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Als „dicht dran an den regional- und kommunalpolitischen Herausforderungen“ hat Generalvikar Dr. Clemens Stroppel das seit 20 Jahren bestehende katholische Verbindungsbüro zur Region Stuttgart gewürdigt. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart sei mit dieser Einrichtung präsent auf regionalpolitischer Ebene und zeige, dass ihr die Politik im vermeintlich Kleinen, mit konkreten Auswirkungen auf den Alltag...

In einer wohlhabenden Region wie der Region Stuttgart sei es von zentraler Bedeutung, dass die Kirchen sich, über ihr Kerngeschäft hinaus, am gesellschaftlichen Prozess beteiligten. Diese Aufgabe werde von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Verbindungsbüro sehr ernst genommen. Als aktuelles Beispiel führte Stroppel die Expertise des Büros zum Thema bezahlbarer Wohnraum an.

Wie bedeutsam die Kontakte von Kirche und Politik auf regional- und kommunalpolitischer Ebene sind, legte Dr. Max Schulte, Politikwissenschaftler und Soziologe aus Münster, in seinem Festvortrag dar. Er betonte, dass Interessenvertretung an sich nichts Negatives sei, sondern legitimes Mittel um sich in der Gesellschaft Gehör zu verschaffen. Die Kirchen hätten hier durch ihre verfassungsrechtlich festgelegte Sonderstellung eine gute Startposition, müssten sich aber in Zukunft überlegen, wie sie diese Situation aufrechterhalten könnten. Einrichtungen wie das Verbindungsbüro seien eine gute Möglichkeit, zufällige und persönliche Begegnungen zu manifestieren und damit die Gestaltung der Gesellschaft durch die Kirchen auch in Zukunft zu gewährleisten.

Die Regionaldirektorin des Verbands Region Stuttgart, Dr. Nicola Schelling, stellte die Bedeutung des Verbindungsbüros heraus: „Die großen Zukunftsthemen der Region Stuttgart müssen wir gemeinsam schultern - Politik, Verwaltung und die Kirche als wesentliche gesellschaftliche Institution“. Der Beitrag des katholischen Verbindungsbüros könne dabei nicht hoch genug bewertet werden. Dies gelte auch für die enge Verzahnung in beide Richtungen, aus der Region in die Dekanate und umgekehrt, ergänzte Schelling.

Das Verbindungsbüro nimmt Stellung zu relevanten Themen und bietet im Rahmen des ökumenischen Dialogforums der Kirchen auf regionaler Ebene Veranstaltungen an. Dazu zählt die jährliche Reihe „Ethik in der Region.“ Aktuell befasst sich das Verbindungsbüro mit dem großen Zukunftsprojekt in der Region, der Internationalen Bauausstellung sowie mit den möglichen Folgen der Digitalisierung für den regionalen Arbeitsmarkt.

Das Verbindungsbüro der Diözese Rottenburg-Stuttgart ist die Kontaktstelle der Diözese zur politischen Region Stuttgart. Neben dem Katholischen Büro im Landtag setzt sich das Verbindungsbüro als „kleines katholisches Büro“ für die Belange der Menschen auf regionaler und kommunaler Ebene ein. Leiter des Büros ist seit 2014 der stellvertretende Stuttgarter Stadtdekan Dr. Heiko Merkelbach. Geschäftsführerin ist seit 2016 Jutta Wiedmann. Gegründet wurde das Büro 1998 vom damaligen Bischof der Diözese, Dr. Walter Kasper.

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