Kunst & Kultur

Zwei neue Heilige für das Deutschordensmünster

Künstler Rudolf Kurz erklärt die beiden Stelen, die er für das Deutschordensmünster geschaffen hat.

Künstler Rudolf Kurz erklärt die beiden Stelen, die er für das Deutschordensmünster geschaffen hat. Foto: DRS/Guzy

Die linke Stele zeigt den heiligen Georg, die rechte die heilige Elisabeth.

Die linke Stele zeigt den heiligen Georg, die rechte die heilige Elisabeth. Foto: DRS/Guzy

Die beiden Reliefstelen sind in der Turmkapelle des Deutschordensmünsters zu sehen.

Die beiden Reliefstelen sind in der Turmkapelle des Deutschordensmünsters zu sehen.

Zwei Bronze-Stelen erinnern an das zu Ende gegangene Jubiläumsjahr und die geschichtlichen Wurzeln der Kirchengemeinde St. Peter und Paul.

Als Andenken an die diesjährige Jubiläumsreihe „800 Jahre Deutscher Orden in Heilbronn“ stehen in der Turmkapelle des Deutschordensmünsters nun zwei Stelen. Sie zeigen neue Interpretationen zweier Heiligengeschichten.

Von Beispielen, „die uns ermutigen sollen, uns mit Christus zu verbinden“, sprach Pfarrer Roland Rossnagel im Gottesdienst am dritten Advent, in dem die Stelen gesegnet wurden. Eine Darstellung zeigt den heiligen Georg, die andere die heilige Elisabeth. Der Künstler Rudolf Kurz aus Ellwangen schuf die 2,25 Meter hohen und etwa 65 Zentimeter breiten Reliefstelen.

Drache mit vielen Gesichtern

Die Auseinandersetzung mit den beiden Heiligen sei ein Prozess gewesen, sagte Kurz nach dem Gottesdienst, als er sein Werk offiziell präsentieren durfte. „Wie sehen wir heute zum Beispiel einen Drachen?“, führte er als eine seiner Ausgangsüberlegungen an.

Der heilige Georg wird klassischerweise als Drachentöter dargestellt. Kurz greift diese Ikonografie auf und passt sie an: Der Drache hat viele Gesichter, die Sonnenbrillen tragen. „Ich tue mir schwer, wenn ich bei einem Gegenüber in eine Sonnenbrille schaue“, erklärte Kurz.

Auch bei der heiligen Elisabeth nimmt Kurz Elemente aus ihrer Lebenslegende auf. So sind im Relief Rosen ausgeformt. In seine Interpretation hat der Künstler außer der Gestalt der Heiligen einen Bettler und einen nur sche­men­haft angedeuteten Christus eingefügt. Ihre Hände und Arme lassen sich zu einer Verbindung untereinander weiterdenken.

Wichtige Heilige für den Deutschen Orden

Für den 73-jährigen Bildhauer sind die beiden Stelen nicht die erste Arbeit für das Deutschordensmünster. Kurz wirkte bereits vor 30 Jahren bei der Neugestaltung des Chorraums mit und schuf zum Beispiel Altar und Ambo. „Ich bin froh, dass alles eine Handschrift trägt“, sagte Rossnagel. Er dankte dem Künstler dafür, dass er sich auf den Prozess eingelassen habe.

Einen Dank richtete Rossnagel auch an Lore Rettenmaier, die es der Kirchengemeinde ermöglicht hatte, die Stelen in Auftrag zu geben. Die heilige Elisabeth und der heilige Georg gelten neben Maria als Patrone des Deutschen Ordens, auf dessen Heilbronner Geschichte die Deutschordensgemeinde St. Peter und Paul gründet. Darstellungen der beiden Heiligen haben in der jüngeren Vergangenheit im Deutschordensmünsters bisher aber gefehlt - so entstand anlässlich des Jubiläumsjahrs die Idee für die künstlerische Ergänzung.

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