Foto: DRS/Guzy Viele Wege und Angebote
Unterwegs in der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Neben dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela führt seit dem Jahr 2011 der Martinusweg zu Ehren des Diözesanpatrons Martin von Tours auf mehr als 1200 Kilometern durch die Diözese. Mit dem Meinradweg verbindet seit 2019 Deutschlands erster reiner Radpilgerwege Rottenburg am Neckar mit dem Kloster Einsiedeln in der Schweiz. Daneben gibt es eine Vielzahl an kleineren und regionalen Pilgerwegen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Außerdem gibt es zahlreiche spezielle Pilgerangebote, die sich auch gut für den Einstieg eignen. Ein körperliches Training ist fürs Pilgern meist nicht erforderlich – es ist aber hilfreich, sich mental auf den Weg vorzubereiten und auch an schwierige Situationen zu denken, die eintreten könnten. Bei längeren Strecken sollten die ersten drei Tage so geplant werden, dass ein Einlaufen möglich ist – und das immer in bereits eingelaufenen Schuhen.
- Martinusweg
Der Martinusweg verbindet Kirchen, die dem heiligen Martin geweiht sind. Der Hauptweg durch die Diözese Rottenburg-Stuttgart ist gleichzeitig das Herzstück des europäischen Kultur- und Pilgerwegs „Via Sancti Martini“ von seiner Geburtsstadt Szombathely in Ungarn nach Tours in Frankreich, wo Martin Bischof war und begraben ist. Es gibt außerdem vier regionale Martinuswege, die auf den Hauptweg zuführen:
- Meinradweg
Der Meinradweg ist dem heiligen Meinrad, dem Gründer von Kloster Einsiedeln in der Schweiz, gewidmet. Er führt in vier oder fünf attraktiven Tagesetappen über die schwäbische Alb, das Donautal und den Bodensee in die Schweiz.
- Oberschwäbischer Pilgerweg
Am Oberschwäbischen Pilgerweg liegen unzählige Wallfahrtsorte, Klöster und Geistige Zentren.
- Ulrikaweg
Ein noch recht junger Pilgerweg ist seit 2021 der Ulrikaweg zu Ehren der seligen Ulrika Nisch von Unterstadion in Oberschwaben zum Kloster Hegne am Bodensee. Dieser wurde 2023 auch als Radpilgerweg ausgeschildert.
- Wolfgangweg
Im Herbst 2024 wurde der Wolfgangweg zu Ehren des heiligen Wolfgang eröffnet. Der Weg führt von dessen Geburtsort Pfullingen im Landkreis Reutlingen nach Regensburg, wo er an den bestehenden Wolfgangweg anschließt.
Pilgerseelsorge in Santiago de Compostela
Ankommen und erwartet werden
Seit 2009 werden Pilgerinnen und Pilger in der Saison von Mitte Mai bis Ende Oktober von Ehrenamtlichen und Priestern in deutscher Sprache in Santiago de Compostela willkommen geheißen. Es werden offene Gruppentreffen und geistliche Kirchenführungen angeboten.
Daneben besteht die Möglichkeit zu Einzelgesprächen und zur Beichte. Am Ziel ihrer Pilgerreise haben die Menschen damit die Gelegenheit, ihre Erfahrungen zu reflektieren, zu vertiefen und mit anderen zu teilen. Sie bekommen Impulse zum Verweilen und zum Gebet am Grab des heiligen Jakobus. Außerdem können sie sich auf ihren Heimweg und auf die Rückkehr in ihren Alltag vorbereiten.
Tradition der Wallfahrtsorte
Zeitlose Glaubens- und Kraftorte
Wallfahrtsorte üben als Glaubens- und Kraftorte eine zeitlose Anziehungskraft auf Menschen aus. An den größeren Wallfahrtsorten bieten Seelsorgerinnen und Seelsorger Einzelseelsorge und Gespräche an. Überall können Besucherinnen und Besucher Kerzen für ihre Anliegen anzünden. Menschen brechen zu Wallfahrtsorten auf, in der Hoffnung, an ihrem Ziel Gott besonders nahe sein zu können. Dabei haben sie ihre Sorgen, Nöte und Anliegen, aber auch ihren Dank im persönlichen Gepäck. Am Ziel erwartet sie ein herzliches Willkommen. An Wallfahrtsorten ereignet sich so beides: Aufbrechen und Ankommen. Wallfahrtsorte laden ein, sich auf den Weg zu machen an einen Ort, an dem die Tür für alle weit offen steht. Sie verweisen auf Gott, der uns erwartet und aufnimmt mit all dem, was wir an Gepäck mit uns tragen.
