die zusätzlichen Steuern in Höhe von 5,3 Millionen Euro werden komplett an bedürftige Menschen weitergereicht, davon gehen 4.910.000 Euro als Direkthilfe an Menschen mit Energienotlagen. Mit den Hilfen soll neue Armut, verursacht durch die Energiekrise, verhindert werden.

Schnell und unkompliziert

Einen Antrag auf Energiebeihilfe können Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen stellen, die durch die steigenden Energiepreise überbelastet werden, aber keinen unmittelbaren Anspruch auf staatliche Unterstützung haben. Im Fokus stehen Rentnerinnen und Rentner, kinderreiche Familien, Alleinerziehende oder Teilzeitbeschäftigte. Auch Beziehende von Wohngeld, Kinderzuschlag oder BAföG können durch die Energiebeihilfen unterstützt werden, wenn dadurch ein Bezug von umfassenden staatlichen Leistungen vermieden werden kann.

In den Beratungsstellen der Caritas stehen die Mitarbeitenden in ganz Württemberg bereit, um bei der Antragstellung zu unterstützen. Diese ist unkompliziert und erfolgt über ein Formular in Verbindung mit Nachweisen über die Nebenkostenabrechnung mit einer Nachzahlung und die Einkommen des Haushalts. Für die Jahre 2022 bis 2024 können betroffene Haushalte jeweils einmalig einen Antrag stellen.

Niederschwellig und unbürokratisch

„Wir haben mit der Caritas eine gute Form gefunden, die zusätzlichen Kirchensteuermittel unmittelbar und unkompliziert an Haushalte weiter zu geben, die durch die Energiekrise übermäßig belastet sind“, so Dr. Clemens Stroppel, Generalvikar der Diözese Rottenburg-Stuttgart. „Menschen, die bisher über die Runden gekommen sind, sollen so Unterstützung in akuter Belastung erfahren.“ Für Diözesan-Caritasdirektorin Dr. Annette Holuscha-Uhlenbrock sollen die Nachzahlungen für Energie oder gestiegene Abschlagszahlungen kein Grund sein, dass „eine Armutsspirale in Gang kommt oder die Menschen verzweifelt sind. Wir sind froh, hier niederschwellig und unbürokratisch helfen und beraten zu können“.

Zum Hintergrund

Die beiden katholischen Kirchen (Diözese Rottenburg-Stuttgart und Erzdiözese Freiburg) wie die evangelischen Landeskirchen (Baden und Württemberg) im Südwesten geben über ihre Wohlfahrtsverbände Caritas und Diakonie die Kirchensteuer vollständig an Bedürftige weiter, die auf die gesetzliche Energiepreispauschale anfiel. Diese zusätzlichen Einnahmen kommen somit denjenigen zugute, die letztlich tatsächlich durch die hohen Energiekosten in eine Notlage gekommen sind. In der Diözese Rottenburg-Stuttgart betrugen die Mehreinnahmen 5,3 Millionen Euro. Sie flossen in den Unterstützungsfonds für Energie der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Neben 4.910.000 Euro Direkthilfe gehen 300.000 Euro an Tafelläden und 90.000 Euro an den Stromsparcheck der Caritas.

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