Der Bischof zur Corona-Krise

Gottesglaube in Corona-Zeiten

Hirtenbrief von Bischof Gebhard Fürst zur Corona-Pandemie

Hier finden Sie den Hirtenbrief von Bischof Gebhard Fürst zur Corona-Pandemie vom 25. Sonntag im Jahreskreis zum Download.

Außerdem finden Sie hier Übersetzungen in Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch, Kroatisch, Ungarisch und Polnisch.

Zum Anhören gibt es den Hirtenbrief auf Soundcloud. Bischof Gebhard Fürst hat ihn selbst eingelesen.

 

29. Mitteilung des Bischofs

Ergänzende Anordnungen für die Feier der Liturgie ab dem 7. September 2020

Bischofsbotschaft: Gottesdienste ab 9. Mai

„In der Krise zeigt sich, auf wen man sich verlassen kann“

Mit Videobotschaft und Brief dankt Bischof Dr. Gebhard Fürst den Mitarbeitenden in Pflege, Klinik und sozialen Diensten

„Christus ist auferstanden!“

Osterwort der vier Bischöfe im Land, 11. April 2020

„Christus ist auferstanden!“ – „Er ist wahrhaftig auferstanden!“

Aus dieser Hoffnung und diesem Bekenntnis heraus leben Christinnen und Christen. Worin liegt die österliche Hoffnung? Christinnen und Christen feiern Ostern, weil sie darauf vertrauen, dass Krankheit, Leiden, Schmerz und Tod in neuem Licht erscheinen. Auch und gerade an diesem ganz besonderen Ostern, an dem die Corona-Pandemie wie ein Schatten über der Welt liegt, kann uns das Leid nicht trennen von der Liebe Gottes.

Die Auferstehungsbotschaft stiftet Hoffnung und Zuversicht, dass wir in Gott geborgen und von ihm getragen sind. Ostern zeigt uns, dass die Liebe Gottes, die in Jesus von Nazareth Mensch geworden ist, das Angesicht dieser Welt erneuern und alle Menschen erreichen will. Gottes Liebe bahnt dem Leben den Weg und ermöglicht Menschen das Leben in Fülle. Auch in Zeiten der Trauer geben wir dieser Liebe Raum, in uns selbst und im Miteinander, in der Gemeinschaft der Glaubenden.

Ostern führt uns zusammen in der Liebe Gottes! Ostern ist die Einladung hin zur Gemeinschaft. Das Mysterium der Auferstehung kann ein Mensch für sich allein kaum glauben. Die Osterbotschaft lebt durch das Zeugnis der ersten Osterzeugen. Heute brauchen wir andere, die uns zurufen: „Christus ist auferstanden!“
Auch wenn wir in diesem Jahr keine gemeinsamen Ostergottesdienste in unseren Kirchen feiern können, so dürfen wir darauf vertrauen, dass uns Ostern dennoch zusammenführt. Wir können einander Mut machen und uns im Leid und in der Einsamkeit beistehen, durch tröstende Worte und durch das Gebet füreinander. So können wir antworten: „Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!“

Angesichts der Corona-Pandemie müssen wir alles tun, damit das Virus sich langsamer verbreitet und dadurch hoffentlich weniger Menschen sterben. Wir hören die Sorgen der Kranken und ihrer Angehörigen, die Klagen der Traurigen und die Zweifel der Einsamen und sagen auch ihnen die Botschaft weiter. Wir beten für Menschen in ihrer Not. Wir bitten auch für die, deren wirtschaftliche Existenz bedroht ist. Wir stützen einander und helfen, wo wir können. Ostern inspiriert uns zu Worten und Taten, die Hoffnung und Mut verbreiten.

