Für Demokratie und Menschenrechte

„Wir stellen uns gegen Rechtsextremismus und Rassismus“

Der Dekanatsrat des Dekanats Heilbronn-Neckarsulm veröffentlicht eine Stellungnahme.

Die aktuelle Debatte um eine extremistische Bedrohung der Demokratie beschäftigt den Dekanatsrat des Dekanats Heilbronn-Neckarsulm. In seiner Sitzung am Montagabend (18. März) hat das Gremium eine „Stellungnahme des Dekanatsrats des katholischen Dekanats Heilbronn-Neckarsulm zu Rechtsextremismus und völkischem Nationalismus“ beschlossen.

Seit Wochen gingen Menschen in vielen Städten auf die Straße, „um unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung zu verteidigen und um deutlich zu machen, dass rechtsextremistische Ideologien in unserem Land keinen Platz haben dürfen“, heißt es darin. „Der Dekanatsrat stellt sich an die Seite derer, die aus demokratischem, freiheitlichem und menschenfreundlichem Geist gegen Rechtsextremismus, Rechtspopulismus und Antisemitismus in unserer Gesellschaft friedlich demonstrieren.“

Den ganzen Bericht finden Sie hier.

„Das darf die Kirchen nicht kaltlassen“

Dekanatsreferent Jonatan Burger beschäftigt sich in seiner Dissertation mit Rechtspopulismus.

"Rechtspopulismus richtet sich gegen die liberale Demokratie: Das darf die Kirchen, Christ:innen als Staatsbürger:innen nicht kaltlassen", sagt Jonatan Burger. Der Dekanatsreferent im Dekanat Mergentheim promoviert gerade mit einer Arbeit zum Thema Rechtspopulismus. Im Interview erklärt er, wie Rechtspopulismus und Rechtsextremismus zusammenhängen, wie Rechtspopulismus die Kirchen herausfordert und wie diese reagieren können.

Herr Burger, waren Sie auf einer der aktuellen Kundgebungen gegen Rechtsextremismus?

In Bad Mergentheim war am Samstag, 2. März, auf dem Marktplatz eine Demonstration gegen Rechtsextremismus, auf Initiative von Schüler:innen vom Deutschorden-Gymnasium unterstützt durch das Netzwerk gegen Rechts Main-Tauber. Die Münstergemeinde St. Johannes war in dem großen zivilgesellschaftlichen Unterstützerfeld mit ihrem Logo abgebildet, das Caritas-Krankenhaus und der BDKJ ebenso – das hat mich sehr gefreut. Es nahmen 1500 Menschen teil. Darunter waren auch immer wieder Gesichter von Kirchenmitgliedern zu entdecken.

Das Interview finden Sie hier.

Gesicht zeigen gegen Fremdenfeindlichkeit

Die Katholische Kirche in Stuttgart startet die Kampagne „Wir sind Weltkirche – Nein zu Rassismus“.

Christ zu sein und Fremdenfeindlichkeit zu pflegen, das geht nicht zusammen. Angesichts der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen zeigen Haupt- und Ehrenamtliche der katholischen Kirche in Stuttgart Gesicht. Auf den Social-Media-Kanälen der Stadtkirche werden seit Februar regelmäßig kurze mehrsprachige Statements von Menschen aus der Kirche veröffentlicht, die gegen Rassismus Position beziehen und die vor allem eines zeigen: Die katholische Kirche ist eine Weltkirche, in der es keinen Platz für Ausgrenzung aufgrund von Herkunft gibt. Das zeigt auch die Statistik: Rund 50 Prozent der Stuttgarter Katholikinnen und Katholiken haben eine Migrationsgeschichte.

Gestartet ist die Kampagne Anfang Februar, getragen wird sie von den Mitgliedern der katholischen Kirche in Stuttgart. Seither zeigen Menschen auf Instagram und Facebook im wahrsten Sinne des Wortes Gesicht: Sie verbinden ihr Foto mit einem kurzen und pointierten Statement.

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Heute noch ein Vorbild

Anlässlich des Todestags von Bischof Sproll am 4. März 1949 spricht Offizial Thomas Weißhaar im Interview über die Bedeutung Sprolls heute.

Bischof Joannes Baptista Sproll, siebter Bischof der Diözese Rottenburg, prägte sein Leben nach dem Wahlspruch "Fortiter in fide – Tapfer im Glauben". Mutig widersetzte er sich den Nationalsozialisten, verweigerte die Zustimmung zur Angliederung Österreichs und musste 1938 als einziger deutscher Bischof ins Exil. Sein Widerstand gegen die NS-Ideologie und die Verweigerung der Stimmabgabe machten ihn zum "Bekennerbischof". Für ihn läuft ein Seligsprechungsverfahren. Anlässlich des Todestages von Bischof Sproll geht es im Gespräch mit Thomas Weißhaar unter anderem auch um das Thema Versöhnung.

