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Rottenburg. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart wird gemeinsam mit der Konferenz der Diözesandatenschutzbeauftragten nach Mitteln und Wegen suchen, wie sie ihre Präsenz in den sozialen Medien dem geltenden Datenschutzrecht und der europäischen Rechtsprechung konform gestalten und weiter entwickeln kann. Dies ist das Ergebnis eines Gespräches zwischen Professor Dr. Felix Hammer, Justitiar der Diözese Rottenburg-Stuttgart, und Mediendirektor Thomas Brandl mit dem Katholischen Datenschutzzentrum Frankfurt/Main.

Ursula Becker-Rathmair, als Diözesandatenschutzbeauftragte für die (Erz-)Diözesen Freiburg, Fulda, Limburg, Mainz, Rottenburg-Stuttgart, Speyer und Trier zuständig, und ihr Kollege Steffen Pau (Dortmund) als Sprecher der Konferenz der Diözesandatenschutzbeauftragten zeigten sich erfreut, dass in dem Gespräch ein gemeinsames Verständnis zum Umgang mit den Sozialen Medien erzielt werden konnte. Mit dem Beschluss aus dem vergangenen Jahr hätten die Diözesandatenschutzbeauftragten ja bewusst nicht sämtliche Facebook-Fanpages verbieten wollen, sondern man habe auf die Schwierigkeiten eines datenschutzkonformen Betriebes hingewiesen und vor diesem Hintergrund zu einem vorsichtigen Umgang gemahnt. Das von der Diözese Rottenburg-Stuttgart nun beschriebene Vorgehen sei der richtige Weg, um das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung wahren zu können, das seine Grundlage im Grundgesetz und der Europäischen Charta der Grundrechte habe.

Die Vertreter der Diözese Rottenburg-Stuttgart wollen dieses Thema in die entsprechenden Gremien der Deutschen Bischofskonferenz einbringen, um so in einer konzertierten Aktion aller deutschen Diözesen mit ihren mehr als 23,3 Millionen Mitgliedern und möglichst auch der evangelischen Landeskirchen mit 21,5 Millionen Gläubigen Druck auf Facebook & Co. auszuüben, ihren Umgang mit Nutzerdaten und ihre Geschäftsbedingungen dem europäischen Datenschutz anzupassen.

Die Diözesandatenschutzbeauftragten und die Diözese Rottenburg-Stuttgart begrüßen daher das Vorgehen des Bundeskartellamtes gegen Facebook. Die Behörde hatte dem Unternehmen Anfang Februar verboten, ohne klare Einwilligung der Nutzer grenzenlos Daten von Facebook, WhatsApp und Instagram zu verknüpfen.

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