Lassen Sie uns die Herzen und die Fenster öffnen und uns gegenseitig über die Straße, von den Balkonen zurufen: „Christus ist auferstanden!“ Denn Christus, der Auferstandene, hält in uns die Sehnsucht nach Leben wach, macht den Mut zum Leben stark. Er sensibilisiert unsere Ohren für die Sorgen der Kranken und ihrer Angehörigen, für Klagen der Traurigen und die Zweifel der Einsamen. Er schärft unsere Augen für die Not und die Probleme, die die Verbote und Auflagen für viele Menschen bedeuten. Er sucht mit uns nach Worten und Taten, die ermutigen und Hoffnung geben, die in diesen Tagen besonders nötig sind: anrufen, fragen, wie es geht, unsere Hilfe anbieten. Er hält in uns die Sehnsucht nach Leben wach. Christus befreit uns zur Solidarität, zur Nächstenliebe und zur Hilfe für andere. Insolchen kleinen Schritten breitet sich der Osterjubel aus und gibt dem Leben einen neuen Klang: „Christus ist auferstanden!“ – „Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!“

Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes Osterfest.
Ihre vier Bischöfe in Baden-Württemberg

Erzbischof Stephan Burger Erzdiözese Freiburg
Landesbischof Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh Evangelische Landeskirche in Baden
Bischof Dr. Gebhard Fürst Diözese Rottenburg-Stuttgart
Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July Evangelische Landeskirche in Württemberg
 

Himmelklar - Bischof Gebhard Fürst im Podcast

„Ihr lebendiger Glaube stärkt uns alle“

Bischof Gebhard Fürst wendet sich mit einer Videobotschaft an die Gläubigen der muttersprachlichen Kirchengemeinden

„Gemeinsam überbrücken wir diese schwierige Zeit“

Österliche Hoffnungszeichen und mehr als 200 Livestreams, Pressemitteilung vom 8. April

Mit großer Kreativität haben die Kirchengemeinden, Dekanate, Verbände, Orden und Organisationen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart andere Wege gefunden, damit die Katholikinnen und Katholiken trotz Corona-Pandemie die Kar- und Ostertage miteinander begehen können. „Wir sind in einer sehr schwierigen Situation“, sagt Bischof Dr. Gebhard Fürst. Die Menschen müssten auf Distanz gehen und die Kirche dürfe keine öffentlichen Gottesdienste feiern. „Aber wir als Kirche sind den Menschen trotzdem nahe, wenn auch auf bislang ungewohnten Wegen.“ So werden in der gesamten Diözese von Gründonnerstag bis Ostermontag mehr als 200 Gottesdienste im Internet, Fernsehen oder Hörfunk übertragen.

Bischof Fürst zelebriert selbst die Gottesdienste im Rottenburger Dom Sankt Martin, die die Diözese bei YouTube und auf ihrer Homepage www.drs.de live streamt. Darüber hinaus bietet die Website der Diözese neben dem allabendlichen Videoformat „Hoffnungszeit“ auch Gebetstexte und Anleitungen für kleine Gottesdienste im Familienkreis zuhause, Impulse der örtlichen Gemeinden oder beispielsweise auch Telefon-Hotlines von Ordensfrauen für Menschen, die sich einsam fühlen, sowie die unterschiedlichsten Hilfsangebote. „Das ist unser aller Zeichen, dass niemand alleine ist und dass wir gemeinsam und im Gebet diese schweren Zeiten überbrücken können, bis das Leben – auch in der Kirche – wieder auf neue Weise Fahrt aufnimmt“, so Bischof Fürst weiter.

Aus Ostern Kraft und Hoffnung schöpfen

Wer sich in dieser schwierigen Zeit die Frage stelle, wo Gott sei, dem antwortet der Bischof: „Gott ist bei jedem und jeder Kranken und durchleidet mit ihnen jedes Schicksal, jedes einzelne Leiden.“ Gerade der Kreuzweg am Karfreitag zeige, dass sowohl die Christinnen und Christen als auch Gott selbst das Leiden Jesu Station für Station mitgehe. „Gott entzieht sich nicht dem Leiden und Tod, sondern er trägt es mit.“ Der christliche Glaube ende nicht mit dem Tod Jesu. „Am Ostermorgen ruft Gott seinen Sohn zum Leben. Deshalb dürfen auch wir darauf vertrauen, dass Gott uns nicht dem Tod überlassen wird.“ Daraus schöpft Bischof Fürst die Zuversicht,  dass das Virus und die Pandemie nicht das letzte Wort haben, sondern überwunden werden.  

