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Rottenburg/Stuttgart. Mit einer rund zweistündigen Pilgertour auf dem Martinusweg quer durch Stuttgart hat Bischof Gebhard Fürst am Dienstagabend (7. Mai) auf die Bedeutung Europas und die Wahlen zum Europäischen Parlament am 26. Mai aufmerksam gemacht. Unterwegs mit zahlreichen Pilgern mehrerer Nationen bezeichnete Bischof Fürst den Martinusweg als „begehbares Symbol der Einheit und des Friedens“. Zielort des gemeinsamen Pilgerns war die Kirche St. Martin in Bad Cannstatt. Um gemeinsame christliche Werte in Europa zu betonen, schlossen sich Mitglieder der Stuttgarter Französischen und Ungarischen Katholischen Gemeinde der Pilgertour an.

Mit einem Aufruf des Rottenburger Bischofs zur Europawahl erfolgte der Pilgerstart in der katholischen St.-Thomas-Morus-Kirche in Stuttgart-Heumaden: „Ich bitte die Bürger Europas darum, sich auf den Weg zu machen - zur Wahl am 26. Mai und gleichzeitig zu einem friedlichen und solidarischen Europa“, sagte Bischof Fürst. Begleitet auf dem Martinusweg in Richtung Bad Cannstatt wurde er von Mitgliedern der Katholischen Französischen Gemeinde.

Als Gründer der ersten Mönchsgemeinschaft Europas sei der Namenspatron des Pilgerweges, Martin von Tours, Kristallisations-Punkt für ein Leben in Gemeinschaft. „Er hat Maßstäbe gesetzt, die wegweisend sind für ein Miteinander in Gerechtigkeit und Frieden“, betonte Bischof Gebhard Fürst in seiner Ansprache in der Cannstatter Martinskirche. Grundvoraussetzung um in Europa heute aufzubrechen und sich gemeinschaftlich den Herausforderungen zu stellen sei, dass die Völker sich kennen. „Viele Staaten wurden in die Europäische Gemeinschaft aufgenommen, aber es wurde zu wenig getan, um einen geistigen Austausch zu fördern“, sagte der Rottenburger Bischof. Kennenlernen sei notwendig, da die Völker Europas unterschiedlicher ethnischer Herkunft sind. Bischof Fürst lud alle Bürger dazu ein, „mit dem Kompass des Martin von Tours in der Tasche“, den europäischen Weg weiter zu gehen.

Zum gemeinsamen Abschluss in der Cannstatter Martinskirche waren auch Mitglieder der Ungarischen Katholischen Gemeinde Szent Gellért gekommen; sie waren als Pilgergruppe in Stuttgart-Gablenberg gestartet.

Hintergrund
Der Martinusweg wurde 2005 vom Europarat in die Liste der europäischen Kulturwege aufgenommen. Er führt quer durch Europa, vom Geburtsort des Heiligen Martin in Ungarn bis zu dessen Grablege nach Frankreich. Seit 2016 ist der Martinusweg in der Diözese ein Teilstück der neuen europäischen Mittelroute via sancti martini von Szombathely nach Tours. Der Martinusweg in der Diözese Rottenburg-Stuttgart ist gegliedert in einen Hauptweg und vier Regionalwege, die auf den Hauptweg zuführen. Das Wegenetz umfasst insgesamt fast 1.200 Kilometer.

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