Jubiläum

Zwei Kirchen - ein Bauherr

Die beiden Kirchen samt Türmen von außen - links Bellamont, rechts Ringschnait

St. Blasius in Bellamont (l.) und Mariä Himmelfahrt in Ringschnait feiern ihr 300-jähriges Kirchweihjubiläum - Fotos: DRS/Waggershauser

Unter dem Ochsenhausener Abt Beda Werner erbaut und 1725 vollendet feiern Ringschnait und Bellamont am Sonntag den 300. Weihetag ihrer Gotteshäuser.

Im Bundeshaushalt, im Blick auf die Zukunft der Diözese, im eigenen Geldbeutel - vielfach ist heute Sparen angesagt. Die Zeit, in der Beda Werner die Benediktiner-Reichsabtei Ochsenhausen leitete, scheint eine andere gewesen zu sein. Seine Wahl, die Abtsweihe im Jahr 1719 und die üblichen Abgaben an das Bistum Konstanz verschlangen schon einen großen Batzen Geld. Noch im selben Jahr begann der Freund der Wissenschaften und der Musik, wie ihn die Chronik beschreibt, den Neubau der Kirchen in Bellamont und Ringschnait im barocken Stil. Die Weihe der Gotteshäuser im Verlauf des Jahres 1725 erlebte Werner nicht mehr. Er erkrankte an Epilepsie und starb am 9. März jenes Jahres. Die Gemeinden, die heute in den Kirchen beheimatet sind, feiern am kommenden Sonntag das 300-Jahr-Jubiläum ihrer Weihe.

Ringschnait: Sie haben kräftig Hand angelegt

Die Vorgängerkirche in Ringschnait, heute eine Ortschaft der Stadt Biberach und Teil der Seelsorgeeinheit Biberach-Umland, war baufällig. Von ihr ist nur der Turm übrig. Bevor Johann Franz II. von Stauffenberg, der damalige Bischof von Konstanz, den Neubau am 21, Juli 1725 weihte, „mussten die Gemeindemitglieder kräftig mit Hand anlegen“, schreiben Pfarrer Wunibald Reutlinger und Marleen Lang, gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderats. Das taten die Nachfahren auch vor dem Jubiläum. Außen und innen renoviert erstrahlt die Mariä-Himmelfahrt-Kirche - erleuchtet durch die Fenster des Münchener Glasmalers Franz Xaver Zettler aus dem Jahr 1913 mit verschiedenen Heiligen-Abbildungen - in neuem Glanz.

Bellamont: Durch Feuereifer von Abt Beda

St. Blasius erhebt sich mit dem für den Barock typischen Zwiebelturm in der Ortsmitte von Bellamont auf dem Gelände einer ehemaligen Burg, wo auch die gotische Vorgängerkirche stand. Die Pfarrei fand bereits 1258 urkundliche Erwähnung und gehört heute noch zu Ochsenhausen, zur Seelsorgeeinheit St. Benedikt mit Pfarrer Michael Schönball. In der Barockkirche erinnert das Wappen mit dem Pelikan über dem Chorbogen an Abt Beda. Auch eine Glocke mit lateinischer Inschrift, die „durch Feuereifer von Abt Beda zum Klingen gebracht zur Ehre des Hl. Märtyrers Blasius, dieses Dorfes Patron“ bedeutet, verweist auf den Erbauer. Bedas Nachfolger, Abt Cölestin Frener, war im Amt, als der Konstanzer Weihbischof Franz Johann Anton von Sirgenstein das Gotteshaus 1725 weihte.

300-Jahr-Feiern am Sonntag, 28. September

Ringschnait

  • 9.30 Uhr Festgottesdienst mit Domkapitular Dr. Uwe Scharfenecker, Kirchenchor und Bläsern
  • Mittagstisch in der Dürnachhalle
  • Vorstellung der kirchlichen Gruppen auf Plakaten
  • Kirchenführung
  • Kin­der­pro­gramm mit Schmin­ken und Spiel­mo­bil
  • Kir­chen­chor­-Work­shop und Orgel­vor­spiel.

Bellamont

  • 10.00 Uhr feierlicher Gottesdienst mit Weihbischof Dr. Gerhard Schneider, dem Musikverein Bellamont und dem Kirchenchor Steinhausen
  • Mittagessen in der Festhalle
  • 14.00 Uhr Kirchenführung
  • Kleine Kinder können derweil die Schätze der Sakristei erkunden
  • Größere Kinder und Jugendliche dürfen auf den Kirchturm steigen
  • 15.00 Uhr Andacht mit dem Chor Tritonus