Die vielen Hilfsangebote in der gesamten Diözese Rottenburg-Stuttgart und bundesweit seien Zeichen der Hoffnung. „Die Menschen unterstützen einander, ganz praktisch mit Herz und Hand“, freut sich der Bischof. Seien es Jugendliche, die für Ältere Einkäufe erledigen, Menschen, die über Telefon und soziale Netzwerke miteinander in Kontakt stehen, oder alle, die unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit füreinander beten: „All dies sind österliche Hoffnungszeichen, die in dieser Krise aufscheinen und uns Zuversicht schenken können“, so Bischof Fürst.

"Versichern Sie sich einander Ihrer Solidarität"

Brief des Bischofs an die Gemeinden für Katholiken anderer Muttersprache in der Diözese, 3. April 2020

Liebe Schwestern und Brüder,

zwei Wochen sind wir nun schon unterwegs mit den vielen Einschränkungen, die wir aufgrund der Corona-Pandemie auf uns nehmen müssen. Zwei Wochen, ohne dass wir am Gottesdienst teilnehmen konnten, zwei Wochen, ohne den persönlichen Kontakt, zwei Wochen des Bangens und Hoffens auf ein baldiges Ende der Gefahr, sich und andere anstecken zu können. Deshalb möchte ich Sie mit diesem Schreiben und mit einer Videobotschaft persönlich ansprechen. Meine Videobotschaft finden Sie auf unserer Homepage unter www.drs.de.

Und jetzt stehen die Kar- und Ostertage vor der Tür: Tage, auf die wir uns ganz besonders gefreut haben, Tage mit einer besonderen Prägung und vielen Bräuchen und Traditionen, die tief in uns verwurzelt sind: Die Kar- und Ostertage mit der Palmweihe, dem lebendigen Kreuzweg und der Auferstehungsfeier in der Osternacht dürfen nicht gemeinsam begangen werden? Eine unvorstellbare Herausforderung, vor der wir als Gläubige und auch als pastorale Dienste in den muttersprachlichen Gemeinden stehen. Vieles trifft Sie in IhrerTradition, Ihrem religiösen Brauchtum in besonderer Weise. Für uns alle ist es besonders schmerzlich, Karfreitag und Ostern nicht in der Kirchengemeinde, sondern lediglich in den Familien oder alleine feiern zu können.

Natürlich versuchen wir über viele liturgische Hilfen, dem Osterfest gerecht zu werden, doch die wichtigste Feier, die gemeinsam begangene Osternacht, muss diese Jahr leider ausfallen. Dies ist auch für mich, als Ihr Bischof, eine ungewohnte und traurig machende Einschränkung. Doch wollen und müssen wir diese Einschränkung auf uns nehmen, um zu verhindern, dass noch mehr Menschen vom Corona-Virus betroffen werden.

Ich lade Sie ein die Kar- und Ostertage mit mir gemeinsam zu feiern. Die großen Gottesdienste übertragen wir als Live-Streaming im Internet. Das Streaming ist über unsere Homepage www.drs.de abrufbar. Dort finden Sie auch Informationen zu den Sendezeiten.

Schmerzlich ist auch, dass wir die großen Wallfahrten der italienischen, kroatischen und polnischen Gemeinden, die traditionell in der Zeit nach Pfingsten stattfinden, absagen müssen. Aufgrund der Versammlungsbeschränkungen des Landes Baden-Württemberg müssen in diesem Jahr die Wallfahrten nach Zwiefalten und auf den Schönenberg in Ellwangen ausfallen. Gerade bei diesen großen Treffen und Festen besteht eine erhöhte Ansteckungsgefahr, die nicht so schnell nachlassen wird. Ich bitte Sie deshalb, die Wallfahrtstage als besondere Gebetstage in Ihrem häuslichen Umfeld zu gestalten, an denen wir uns in besonderer Weise im Gebet miteinander verbunden wissen. Damit verbunden ist meine Hoffnung, dass wir uns im Jahr 2021 wieder zu diesen besonderen Festen des Glaubens treffen können.

In den letzten Tagen berichten mir viele Menschen aus den muttersprachlichen Gemeinden von Ihren großen Sorgen um Ihre Familien und Freunde in Ihren Heimatländern. Jeden Tag erhalten wir neue Hiobsbotschaften und nicht wenige von Ihnen werden schon einen Familienangehörigen oder einen Freund in der Heimat verloren haben.

