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„Segen bringen, Segen sein. Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit!“ Unter diesem Motto findet am Samstag, 29. Dezember, in Stuttgart die zentrale Eröffnungsfeier der Sternsingeraktion 2019 statt. Eingeladen sind alle SternsingerInnen der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Das Programm beginnt um 10.30 Uhr im St. Agnes-Gymnasium mit Workshops für die verschiedenen Sternsinger-Gruppen, denen sich um 15 Uhr eine Prozession mit Alpakas aus Peru durch die Innenstadt zur Domkirche St. Eberhard anschließt; dort ist für 16 Uhr der gemeinsame Eröffnungsgottesdienst mit Weihbischof Matthäus Karrer geplant.

Anfang des Jahres 2019 sind wieder 300.000 Sternsingerinnen und Sternsinger in ganz Deutschland als Botschafter Gottes unterwegs. Allein in Baden-Württemberg beteiligen sich an der Aktion Dreikönigssingen rund 50.000 Kinder und Jugendliche. 2018 kam durch den Einsatz der Buben und Mädchen bundesweit eine Summe von 48,8 Millionen Euro zusammen – ein Fünftel davon stammte aus den Sammelbüchsen zwischen Mannheim und Friedrichshafen am Bodensee. Dabei wurden knapp 5,3 Millionen Euro in der Diözese Rottenburg-Stuttgart gesammelt und 4,6 Millionen in der Erzdiözese Freiburg. Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) konnten dadurch rund 1.600 Kinderhilfsprojekte in 107 Ländern finanzieren.

Kinder mit Behinderung stehen im Mittelpunkt der kommenden Aktion Dreikönigssingen. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen haben 165 Millionen Mädchen und Jungen weltweit eine Behinderung. In Entwicklungs- und Schwellenländern leben besonders viele Kinder mit Behinderung – die meisten in großer Armut. Neun von zehn gehen nicht zur Schule. In vielen Ländern werden diese Kinder als Last oder Schande empfunden; häufig leiden sie unter Gewalt oder werden von ihren oft überforderten Eltern versteckt und vernachlässigt. Die Sterblichkeitsrate von Kindern mit Behinderung unter fünf Jahren liegt 80 Prozent höher als die von Kindern ohne Behinderung.

Jedes dritte Kind, das auf der Straße leben muss, hat eine Behinderung. Daher steht der Einsatz für Kinder mit geistiger oder körperlicher Behinderung und deren Inklusion im Fokus der Aktion Dreikönigssingen 2019. Ein langjähriger Projektpartner ist Yancana Huasy in Peru, dem Beispielland der Aktion Dreikönigssingen 2019. Das Zentrum der Pfarrgemeinde El Señor de la Esperanza in einem Armenviertel der Hauptstadt Lima unterstützt und begleitet Kinder mit Behinderung und ihre Familien.
Auch Ángeles, die gemeinsam mit ihren Freundinnen Camilla und Melanie auf dem Aktionsplakat der Sternsinger-Aktion 2019 zu sehen ist, kommt regelmäßig ins Zentrum. Wegen einer Muskelschwäche kann die Achtjährige nicht lange stehen. In Yancana Huasy hat Ángeles jede Woche Physiotherapie; zudem hat das Zentrum ihr einen Rollstuhl besorgt und begleitet ihre Schule bei der Inklusion von Kindern mit Behinderung. Auch politisch setzt sich Yancana Huasy ein und fordert eine bessere Inklusion von Menschen mit Behinderung in die peruanische Gesellschaft.

Nach der Tour durch ihre Heimatgemeinden zu Beginn des neuen Jahres öffnet sich für acht Sternsinger-Gruppen aus den Diözesen Rottenburg-Stuttgart und Freiburg am 7. Januar eine ganz besondere Tür: Auf Einladung der Landesregierung dürfen die Kaspars, Melchiors und Balthasars bei einem Empfang im Neuen Schloss in Stuttgart zeigen, mit wie viel Kreativität und Ideenreichtum sie die Aktion Dreikönigssingen in ihren Heimatgemeinden gestalten. Bereits einen Tag früher, am 6. Januar, sind die Pfadfinder beim Neujahrsempfang von Bischof Gebhard Fürst in Stuttgart mit von der Partie. Am Empfang der Bundeskanzlerin am 7. Januar in Berlin nehmen Sternsinger aus der Gemeinde Herz Jesu in Kehl-Kork und St. Paulus in Neckartenzlingen teil. Für den 8. Januar hat EU-Vizepräsident Rainer Wieland (Stuttgart) 25 Sternsinger aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Rumänien, Italien und Belgien ins Europa-Parlament eingeladen; die deutsche Delegation kommt dabei aus dem Bistum Osnabrück.

Thomas Brandl

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