21 gewählte Mitglieder sowie die beratenden Mitglieder der Sitzung des Bischöflichen Ordinariats (die Priester sind), das Domkapitel, der Offizial und Bischof Klaus Krämer als Vorsitzender bilden in den nächsten fünf Jahren den Priesterrat. Gemeinsam befassen sie sich mit Themen der Seelsorge und Pastoral, der Spiritualität, der Aus- und Weiterbildung und der Lebens- und Arbeitssituation der Geistlichen.
In seinen einführenden Worten bedankte sich Bischof Krämer bei den Gewählten für ihre Bereitschaft in diesem obersten Priestergremium mitzuarbeiten und betonte, wie wichtig es ihm sei, die Priester gerade im anstehenden Prozess „Kirche der Zukunft“ zu hören und einzubinden.
Blick über die Diözese hinaus
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde konnten sich die Mitglieder in Kleingruppen darüber austauschen, was ihnen besonders wichtig ist, wie die Arbeit im Gremium aussehen und welche Themen 2026/2027 im Priesterrat angegangen werden sollten. Nach einem intensiven Austausch im Plenum zeichneten sich zwei Schwerpunkte ab. Einerseits der Prozess Kirche der Zukunft, mit dem Fokus auf die Rolle(n) der Priester, als Chance aber auch als Herausforderung andererseits die Notwendigkeit eines Gesamtkonzepts zur Seelsorge. Dabei müsse man auch immer die Fürsorge der Priesterschaft im Blick haben, sowohl derer im aktiven Dienst wie auch derjenigen im Kranken- oder Ruhestand. Darüber hinaus sei auch der weltkirchliche Blick, sowohl in der Diözese, wie auch über die Diözese hinaus nicht zu vergessen. Auch kam die Idee eines Geistlichen Tages für den Priesterrat auf. Thema könnte die Frage der Berufung sein und wie sich diese in diesen Zeiten des Umbruchs verändern könnte. Ein weiterer Punkt war die Präsenz des Priesterrats im Diözesanrat, dem obersten Synodalen Gremium in der Diözese, im Sinne des Rottenburger Modells. Bischof Krämer wünscht sich hier eine aktive Rolle des Priesterrats im Prozess, denn der Diözesanrat brauche auch die starke Stimme der Vertreter des Priesterrats.
Dekan Ulrich Kloos mit klarer Mehrheit gewählt
Im Anschluss standen die Wahlen Priesterratssprecher, des Geschäftsführenden Vorstands sowie die Wahl der Vertreter in unterschiedliche Gremien auf der Tagesordnung. Mit klarer Mehrheit wählte das Gremium Dekan Ulrich Kloos zu seinem Sprecher. „Für den Priesterrat habe ich kandidiert, weil wir in sehr bewegten Zeiten leben, innerkirchlich, aber auch gesellschaftlich. Und da möchte ich meine Erfahrungen als Pfarrer und Dekan einbringen und diese Veränderung mitgestalten. Ich möchte dabei besonders auch die Perspektive der leitenden Pfarrer, der Priester und der pastoralen Mitarbeitenden einbringen, deren Belastungen und Herausforderungen ich aus vielen Gesprächen kenne. Es geht ja nicht nur um Strukturen, sondern um Menschen, die darin leben und arbeiten, ehrenamtlich wie hauptamtlich. Diese Perspektive der Basis ist mir wichtig“, erklärte Kloos und betonte, „Aber ich möchte auch, dass wir uns nicht nur mit binnenkirchlichen Problemstellungen beschäftigen, sondern auch damit, wie Kirche die Nöte und Sorgen der Gesellschaft aufnimmt und in die Gesellschaft gut hineinwirkt. Nach der ersten Sitzung in einer guten, offenen Atmosphäre bin ich sehr zuversichtlich, dass wir alle mit unseren Erfahrungen, da Impulse geben und viel bewegen können.“
Dem Geschäftsführenden Vorstand des Priesterrats gehören neben dem Sprecher Philipp Kästle als Schriftführer und Roman Fröhlich, Paul Magino und Xavior Raj Christudas Jainamma als Beisitzer an. Darüber hinaus wurden auch die Vertreter des Priesterrats in verschiedene Gremien gewählt – so ist beispielsweise Anton Bock Vertreter in der AG Priesterräte, Albrecht Zepf Vertreter in der AG Pensionäre und Xavior Raj Christudas Jainamma im Diakonenrat.
Priesterrat ist „gleichsam Senat des Bischofs“
Bei der Priesterratswahl wählen die Priester sowohl regionale Vertreter als auch Vertreter ihrer jeweiligen Gruppen (Pfarrer und Pfarradministratoren, Pfarrvikare, Priester im Ruhestand, Ausländerseelsorge, beurlaubte und freigestellte Priester usw.). Auch die Ordenspriester und die in der Ausbildung befindlichen Vikare sind im Priesterrat stimmberechtigt vertreten. Der Diözesanpriesterrat repräsentiert alle geweihten Amtsträger in der Diözese. Laut Kirchenrecht ist er „gleichsam Senat des Bischofs“ und hat die Aufgabe, den Bischof bei der Leitung der Diözese ... zu unterstützen, um das pastorale Wohl ... des Gottesvolkes ... zu fördern.“ (CIC can. 495). Er fungiert als Personalvertretung der Geistlichen und ist Teil des Diözesanrats, dem obersten Synodalen Gremium der Diözese. Den Vorsitz hat der Bischof inne.