Oft stehen wir ratlos und hilflos vor all diesen Herausforderungen, die über uns und unsere Familien und Freunde hereinbrechen. Kann das wirklich der Wille Gottes sein, dass so viele Menschen, so viele unschuldige Menschen Opfer dieses Virus‘ sind? Wo kann ich Kraft und Halt finden, um diese lähmende Situation richtig verarbeiten zu können? Wie kann ich erfahren, dass ich trotz Kontaktverbot Teil einer großen Gemeinschaft bin, einer Gemeinschaft, die mich tragen kann in schönen, aber auch in schwierigen Zeiten?

Wenn ich auf unsere Diözese Rottenburg-Stuttgart schaue, bin ich froh und dankbar über die vielen Initiativen, die in den letzten Wochen gewachsen sind: Initiativen, die unseren Glauben stärken und Trost spenden können, Initiativen, die zeigen, dass wir zu einer großen Gemeinschaft der Glaubenden gehören. Bitte nutzen Sie diese Initiativen, diese Hilfen und Angebote. Nehmen Sie Kontakt miteinander auf (über Telefon, E-Mail, Skype, …) und versichern Sie sich einander Ihrer Solidarität, der Solidarität zwischen den Gläubigen Ihrer Sprachgruppe, darüber hinaus aber auch der Solidarität mit den Gläubigen der anderen Sprachgruppen in Ihrem Umfeld, allen voran den deutschsprachigen Gemeinden in Ihren Seelsorgeeinheiten.

Als Ihr Bischof grüße ich Sie ganz herzlich. Ich bin Ihnen allen dankbar, dass Sie, die Mitglieder der fast 100 muttersprachlichen Gemeinden in unserer Diözese, den Glauben leben und durch Ihr Hiersein den lebendigen Gott verkünden. Die über 200.000 Katholiken anderer Muttersprache bereichern uns mit Ihrer Glaubensfreude und Ihrer herzlichen Art sehr!

Im Gebet bin ich mit Ihnen und mit Ihren Angehörigen hier, in unserer Diözese, aber auch in Ihren Heimatländern und nicht zuletzt mit unserem liebenden Gott verbunden.

Das zeigt uns unser Glaube, den wir in den nächsten Wochen feiern dürfen: Trotz Leid und Tod, trotz Gründonnerstag und Karfreitag dürfen wir uns sicher sein, dass er, unser Gott, bei uns ist auf unserem Lebensweg, auch wenn es manchmal den Eindruck macht, als habe er uns verlassen. Dazu verweise ich gerne auf das Evangelium mit den Emmaus-Jüngern (Lk 24, 13-35), das am Ostermontag uns in besonderer Weise geschenkt wird.

Ich wünsche Ihnen gesegnete Kar- und Ostertage. Möge der Gestorbene und Auferstandene bei uns sein und unseren Lebensweg segnend begleiten.

Ihr
Dr. Gebhard Fürst
Bischof

Kraft, Kreativität und ein herzlicher Dank

Brief des Bischofs an die Schulverwaltung, Pädagogen, Schüler und Eltern im April 2020

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Pädagogik und Verwaltung an den katholischen Schulen,
liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Eltern unserer Kinder und Jugendlichen,

gerne möchte ich mich am Ende dieser ersten Phase der Schul- und Kindergartenschließung, die ja auch unsere katholischen Kindergärten und Schulen betraf, an Sie wenden. Wir erleben gerade eine einmalige Situation mit einschneidenden Maßnahmen. Wir tragen als Christinnen und Christen aber auch eine besondere Verantwortung, in dieser Zeit aufmerksam und achtsam zu sein, um gemeinsam die Virus-Krise zu meistern.

