Mit der Familie auf den Spuren des Heiligen Martins

Sieben interaktive Stationen warten auf Pilger jeden Alters

Spätestens im Kindergarten fasziniert die Geschichte des Heiligen Martins viele Mädchen und Jungen. Der Grund dafür ist einleuchtend: Er hilft, indem er seinen Mantel teilt, und hat ein Pferd. Dieser Faszination können Eltern mit ihren Kindern im Bietigheimer Forst auf ganz besondere Weise nachspüren. Denn dort gibt es einen speziellen Pilgerweg für sie: den Familienmartinusweg.

Von Eva Wiedemann

Wenn Kirche zu den Menschen kommt

Otto Abele ist nicht nur der Pate des Familienmartinuswegs, er ist auch der Vorsitzende der Martinusgemeinschaft im Landkreis Ludwigsburg. Zusammen mit Religionslehrerin Hildegard Schnetz-Frangen ist er der Experten für den Pilgerweg direkt am Stadtrand von Bietigheim.

„Uns ist es schon immer wichtig gewesen, Familien auch außerhalb der Kirchenmauern anzusprechen“, erläutert die Religionslehrerin die Entstehung des Wegs. „Eltern sind mit ihren Kindern draußen unterwegs und hier im Bietigheimer Forst war und ist immer viel los.“

Als Otto Abele feststellte, dass ein Teil des europaweiten Martinuswegs direkt durch das Naherholungsgebiet führte, war die Idee geboren, eine Pilgerroute speziell für Eltern und Kinder zu konzipieren. So entstanden sieben Stationen, an denen große und kleine Pilger das Leben des Heiligen Martins kennenlernen und sich mit seinen Leben auseinandersetzen.

Wo sich acht Wege kreuzen

Der Pilgerweg wartet mit besonderen Erlebnissen auf. Darunter eine Kreuzung, an der acht Wege in unterschiedliche Richtungen führen. Familien erreiche hier die erste Station des Pilgerwegs.

Das Begleitheft, das per QR-Code am Startpunkt auf jedem der drei Parkplätze des Bietigheimer Forts heruntergeladen werden kann, hält an jeder Station Geschichten aus dem Leben des Heiligen Martins, Spiele und Aktionen, Impulse, Texte und Lieder bereit.

Bei der 8-Wege-Kreuzung geht es beispielsweise um seine Zeit als Soldat, der nicht mehr für den Kaiser kämpfen will und die Konsequenzen dieser Entscheidung tragen muss.

Im Heft gibt es neben der Geschichte auch die Anregung, mit Steinen, Ästen und Moos ein Mandala zu legen oder mit einem Pilgerstab unterwegs zu sein.  Wer diesen in der Hand hält und somit die Familie auf dem Martinusweg führt, der muss nach den Wegzeichen mit Martinus auf seinem Pferd Ausschau halten.

Wie Eltern durch ihre Kinder Gott neu erfahren

„Kinder entdecken auf dem Weg und in der Schöpfung am Wegesrand viele einzelne wunderschöne Dinge“, erläutert Otto Abele. „Mit Neugierde und Achtsamkeit nehmen sie die Natur mit allen Sinnen um sich herum wahr. Aufmerksam verfolgen sie die Tiere im Forst, von der kleinen Schnecke bis zum Vogel, erfahren sich als lebendig und wirksam beim Klettern über Äste und Steine.“

So würden Eltern über ihre Kinder Gott neu entdecken, ergänzt Hildegard Schnetz‐Fangen.

Weil Teilen einfach nachzuahmen ist

Gerade der Heilige Martin eigne sich als Vorbild für Mädchen und Jungen. „Kinder helfen unheimlich gerne. Mit anderen etwas zu teilen, wie Martin seinen Mantel, das können sie leicht nachahmen“, so die Religionslehrerin.

Am Fürstenstand, zu dem einige Treppen auf eine Aussichtsplattform hinunterführen, wartet nicht nur ein herrlicher Blick über die Weite der Landschaft, es geht auch darum, einen Blick auf dieses vorbildhafte Leben des Heiligen zu werfen und genau hin zu schauen – auch im eigenen Leben. „Wer hier entlang geht – egal ob groß oder klein, soll nicht nur spazieren, sondern als Pilger unterwegs sein und wieder mehr in Kontakt mit sich und Gott kommen“, sagt Otto Abele.

Wie sich das Kulturgut Pilgern mit dem Naturerlebnis verbindet

Ganz innovativ haben die Macher dieses speziellen Martinuswegs das Kulturgut Pilgern mit der Erfahrung der Natur in der direkten Umgebung von Familien verknüpft.

„Wir machen so eine Pilger‐Erfahrung und eine gemeinsame Auszeit möglich, ohne dass die Familie lange reisen muss“, erläutert Wegepate Otto Abele. „Zugleich sind wir mit den Führungen, die wir hier ebenfalls anbieten, eine niederschwellige seelsorgerische Anlaufstelle.“

Wo es mehr zu erfahren gibt

Der Familienmartinusweg führt über einen sechs Kilometer langen Rundweg, der an allen sieben Stationen vorbeiführt, und auf einer kürzeren, drei Kilometer langen Strecke, die zwei Stationen beinhaltet. Er ist aufgenommen in das Wegenetz des europäischen Martinuswegs.

Weitere Informationen und das Begleitheft finden Sie hier: https://www.dekanat‐lb.de/de/unser‐angebot/unterstuetzung/familienpastoralfamilienmartinusweg.php

Otto Abele bietet für Gruppen Führungen auf dem Familienmartinusweg an. Erreichbar ist er über
die Geschäftsstelle des Dekanats Ludwigsburg – am besten per E‐Mail an dekanat.ludwigsburg(at)drs.de.

Vor Ort gibt es auch eine digitale Schnitzeljagd – also ein Geocaching‐Angebot:
https://www.geocaching.com/geocache/GC4NHE8_martinusweg‐bietigheim‐bissingen


Weitere Martinus‐Pilgerwege in der Region:
der ökumenische Martinus‐Pilgerweg Horrheim (PDF)
der Martinus‐Radrundpilgerweg im Naturpark Stromberg‐Heuchelberg (PDF)

Übernachtungsempfehlung Michaelsberg

Eingebettet in eine herrliche Natur- und Kulturlandschaft inmitten des Zabergäus liegt das ehemalige Kapuzinerkloster, das durch die Herren von Stadion erbaut wurde. Seit 1959 beherbergt es das Jugendhaus Michaelsberg und gehört seit 1998 zum Kirchlichen Eigenbetrieb "Bildungshäuser der Diözese Rottenburg-Stuttgart". Infos zu Übernachtung, Buchung und Sonderangeboten gibt es hier.

Reiseführer Martinusweg

 

Die Pfarrkirche St. Laurentius bei eKKLESIA

Weitere Informationen über die Pfarrkirche St. Laurentius in Bietigheim-Bissingen und andere Gotteshäuser finden Sie in unserer Kirchen-App eKKLESIA und auf der Internetseite www.katholisch-in-wuerttemberg.de. Die App gibt es im App-Store für Apple-Geräte mit iOS und im Play-Store für Android-Geräte kostenlos zum Download.

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