Foto: DRS/Guzy Spirituelle Orte und Projekte
Kraft und Halt für den Alltag
Viele Menschen sehnen sich nach Innehalten und Kraftquellen mitten im Alltag. Sie suchen nach Sinn, Tiefe, Transzendenz und Antworten auf das Woher und Wohin des Lebens.
Spiritualität ist Ausdruck dieser Suche und kennt vielfältige Erscheinungsformen. Spiritualität – abgeleitet vom lateinischen Wort spiritus für Atem, Hauch, Geist – steht für die Lebendigkeit, die Menschen mit allem verbindet und stärkt.
In der Diözese Rottenburg-Stuttgart sind in den vergangenen Jahren neue spirituelle Orte und Profile gewachsen. Diese Angebote schöpfen aus dem reichen Schatz christlicher Spiritualität und öffnen zugleich neue Zugangswege. Offen für Menschen aller Religionen, Herkunft und Kulturen sind diese Orte geprägt von gelebter Gastfreundschaft und kompetenter Begleitung. Sie bieten Raum, um eine tragfähige Spiritualität zu entdecken, die im Alltag mit all seinen Herausforderungen Kraft und Halt schenkt.
- station s
Das spirituelle Zentrum station s ist in der Kirche St. Fidelis in Stuttgart-West beheimatet. Menschen finden hier altbewährte, aber auch neue, zeitgemäße spirituelle Angebote, um Kraft zu schöpfen, Spiritualität einzuüben und Stille mitten im Alltag zu erleben. Die Angebote reichen von Kontemplation und Meditation über Körpergebet und Jugum bis hin zu Kultur. Leben und Glauben können dabei ins Gespräch gebracht werden. Das Spirituelle Zentrum ist mit Gemeinden, Einrichtungen und Kooperationspartnern in der Stadt vernetzt und eröffnet Raum für Spiritualität mitten in der Stadt und für die Stadt.
- Stadtkloster Maria Hilf
Das Stadtkloster Maria Hilf in Bad Mergentheim ist ein Ort der Begegnung für Menschen verschiedener Konfessionen, Weltanschauungen und Kulturen. Es ist ein Ort für alle, die ihren Glauben stärken und feiern möchten, die Stille oder auch eine persönliche Auszeit brauchen. Das Stadtkloster bietet vielfältige Angebote, innezuhalten, durchzuatmen und Kraft zu schöpfen.
- Neresheimer Programm
Das Neresheimer Programm ist seit 2022 auf dem Schönenberg bei Ellwangen beheimatet. Ein Schwerpunkt liegt auf inspirierenden Veranstaltungen rund um Selbstfindung und Persönlichkeitsentfaltung. Das Programm lädt ein, Neues zu entdecken.
- Netzwerk allgäusegen
Das Netzwerk allgäusegen ist ein Projekt der katholischen Kirche im württembergischen Allgäu. Das Allgäu ist bis heute geprägt von einem großen Schatz an religiösen Traditionen, spirituellen Orten und Pilgerwegen. Es ist ein segensreicher Landstrich, wo vieles möglich ist. Zahlreiche Angebote in der Region laden ein, eine Auszeit zu genießen, Weite zu atmen und sich berühren zu lassen.
- Spiritualität Mitte(n)drin
Rund um die Profilstelle Spiritualität gibt es im Dekanat Rottweil unter dem Motto„Spiritualität Mitte(n)drin“ spirituelle Angebote, die offen sind für Menschen aller Generationen und für alle, die sich als Suchende verstehen. Hier wachsen wertvolle Kooperationen und Angebote, auch mit Blick auf die Landesgartenschau 2028 in Rottweil.