Ihnen, liebe pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, möchte ich für Ihren großen Einsatz danken, mit dem Sie innerhalb kürzester Zeit die Voraussetzungen dafür geschaffen haben, dass Kinder und Jugendliche von zuhause aus lernen können. Ich weiß, dass dies gerade bei Schülerinnen und Schülern, die sich auf Prüfungen vorbereiten, eine besondere Herausforderung ist. Sie haben sich viele Gedanken darüber gemacht, wie die für unsere Schulen so wichtige Beziehungsgestaltung auch auf digitalen Wegen funktionieren kann. Vielleicht machen Sie ja gerade auch Erfahrungen, die über diese Krisenzeit hinweg für das Lernen hilfreich sein können.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien in dieser schwierigen Zeit Kraft und Kreativität, die Schülerinnen und Schüler, aber auch die Eltern weiter so gut begleiten zu können wie in den vergangenen Wochen. Auch für Ihre Familien und Angehörigen sende ich Ihnen meine besten Wünsche.

Liebe Schülerinnen und Schüler – auch Euch wird gerade viel zugemutet. Ihr lebt in einer manchmal beängstigenden Zeit und Umgebung. Ich danke auch Euch, dass Ihr dies aushaltet und so gut wie möglich mitgestaltet. Ich möchte Euch auch ermutigen und ermuntern, dort zu helfen, wo Ihr gerade helfen könnt – ohne Euch und andere zu gefährden. Mir wird von Aktionen berichtet, dass Kinder und Jugendliche Filme und Podcasts für die Großeltern aufnehmen, die gerade nicht besucht werden dürfen; dass Jugendliche sich anbieten, für alte Menschen einzukaufen. Und sicher habt Ihr alle viele eigene Ideen, auf die ich als Bischof gar nicht kommen würde… In diesen schwierigen Zeiten kann sich auch zeigen, was es heißt, als Christ in dieser Welt zu handeln und sich als Schülerin oder Schüler einer katholischen Schule für die Anderen zu engagieren.

Schließlich möchte ich auch Ihnen, liebe Eltern, danken. Sie haben gerade viele Herausforderungen zu bewältigen. Neben der großen Verantwortung und Belastung, die jetzt mit den Schul- und Kindergartenschließungen auf Sie zukommen, gibt es vielleicht auch Sorgen um die eigene berufliche und finanzielle Situation. Als Kirche möchten wir auch hier helfen, wo wir können, auch wenn unsere Ressourcen begrenzt sind. Falls Sie in finanzielle Nöte geraten, bitte ich Sie ausdrücklich, auch auf die Verantwortlichen an den Schulen und in der Schulstiftung zuzugehen, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten versuchen werden, Entlastungen beim Schul- und Betreuungsgeld zu schaffen.

In diesen Tagen werden wir die Kar- und Osterfeiern begehen. Es werden ganz besondere Feiern werden, weil wir zum einen nicht in unseren Gemeinden feiern können; aber auch, weil wir das Kreuz und das Licht der Osterkerze dieses Jahr in eine Welt hineintragen, die von so viel Leid und Trauer geprägt ist. Ich wünsche uns allen, dass es uns trotzdem gelingt, an der Hoffnung festzuhalten und an der Liebe, die Gott jeder und jedem einzelnen schenkt.

In diesem Sinne danke ich Ihnen sehr herzlich für alles, was in diesen Tagen an Gutem geschieht und wünsche Ihnen den Segen des lebendigen Gottes.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr
Dr. Gebhard Fürst
Bischof

"Mit Ihnen und für Sie": Video-Botschaft des Bischofs

Bischof Dr. Gebhard Fürst, 27. März 2020

Botschaft des Bischofs

Ansprache vom 20. März 2020

Anlässlich der Herausforderungen der Corona-Krise wendet sich Bischof Gebhard Fürst in einer Video-Ansprache an die Gläubigen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Bischof Dr. Gebhard Fürst

Botschaft zur Corona-Krise am 20. März 2020

Liebe Schwestern und Brüder in der ganzen Diözese,

Ich grüße Sie alle in herzlicher Verbundenheit. Das Coronavirus hat uns fest im Griff. Seine Auswirkungen werden immer spürbarer. Jede und Jeder ist auf eigene Weise unmittelbar betroffen. Manche haben Angst. Wir alle sind in Sorge. Wir fragen wie es weitergeht und was noch alles auf uns zukommt.

Als Christen und als Kirche stehen wir vor Herausforderungen ganz eigener Art. In unserem Verhalten und Handeln als Christen sind wir in besonderer Weise in Verantwortung genommen.

