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Rottenburg. In der seit 2003 arbeitenden Kommission sexueller Missbrauch (KsM) der Diözese Rottenburg-Stuttgart sollen künftig nur noch ehrenamtliche, also nicht unmittelbar vom Bischof abhängige Mitglieder, Stimmberechtigung haben. Die hauptamtlich im Dienst der Kirche tätigen Mitglieder werden nur noch beratende Funktion ausüben. Den Vorsitz der KsM hat die ehemalige baden-württembergische Sozialministerin Monika Stolz (CDU) seit 2014 inne.

Dies ist eine der Neuerungen, die Bischof Dr. Gebhard Fürst am Montag, 25. Februar, als Reaktion auf die „Kinderschutz-Konferenz“ im Vatikan in einem Brief an Mitarbeiter der Diözese kommuniziert hat. Als weitere Punkte im Kampf gegen sexuellen Missbrauch Schutzbefohlener schlägt der Bischof die Schaffung eines unabhängigen Gerichtshofs aller Diözesen in Raum der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) für Straffälle im Bereich des sexuellen Missbrauchs und eine überdiözesane unabhängige Verwaltungsgerichtsbarkeit vor. „Ich werde mich auf der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in diesem März dafür einsetzen, hierfür übergeordnete Strukturen zu schaffen“, schreibt Bischof Dr. Fürst.

Aufbauend auf den seit 2012 laufenden Aktivitäten der „Stabsstelle Prävention, Kinder- und Jugendschutz“ wird zudem die Arbeit im präventiven Bereich der Diözese weiter ausgebaut. In den nächsten Jahren werden so mehr als 15.000 Beschäftigte und viele tausend Ehrenamtliche nach einheitlichen Standards zum Thema Missbrauch sensibilisiert. In der Akademie der Diözese in Hohenheim sind für Juli eine Tagung zur MHG-Studie sowie das erste Diözesane Präventionsforum geplant.

 

 

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