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Rottenburg. Eine jetzt vom Zentralinstitut für Ehe und Familie in der Gesellschaft (ZFG) der katholischen Universität Eichstätt vorgestellte Studie belegt die Familienfreundlichkeit der Diözesanverwaltung Rottenburg-Stuttgart als Arbeitgeber. In vier von fünf abgefragten Handlungsfeldern gehört das Bischöfliche Ordinariat zu den fünf Ordinariaten in Deutschland, die mit der höchsten Zufriedenheit seitens der Mitarbeitenden bewertet wurden. Für die Studie befragte das ZFG die Beschäftigten von 24 Bistumsverwaltungen über deren Zufriedenheit hinsichtlich familienfreundlicher Leistungen.

Zufrieden sind die knapp 500 Mitarbeitenden im Bischöflichen Ordinariat mit den Leistungen im Bereich „Arbeitszeitflexibilität“, „Elternzeit“, „Pflegebedürftigkeit“ und „Familienservice“. Die Studie bestätigt damit die positive Bewertung des Punktes „Work-Life-Balance und Rücksichtnahme auf familiäre Bedürfnisse“ innerhalb einer von der Diözese selbst im Jahr 2017 durchgeführten Mitarbeiterbefragung. Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gibt es in der Diözese Rottenburg-Stuttgart seit rund 20 Jahren: Bereits im Jahr 1998 wurde die Stelle einer Frauenbeauftragten eingerichtet, die im Jahr 2001 in die Bezeichnung „Gleichstellungsbeauftragte“ überführt wurde. Die Diözese gehörte damit zu den ersten bundesweit, die eine Stelle mit diesem Profil einrichteten.

Weiteren Handlungsbedarf zur verbesserten Vereinbarkeit von Familie und Beruf sieht die Gleichstellungsbeauftragte der Diözese, Andrea Langenbacher, derzeit vor allem im Bereich Pflegebedürftigkeit: Ein entsprechender Leitfaden wurde bereits herausgegeben, regelmäßige Vorträge zum Thema Pflege oder zum Umgang mit Demenz seien geplant. Geprüft werde derzeit auch die Einrichtung eines Pflegelotsen-Diensts. Ziel sei es, eine niederschwellige Anlaufstelle mit Lotsenfunktion für Mitarbeitende mit Pflegeverantwortung anzubieten.

Der Altersdurchschnitt der Mitarbeitenden im Bischöflichen Ordinariat beträgt aktuell gut 48 Jahre, rund 60 Prozent der Beschäftigten sind Frauen. Rund 120 von ihnen arbeiten in Vollzeit, etwa 170 in Teilzeit. Bei den Männern sind es rund 170 in Vollzeit und 20 in Teilzeit.

Das Bischöfliche Ordinariat Rottenburg-Stuttgart wurde bereits im Jahr 2002, als erstes in Deutschland, mit dem Zertifikat „audit berufundfamilie“ der gemeinnützigen Hertie-Stiftung ausgezeichnet – als ein Arbeitgeber, der auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie besonderen Wert legt. Mit der sechsten Zertifizierung in Folge hat das Ordinariat die Auszeichnung im Jahr 2017 dauerhaft verliehen bekommen. Zum Angebot des Ordinariats zählen familiengerechte Teilzeitarbeitsmöglichkeiten, flexible Arbeitszeit, alternierende Telearbeit, Unterstützung bei der Suche nach Kinderbetreuung, familienbezogene Entgeltbestandteile, die mögliche Inanspruchnahme einer Sabbatzeit oder von Zeiten zur Betreuung von Kindern oder zu pflegenden Angehörigen, ein Kontakthalteprogramm für beurlaubte Beschäftigte sowie Unterstützung beim beruflichen Wiedereinstieg. Das Handlungsprogramm bis zur nächsten Überprüfung 2020 enthält Themen wie Führung in Teilzeit (TopSharing), vollzeitnahe Führung und Veranstaltungen zu Beruf und Pflege. Darüber hinaus strebt die Diözese bis zum Jahr 2020 einen Frauenanteil von 30 Prozent bei Führungsstellen an.

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