Bei allem was wir tun oder nicht tun können, dürfen wir darauf vertrauen: Wir sind gehalten in Gottes Hand. Gott will unser aller Heil. Jede, jeder ist ihm unendlich wichtig.

Diese tröstende Gewissheit im Glauben kann uns aber nicht unserer Pflicht entheben, aufmerksam und achtsam zu leben und das Rechte zu tun. Dazu brauchen wir Kraft, Hoffnung und Zuversicht. Denn, was auf uns zugekommen ist und noch zukommen wird, fordert uns ganz. Ich bin mit Ihnen im Gebet solidarisch verbunden. Gott segne Sie!

Auch über Videobotschaften möchte ich mit Ihnen in Kontakt bleiben. Auch, um Ihnen direkt wichtige Informationen zeitnah weiterzugeben und zu aktuellen Entwicklungen im dynamischen Prozess der Coronakrise Stellung zu nehmen.

Wir haben zwei Krisentelefone eingerichtet. Denn wir erhalten seit einigen Tagen Anfragen von Gläubigen aus der Diözese. Damit Sie möglichst schnell und kompetent Antwort erhalten, sind wir telefonisch unter zwei Sondernummern für Sie erreichbar. Unser Krisentelefon ist ab sofort an Werktagen und tagsüber besetzt. Die Telefonnummern finden Sie auf unserer Homepage.

Dennoch bitte ich Sie: Wenden sie sich – wenn irgend möglich – zuerst an das Pfarramt, Ihren Pfarrer, oder an die hauptamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ihrer Kirchengemeinde.

Liebe Schwestern und Brüder!

Viele bedrückt, dass wir gegenwärtig bei uns und weltweit keine Heiligen Messen, keine Gottesdienste feiern und keine Sakramente spenden und empfangen können. Diese Situation ist völlig neu und einmalig in der Geschichte der Christenheit. Dennoch bitte ich Sie um Verständnis für diese einschneidenden Maßnahmen.

Der Krisenstab hat einen Erlass zum Vorgehen in dringenden Notlagen erarbeitet. Dieser Erlass wurde heute an alle Seelsorgerinnen und Seelsorgern versandt. Auf unserer Homepage finden Sie alle Informationen.

Bitte vergessen sie bei all den kleinen und großen Herausforderungen nicht das Gebet. Beten ist eine große Hilfe: persönlich und im Kreis unserer Lieben. Bedenken Sie, dass unsere offenen Kirchen besondere Orte des Gebetes und der Gottesbegegnung sind.

Ein Gebet zur Corona-Krise finden Sie ebenfalls im Internet.

Bei all dem, was nun zu regeln ist, bitte ich Sie die geistliche Dimension des Handelns in unserer Kirche nicht zu vergessen. Sie ist mir bei all dem Regelbedarf und den veränderten Verhaltensweisen sehr wichtig.

Mit Ihnen, liebe Schwestern und Brüder, bin ich im Gebet, in unserem gemeinsamen Glauben und im Vertrauen auf Gott verbunden.

Am vierten und am fünften Fastensonntag feiere ich im kleinsten, nichtöffentlichen Kreis im Dom St. Martin in Rottenburg Eucharistie. Dieser Gottesdienst wird über Livestream aus dem Dom übertragen. Ich lade Sie dazu ein, mit mir über unsere Homepage diesen Gottesdienst zu feiern.

Auch den Palmsonntag und die Kar- und Ostertage werde ich auf diese Weise feiern. Sie, liebe Schwestern und Brüder, haben so die Möglichkeit, die Liturgie der kommenden Feiertage wenigstens über direkte Übertragungen im Internet mitzufeiern. Für die Kirchengemeinden vor Ort gilt die strikte Einhaltung der Vorgaben der Landesregierung von Baden-Württemberg!

In der gegenwärtigen Zeit ist Mitmenschlichkeit lebensnotwendig. Ich bin sehr froh, aus Gemeinden, von Gemeinschaften und Gruppen vieles zu hören über solidarische Aktionen zur Unterstützung und Hilfe für in irgendeiner Weise bedürftige Menschen.

