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Rottenburg. In der Reihe der internationalen Rottenburger Orgelkonzerte gibt es 2019 erneut herausragende Tastenkünstler aus dem In- und Ausland in der Bischofsstadt zu hören. Den Auftakt macht am 13. Januar um 17 Uhr im Dom St. Martin der Titularorganist des Straßburger Münsters, Pascal Reber. Der Maître aus dem benachbarten Elsass spielt ein nachweihnachtliches Programm mit Werken von Bach, Boëly, Duruflé, Messiaen und eigenen Werken. Da er - wie die meisten französischen Organisten - ein Meister der Improvisation ist, wird er auch im Rottenburger Dom eine Kostprobe seines Könnens auf diesem Gebiet abliefern.

Am 10. Februar um 17 Uhr gibt der Schweizer Organist Andreas Jetter ein Gastspiel auf der Domorgel. Einst als pianistisches Wunderkind gefeiert, gilt seine Passion heute vor allem der Kirchenmusik, obgleich er immer noch auch als Pianist europaweit konzertiert. Neben seiner Ausbildung an bedeutenden russischen Konservatorien studierte er Kirchenmusik und Orgel und ist heute Dommusikdirektor im schweizerischen Chur sowie gleichzeitig Münsterkantor in Radolfzell am Bodensee. Andreas Jetter spielt Werke von Johann Sebastian Bach in romantischen Bearbeitungen sowie virtuose symphonische Orgelmusik.

Der Wormser Domorganist Dan Zerfaß spielt am 24. März um 17 Uhr im Dom ein Orgelkonzert zum 3.Fastensonntag. Einst Bischofskirche, ist der heute als reine Pfarrkirche fungierende riesige Dom zu Worms immer noch einer der drei bedeutenden Kaiserdome am Rhein mit reicher geschichtlicher und kultureller Vergangenheit. Das Motto des Konzertes lautet: „Da Jesus an dem Kreuze stund“. Es erklingt ein kontrastreiches Programm mit Werken von Scheidt, Bach, Mozart, Franck, Schroeder und Marco Enrico Bossi.

Im Jahr 2019 feiert die Rottenburger Domorgel ihren 40. Geburtstag. 1979 von der Firma Sandtner aus Dillingen an der Donau erbaut, erfreut sie seit nunmehr vier Jahrzehnten Zuhörer und Spieler gleichermaßen. Aus diesem Grund wird am 5. Mai ein festliches Orgelkonzert mit dem ehemaligen Rottenburger Domorganisten Wolfram Rehfeldt (1972-2010) und dem amtierenden Domorganisten Ruben Sturm (seit 2010) stattfinden - als Besonderheit ausschließlich mit Orgelmusik Rottenburger Komponisten. Die Tatsache, dass bis jetzt erst zwei Organisten an dem Instrument amtierten, spricht für die künstlerische Qualität und musikalische Vielseitigkeit dieser Orgel.

Neben Konzerten namhafter Organisten berühmter Kathedralen und Dome gibt es
in diesem Jahr auch ein besonderes Projekt für Posaune und Orgel am 22.September in St. Moriz am dortigen Patrozinium zu hören: SEVEN - sieben klingende Fragmente über die Schöpfung, den Ursprung des Lebens. Ein sicherlich einmaliges musikalisches Erlebnis zwischen Jazz und Tradition. Elmar Lehnen ist Basilika-Organist an der bedeutenden päpstlichen Marienbasilika im Wallfahrtsort Kevelaer am Niederrhein. Er gilt als herausragender Orgelimprovisator. Sein Duopartner Hansjörg Fink ist ein äußerst vielseitiger Posaunist, der sich auf unterschiedlichsten musikalischen Terrains zu Hause fühlt. 

Das Konzert am 3.November übernimmt der Bamberger Domorganist Prof. Markus Willinger um 17 Uhr im Dom. Der aus Niederbayern stammende und an der Kathedrale des fränkischen Erzbistums wirkende Organist ist ebenfalls ein Meister der Improvisation und wird - neben Werken von Johann Sebastian Bach - über Liedwünsche aus dem Publikum improvisieren. Den Abschluss der Reihe gestaltet der musikalische „Hausherr“ des Rottenburger Doms, Prof. Ruben Sturm mit einem adventlichen Orgelkonzert bei Kerzenschein zum Nikolausmarkt. Dieses findet am Sonntag, dem 8. Dezember, um 17 Uhr im Dom statt. Neben Werken von Bach, Daquin, Franck und Dupré erklingen dabei auch Orgelimprovisationen über Adventslieder in verschiedenen Formen und Stilen.

Zur Zeit befindet sich in der Theoderichskapelle in Rottenburg leihweise eine spanische Orgel, als Stilkopie einer iberischen Barockorgel des 17. Jahrhunderts. Der Orgelbauer Joaquín Lois Cabello aus Tordesillas, (Valladolid / Spanien) hat sich zur Aufgabe gemacht, die iberische Orgelbaukunst und Orgelkunst weiter zu verbreiten und bekannt zu machen. Der Verein der Freunde und Förderer der Hochschule für Kirchenmusik Rottenburg e.V. hat dieses singuläre Projekt großzügig unterstützt. Am Mittwoch, 26. Juni, um 19.30 Uhr findet deshalb in der Theoderichskapelle an der Seebronner Straße ein Meisterkurs mit dem berühmten Organisten Guy Bovet aus der Schweiz statt, der als ausgewiesener Spezialist auf dem Gebiet dieser Orgelkultur gilt.

Der Vorverkauf für dieses nicht im Jahresabonnement enthaltenen Konzertes erfolgt - wegen der begrenzten Platzkapazität der Kapelle - ausschließlich über die Hochschule für Kirchenmusik. Abos und Einzelkarten für die Konzertreihe 2019 gibt es ansonsten im Vorverkauf beim Schwäbischen Tagblatt (Geschäftsstelle am Metzelplatz, Rottenburg), bei der Geschäftsstelle der WTG (Marktplatz Rottenburg), beim Tourist&Ticket-Center Tübingen (Neckarbrücke), direkt bei der Hochschule für Kirchenmusik in Rottenburg (St.-Meinrad-Weg 6) oder jeweils an der Abendkasse ab 16.30 Uhr. Der Preis für ein Abo beträgt 60 Euro (ermäßigt 42 Euro), die Einzelkarten kosten jeweils 10 bzw. 7 Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt bei allen Konzerten.

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