Herr Weißhaar, wie können wir Bischof Sprolls Haltung und Handlungen gegenüber dem Nationalsozialismus aus Ihrer Sicht als Inspiration für die heutige Zeit betrachten?

Natürlich leben wir in einer ganz anderen, nicht vergleichbaren Zeit und können nichts 1:1 auf das Heute übertragen. Meiner Meinung nach ist Bischof Sproll für uns bis heute aber dennoch eine Quelle der Inspiration; ein Ideengeber und auch ein Vorbild, das uns herausfordert. Wenn wir dem Ideal, das er uns gab, nachfolgen, bedeutet das nämlich, dass wir uns die Frage nach Grenzverletzungen in unseren heutigen Debatten stellen müssen; wir müssen uns dann fragen, wo der Punkt erreicht ist, ab dem wir nicht mehr schweigen dürfen; wo Grenzen überschritten werden, die nicht überschritten werden dürfen, und wir ins Handeln kommen müssen.

Das ganze Interview finden Sie hier.

„Nie wieder ist jetzt!“

Viele Katholik:innen beziehen Position bei Kundgebung gegen AfD-Landesparteitag an diesem Wochenende. Kirche bei Kulturfest in Innenstadt dabei.

Bei der Protestkundgebung gegen den AfD-Landesparteitag in der Rottweiler Stadthalle betonte Ordinariatsrätin Karin Schieszl-Rathgeb am Samstagvormittag bei ihrer Rede, dass der Glaube an einen barmherzigen, liebenden Gott und rechtsradikale Gesinnungen nicht zusammenpassen. Nicht ohne Grund stehe in unserem Grundgesetz die unveräußerliche Würde des Menschen unverrückbar als erster Artikel über allem anderen.

Demokratiefeindlichkeit und Christsein schließen sich einfach aus. Deshalb ist die AfD für Christinnen und Christen nicht wählbar“, sagte Schieszl-Rathgeb und hielt fest: „Wer sich in kirchlichen Verbänden, in den Kirchengemeinderäten und in der Caritas engagiert, kann niemals Mitglied in einer extremistischen Partei sein.“

Die Ordinariatsrätin dankte den vielen Besucher:innen der Kundgebung und rief ihnen zu: „Egal wo und wann die Rechtsextremisten zusammenkommen: Wir stehen auf und bilden ein Bündnis. Rottweil und unser Land sind und bleiben: Bunt und vielfältig."

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Für Menschenwürde und die freiheitliche Grundordnung

„Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar“ - Diözesanadministrator Dr. Clemens Stroppel begrüßt Erklärung der Bischöfe.

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) verabschiedete bei ihrer Frühjahrs-Vollversammlung in Augsburg am heutigen Donnerstag eine Erklärung, in der sie gegen alle Formen des Extremismus, besonders gegen Rechtsextremismus Stellung bezieht. Darin betonen die Bischöfe: „Völkischer Nationalismus ist mit dem christlichen Gottes- und Menschenbild unvereinbar. Rechtsextreme Parteien und solche, die am Rande dieser Ideologie wuchern, können für Christinnen und Christen daher kein Ort ihrer politischen Betätigung sein und sind auch nicht wählbar.“

Diözesanadministrator Dr. Clemens Stroppel, der zusammen mit den Weihbischöfen Thomas Maria Renz, Matthäus Karrer und Dr. Gerhard Schneider für die Diözese Rottenburg-Stuttgart an der Versammlung teilnahm, sieht den Einsatz für Menschenwürde und die freiheitliche Grundordnung als Gebot der Stunde „in Verantwortung vor Gott und den Menschen“.

Das Statement des Diözesanadministrators und die Erklärung der Bischöfe finden Sie hier.

In guter Verfassung?

Ein breites gesellschaftliches Bündnis organisiert in Weingarten Veranstaltungen zu 75 Jahre Bundesrepublik und Grundgesetz.

„Jetzt alle die Hände nach oben“, ruft Fotografin Angelika Koeberle-Woblick. Knapp 50 Männer und Frauen recken auf dem Weingartener Münsterplatz das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland in die Höhe. Jürgen Alexander Bader, der Leiter der örtlichen Volkshochschule (VHS), hatte einige Exemplare der neuesten Ausgabe mitgebracht. Mittendrin Bürgermeister Alexander Geiger und Heike Wagner von der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Die Leiterin des Standortes Weingarten begrüßte als eine der Initiator:innen der Veranstaltungsreihe „75 Jahre BRD - in guter Verfassung?!“ Vertreter:innen ihrer Kooperationspartner und andere, die dem Aufruf gefolgt sind.