Liebe Schwestern und Brüder, viele brauchen jetzt Ihren, unser aller Beistand.

Mein Dank geht an die zahlreichen Initiativen in den Kirchengemeinden vor Ort. Ich danke den vielen Ehrenamtlichen, die meist im Verborgenen viel Gutes tun und sich jetzt, wo dies alles viel schwieriger geworden ist, nicht entmutigen lassen. Ich danke Ihnen für Ihre tätige Liebe zum Nächsten. Allen, die in christlicher Nächstenliebe Menschen beistehen, danke ich von Herzen.

Zum Schluss noch eine Bitte! Nehmen Sie am Sonntag Ihr kirchliches Wahlrecht wahr. Mittels Briefwahl können Sie Ihre Stimme abgeben. Mit den Kirchengemeinderäten wählen Sie Menschen, die mit dem Pfarrer zusammen die Seelsorge in Ihrer Gemeinde gestalten und verwalten. Der Kirchengemeinderat vertritt Ihre Anliegen und gestaltet für Sie und mit Ihnen das Gemeindeleben.

Liebe Schwestern und Brüder,

in herzlicher Verbundenheit erbitte ich für Sie den Segen Gottes!

 

Bischof Dr. Gebhard Fürst

Botschaft zur Corona-Krise am 16. März 2020

Liebe Schwestern und Brüder,

die Entwicklungen bei der Ausbreitung des Coronavirus machen mir – wie sicherlich Ihnen allen – große Sorgen. Gegenwärtig erleben wir eine ganz außerordentliche Situation, wie wir sie in Deutschland, in Europa und weltweit noch nie hatten. Wir alle stehen vor fast unübersehbaren Herausforderungen und müssen jetzt doch handeln. Außerordentliche Situationen erfordern außerordentliche Entscheidungen und außerordentliches Handeln. Als Kirche wollen wir den Menschen gerade in dieser schweren Zeit nahe sein und sie begleiten. Das Gebot der Nächstenliebe, Fürsorge und Barmherzigkeit gegenüber Menschen, die besondere Zuwendung benötigen, leiten unser Handeln weiterhin, gerade in dieser schweren Zeit.

Ich bitte Sie: Vertrauen Sie darauf, dass die Verantwortlichen in der Diözesanleitung und ich selbst uns bestmöglich informieren. Als Bischof nehme ich meine Verantwortung wahr, dass ich und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so kompetent entscheiden und handeln, wie es uns angesichts der sich stets verändernden Lage irgend möglich ist.

In dem von mir eingerichteten Krisenstab, der mehrmals in der Woche tagt, beraten und entscheiden wir gemeinsam, was geschehen muss.

Sie können sich darauf verlassen, dass wir uns bestmöglich und umfassend informieren und kundig machen. Wir werden alles uns mögliche tun, damit auch Sie von uns gut informiert werden.

Ich bitte Sie: Nutzen Sie unsere Kommunikationsplattformen im Internet – www.drs.de – und in den sozialen Medien – vor allem Facebook. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden von uns zusätzlich über E-Mail und das Mitarbeiterportal informiert.

Folgende Maßnahmen hat der Krisenstab heute bereits beschlossen:

Alle öffentlichen Eucharistiefeiern und anderen Gottesdienste sind ab sofort bis zunächst zum 19. April ausgesetzt. Da der Schutz der Gottesdienstteilnehmer und der Priester und Seelsorgerinnen und Seelsorger an erster Stelle steht, wird die Sonntagspflicht ausgesetzt. Ich weiß, welch schmerzliche Erfahrung dies für viele von Ihnen ist. Deshalb bieten wir Gottesdienstübertragungen über Live-Stream an. Die sonntägliche Eucharistiefeier übertragen wir jeweils um 9.30 Uhr aus dem Dom St. Martin live auf drs.de.

Für die Kar- uns Ostergottesdienste entwickeln wir derzeit liturgische Formen und Konzepte für Übertragungen. Zeitnah werden wir Sie darüber informieren.

