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Rottenburg. In der traditionellen Chrisammesse weiht Bischof Gebhard Fürst am kommenden Montag (15. April) im Rottenburger Dom die heiligen Öle für die Spendung der Sakramente. Die Feier zu Beginn der Karwoche wird ab 10.30 Uhr live auf der Website der Diözese unter www.drs.de übertragen. Zu dieser Eucharistiefeier werden bis zu 250 Priester aus der ganzen Diözese erwartet, außerdem zahlreiche Ministranten und sogenannte Ölboten, welche die geweihten Öle in ihre Heimatgemeinden bringen.

In der Chrisammesse weiht der Bischof die heiligen Öle, die während des Jahres in den katholischen Kirchengemeinden verwendet werden. Dies sind das Chrisamöl (für Taufe, Firmung, Priester- und Bischofsweihen, für die Weihe von Kirchen und Altären sowie für Glocken- oder Kelchweihen), das Krankenöl für die Krankensalbung und das Katechumenenöl für erwachsene Taufbewerber. Insgesamt werden in diesem Jahr rund 40 Liter Chrisamöl, etwa 35 Liter Krankenöl sowie rund 30 Liter Katechumenenöl für die Verwendung in den mehr als 1.000 Kirchengemeinden der Diözese geweiht.

Ursprünglich wurde die Chrisammesse am Morgen des Gründonnerstags gefeiert. In vielen Bistümern, so auch in Rottenburg-Stuttgart, geschieht dies mittlerweile an einem anderen Tag in der Karwoche, um vielen Priestern und Gläubigen die Mitfeier zu ermöglichen. Der Bischof weiht die heiligen Öle für die ganze Diözese in der Bischofskirche. Dies ist Ausdruck der Einheit und Gemeinschaft aller Gemeinden mit dem Bischof. An keinem anderen Tag im Jahr kommen so viele Priester einer Diözese zur gemeinsamen Eucharistiefeier zusammen.

Die Verwendung der heiligen Öle hat ihren Ursprung in der frühen Kirche des Mittelmeerraums. Die Früchte des Ölbaums ergeben gepresst das Olivenöl. In der Antike diente Öl zur Nahrung, zur kräftigenden Salbung, als Heilmittel und zur Körperpflege. Zugleich ist es ein Zeichen der Würde: Bereits im Alten Testament wurden Propheten, Priester und Könige gesalbt.

Krankenöl und Katechumenenöl bestehen aus reinem Olivenöl; dem Chrisamöl werden Duftstoffe beigemischt. Darin drückt sich seine herausgehobene Rolle als Würdezeichen aus – jedes neugetaufte Kind wird mit diesem Öl gesalbt.

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