Amazonas-Synode: Kardinal Pedro Barreto und Prof. Josef Sayer im Interview

Der peruanische Kardinal Pedro Ricardo Barreto Jimeno berichtet von der Amazonas-Synode und mahnt zur Bewahrung der Schöpfung.

Er ist derzeit in Deutschland unterwegs: der Vorsitzende der Amazonas-Synode Kardinal Pedro Ricardo Barreto Jimeno. Anlass ist die diesjährige Adveniat-Weihnachtsaktion, die am Sonntag in Freiburg eröffnet wird. Auf seiner Deutschlandreise schaute Kardinal Barreto auch in Stuttgart vorbei, wo er sich mit Vertreterinnen und Vertretern der Abteilung Weltkirche der Diözese Rottenburg-Stuttgart und dem Ökumenischen Bündnis für Klimagerechtigkeit Baden-Württemberg traf.

Die Bewahrung der Schöpfung steht für den Erzbischof von Huancayo ganz oben auf der Agenda. Huancayo liegt in den peruanischen Anden. Dort befindet sich auch die Stadt La Oroya, wo der Bergbau seine Spuren hinterlassen hat. Schwere Umweltschäden und verseuchte Böden prägen das Leben der dortigen Bevölkerung.

Barreto wurde im Umweltschutz aktiv. 2012 schließlich stellte das Unternehmen den Bergbau ein, was auch dem Engagement der Kirche zu verdanken war. Papst Franziskus würdigte den Einsatz des Jesuiten für die Bewahrung der Schöpfung und ernannte Barreto 2018 zum Kardinal.

Doch die Leidenschaft Barretos gilt dem Amazonas-Becken. Der Kardinal kennt die Landschaft aus eigener Anschauung aus der Zeit, als er selbst im Erzbistum Jaén ganz im Norden von Peru lebte. Als Vize-Präsident des Amazonas-Bündnisses Repam setzt er sich für den Erhalt der Artenvielfalt und die Belange der indigenen Bevölkerung ein.

Doch der Regenwald ist nicht nur für die Menschen vor Ort von großer Bedeutung. Er ist auch wichtig für das Weltklima und ist doch in großer Gefahr. Darauf weist Prof. Josef Sayer hin, der am Gespräch in Stuttgart ebenfalls teilnahm. Sayer war als Pfarrer in Cuzco und Lima tätig, und war Hauptgeschäftsführer und Vorstandsvorsitzender bei Misereor. Bei der Bewahrung der Schöpfung nimmt er vor allem auch die Europäer in die Pflicht. Die realen Gefährdungen des Regenwaldes seien unser Fleischkonsum, unser Verbrauch an Soja und unser Bedarf an Rohstoffen.

Derzeit sind 17 Prozent des Regenwalds zerstört. Ab 25 Prozent sei er nicht mehr zu retten, sagt Sayer. Die Synode sagte, wir müssten eine Umkehr vollziehen. Das heißt, auch und vor allem für Europa, den Lebensstil zu ändern.

Hochgeladen am: 28-11-19