Leider sehen wir uns auch gezwungen, die Firmgottesdienste und Erstkommunionfeiern, die für April und Mai geplant waren, auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

Ich bitte Sie auch um Verständnis, dass derzeit keine Taufen und Eheschließungen stattfinden können. Auch die Hauskommunion und die Krankensalbung müssen wir derzeit leider einstellen.

Gleichzeitig gilt: Die Seelsorge vor Ort muss weitergehen und wird weitergehen! Wenn auch in anderer und eingeschränkter Weise als bisher. Wir als Seelsorgerinnen und Seelsorger sind zum Heil der Menschen auch in ihren Notsituationen zu ihnen gerufen: In dringendsten Ausnahmefällen sind deshalb Taufen in kleinem Kreis und auch Krankensalbung und der Empfang der Kommunion möglich. Auch Beerdigungen werden stattfinden – wenn auch im kleinsten Kreis.

Die Kirchen bleiben als besondere Orte der Gottesbegegnung für das Gebet geöffnet. Unsere Seelsorgerinnen und Seelsorger werden auch dort für Sie ansprechbar sein.

Am kommenden Wochenende finden in unserer Diözese die Wahlen der Kirchengemeinderäte und Pastoralräte statt. Die Wahllokale bleiben geschlossen. Wir bitten Sie aber dringend: Machen Sie von der Briefwahl Gebrauch! Genaue Informationen über den geänderten Wahlmodus finden Sie ebenfalls bei uns im Internet.

Liebe Schwestern und Brüder, Seelsorge darf nicht einfach abgebrochen werden. Wir sind von unserer Botschaft gerufen, insbesondere für Kranke, Einsame und Schwache dazusein. Ich vertraue auf Ihr geistreiches Handeln und Ihre tätige Nächstenliebe vor Ort.

Schwere Krisen waren bisher stets Anlass näher zusammenzurücken. Die Corona-Pandemie erfordert nun besondere Vorsichtsmaßnahmen. Viele wichtige und liebgewonnene Bedürfnisse und Rituale sind nun außer Kraft gesetzt. Ich bitte Sie: Seien Sie umsichtig im Umgang mit sich und nehmen Sie Rücksicht auf kranke und hilfsbedürftige Menschen in Ihrem persönlichen Umfeld. Halten Sie bitte die staatlich verordneten Schutzmaßnahmen ein. Dazu gehört: soziale Distanznahme. Also: Abstand halten zu anderen Menschen. Vermeiden Sie – wenn möglich – Berührungen. Schütteln Sie zur Begrüßung und zur Verabschiedung nicht die Hand und achten Sie auf eine entsprechende Handhygiene.

Bitte achten Sie aber auch darauf, dass niemand aus dem Blick gerät. Trotz der schwierigen und eingeschränkten Lage sind wir gerade jetzt miteinander im Gebet besonders verbunden als Glieder des einen Leibes Christi. Dabei gilt unsere besondere Aufmerksamkeit denen, die jetzt allein zu Hause sind, gebrechlich, krank oder behindert. Gerade jetzt sind Menschen an Leib und Seele verletzlicher denn je!

Seien Sie versichert, als Bischof bin ich bei Ihnen allen – in Gedanken und im Gebet.

Gebet des Bischofs

Guter und treuer Gott,
wir tragen unsere Sorgen und unsere Ängste vor Dich
und wir bitten in diesen beängstigenden Tagen um deinen Beistand.
Gib uns deinen lebenspendenden Geist,
der sich uns in Jesus Christus gezeigt hat.
Lass uns in deinem Geist erkennen, was richtig ist
und gib uns die Kraft, das rechte entschlossen zu tun.

Lass uns die Schwachen, Einsamen, Kranken,
die Verängstigen und Bedrückten aller Art nicht übersehen.
Hilf uns, dass wir diese Menschen nicht vergessen oder an ihnen vorbeigehen.
Gib uns die Kraft zu helfen und heilsame Begegnungen zu ermöglichen.
Lass sie durch unser Verhalten ihnen gegenüber deinen wirksamen Beistand erfahren.
Durch uns möge Deine Güte und Menschenfreundlichkeit lebendig werden und bleiben.

Das erbitten wir in dieser schweren Zeit von Dir,
guter und treuer Gott.

Amen.

Das Gebet zum ausdrucken und mitnehmen