Verschiedene Weingartener Vereine, Institutionen und engagierte Personen organisieren bis Dezember Aktionen wie Film- und Satireabende, Ausstellungen, Gespräche, Diskussionsabende, Installationen oder ein Barcamp. Das konkrete Programm soll im März auf einer Unterseite der Akademie-Homepage veröffentlicht werden. Hintergrund ist die Unterzeichnung des Grundgesetzes am 23. Mai 1949 in Bonn, die Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland.

Den ganzen Bericht und das Statement finden Sie hier.

Demokratie im Glauben an Gott gestalten

Statement von Johannes Warmbrunn, Sprecher des Katholiken- und Kirchensteuerrats, zum Beitritt zum "Bündnis für Demokratie und Menschrechte"

Nach der Berichterstattung über rechtsextreme Deportationsideen, welche die Recherchen des gemeinwohlorientierten Medienhauses Correctiv kürzlich offenlegten, unterstützen zahlreiche zivilgesellschaftliche und überparteiliche Organisationen, Religionsgemeinschaften, Verbände, Landkreise, Städte und Gemeinden sowie staatliche Institutionen, Vereine und Parteien in Baden-Württemberg das neu gegründete überparteiliche „Bündnis für Demokratie und Menschenrechte“ - auch die vier großen christlichen Kirchen in Baden und Württemberg. Am 25. Januar 2024 kamen die Bündnismitglieder zu einem Auftakttreffen in Stuttgart zusammen und verabschiedeten eine gemeinsame Erklärung - darin heißt es, gemeinsam ein Zeichen zu setzen, gegen Rechtsextremismus und für Demokratie und Menschenrechte.

Den Beitritt der Diözese Rottenburg-Stuttgart zum „Bündnis für Demokratie und Menschenrechte“ begrüßt Dr. Johannes Warmbrunn, Sprecher des Katholiken- und Kirchensteuerrats der Diözese, sehr.

Den ganzen Bericht und das Statement finden Sie hier.

„Gottes Liebe schließt keinen Menschen aus“

Die vier großen christliche Kirchen in Baden-Württemberg unterstützen „Bündnis für Demokratie und Menschenrechte“

Die vier großen christlichen Kirchen in Baden und Württemberg unterstützen das neu gegründete „Bündnis für Demokratie und Menschenrechte“. Dem Bündnis haben sich zahlreiche zivilgesellschaftliche und überparteiliche Organisationen, Religionsgemeinschaften, Verbände, Landkreise, Städte und Gemeinden sowie staatliche Institutionen, Vereine und Parteien in Baden-Württemberg angeschlossen. Die zwei Bischöfe, die Bischöfin und der Diözesanadministrator betonen den Wert des Bündnisses und die Notwendigkeit, für Menschenwürde und gegen jede Form der Menschenfeindlichkeit einzustehen.

Der württembergische Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl sieht insbesondere Christinnen und Christen herausgefordert: „Wer glaubt, dass jeder Mensch Gottes Geschöpf und Ebenbild ist, kann keine Mitmenschen ausgrenzen. Dafür stehen wir als Kirchen im Bündnis ein.“

Den ganzen Bericht lesen sie hier.
Gemeinsame Erklärung - Bündnis für Demokratie und Menschenrechte

Mutig einstehen für Demokratie

Für Demokratie und gegen Rechtsextremismus

Mehr als 3.500 Menschen setzen am Dienstagmittag bei einer Gedenkveranstaltung für Eugen Bolz ein Zeichen für Demokratie

„Nie wieder ist jetzt!“, „Wer schweigt, macht sich schuldig“ oder „Menschenrechte statt rechte Menschen“: mit Schildern wie diesen haben sich am Dienstagmittag Jung und Alt am Eugen-Bolz-Platz in Rottenburg versammelt, um gemeinsam ein Zeichen gegen rechte Hetze und für Demokratie zu setzen.

Auslöser für die bundesweiten Proteste waren Berichte über ein geheimes Treffen von Rechtsextremen mit Vertretern der AfD und des Vereins Werteunion, bei dem über eine „Re-Migrations-Agenda“ gesprochen wurde, die eine massenhafte Ausweisung von Menschen mit Migrationshintergrund beabsichtigt.

Die Aktion für Demokratie und gegen Rechtsextremismus fand im Rahmen des Todestags von Eugen Bolz statt. Der ehemalige Staatspräsident des Volksstaats Württemberg wurde am 23. Januar 1945 von den Nazis hingerichtet, da er sich dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus angeschlossen hatte. Der gebürtige Rottenburger gilt bis heute als Vorbild eines christlichen Politikers.

Den ganzen Bericht und ein Video finden Sie hier.

 

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