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Rottenburg/Stuttgart. 9. Dezember 2018. In einem feierlichen Gottesdienst hat Bischof Gebhard Fürst am Sonntag (9. Dezember) die neu gebaute Kirche St. Peter in Stuttgart Bad-Cannstatt geweiht. St. Peter ist Teil des neu errichteten Zentrums im Wohngebiet Memberg; es beherbergt neben dem Sakralbau ein Gemeindezentrum sowie eine Kindertagesstätte. Durch eine in der Diözese Rottenburg-Stuttgart neue Form der Kooperation mit der Stiftung Liebenau (Meckenbeuren) wird das Areal gemeinsam von Kirchengemeinde und Stiftung genutzt.

Für die katholische Stadtkirche in Stuttgart ist der Abriss und Neubau von St. Peter das erste realisierte Projekt innerhalb des Standortentwicklungsprozesses „Aufbrechen“. Ziel des Projektes ist es, die katholische Kirche in Stuttgart zukunftsfähig zu machen. Ermöglicht wurde der Neubau durch die Kooperation mit der Stiftung Liebenau, die einen Teil des Grundstücks von der Kirchengemeinde erworben hatte, um darauf die Behinderteneinrichtung St. Damiano mit Wohnbereich und Werkstatt zu errichten.

Auf den Apostel Petrus, den „Fels“ der Kirche und Namenspatron von St. Peter, verwies Bischof Gebhard Fürst in seiner Predigt. Petrus stehe für all die lebendigen Steine, „die dieses Zentrum mit seiner Kirche tragen“, sagte der Bischof. „Sie alle bringen ihre Buntheit und Vielfalt in dieses Haus, in die Kirche und an den Altar“, wandte er sich an die Gemeinde. Der Bau einer Kirche sei weit mehr als nur ein Bauprojekt. Gerade in der heutigen Zeit, in der Kirchen oftmals leer blieben, sei der Neubau einer Kirche etwas ganz Besonderes: „Für die Gemeinde eröffnet sich die einmalige Chance der Orientierung und Neuorientierung, des Verwerfens und Realisierens von Plänen“. Viele Engagierte hätten bei diesem Projekt Hand angelegt, zusammen mit den Architekten, Handwerkern und Künstlern sei etwas Wunderbares geschaffen worden, drückte der Bischof seine Freude über den Neubau aus. Aber fast noch wichtiger sei die Auseinandersetzung mit der Frage gewesen, was für ein Ort hier entstehen solle. Das Ergebnis sei kein steinernes Zeugnis, sondern ein Zeugnis des lebendigen Glaubens der Gemeinde, bescheinigte der Bischof dem Konzept von St. Peter. „Nehmen Sie die Kraft dieses Ortes mit hinaus in die Welt“, forderte der Bischof die Gemeinde auf.

St. Peter setze Maßstäbe, auch für zahlreiche weitere Standorte in Stuttgart, an denen neue Konzepte und Nutzungen gefunden werden müssten, sagte der Stuttgarter Stadtdekan Christian Hermes. „Die Partnerschaft mit der Stiftung Liebenau, das Konzept von Kirche, Gemeinderäumen und einer modernen Kindertagesstätte, die Zusammenarbeit der Projektpartner, das Engagement der Gemeinde: hier hat alles gestimmt.“ Er freue sich vor allem darüber, dass ein Miteinander von Gottesdienst, Kita, Gemeindeleben und sozialer Einrichtung den Auftrag und Zweck von Kirche erlebbar mache, so Hermes. „Diese Nutzungen ergänzen sich optimal.“

Den Hauch Gottes in dieser Welt lebendig werden zu lassen, dazu solle dieser besondere Ort beitragen, betonte der Pfarrer von St. Peter, Martin Kneer. "Die neue Kirche und das Gemeindezentrum sind eine große Bereicherung für die Gemeinde und für den Stadtteil. Wir möchten uns in den Stadtteil hinein öffnen und das neue Zentrum zu einem Ort der Begegnung machen“, ergänzte er.

Die alte Kirche St. Peter aus dem Jahr 1972 war stark sanierungsbedürftig und wurde im Mai 2016 profaniert und bis Jahresende 2016 abgerissen. Baubeginn des Neubaus mit Kirche, Kita und Gemeindezentrum war im Frühjahr 2017, die Bauzeit betrug 20 Monate. Die Kosten für das Gesamtprojekt lagen bei 6,5 Millionen Euro.

St. Peter ist aktuell der einzige Kirchenneubau in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Zuletzt waren im Jahr 2015 die Kirche St. Paulus in Balingen-Frommern und davor die Kirchen Heilig Kreuz in Dornhan, Dekanat Rottweil (2003), Auferstehung Christi in Horb-Hohenberg (2001) und St. Klara in Ulm (2000) neu errichtet worden.

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